Ein Plakat zwischen geschlossenen Geschäften in der Hanauer Inennstadt appeliert an die Bürger "Corona stoppen!".
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Ein Plakat zwischen geschlossenen Geschäften in der Hanauer Inennstadt appeliert an die Bürger «Corona stoppen!».

Fallzahlen steigen

Corona in Hanau: Kommen neue Beschränkungen? 7-Tage-Inzidenz nähert sich der 200er-Marke

  • Jasmin Jakob
    vonJasmin Jakob
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Die Corona-Lage in Hanau spitzt sich zu: Die 7-Tage-Inzidenz nähert sich der 200er-Marke, weitere Einschränkungen drohen.

  • Die Corona-Inzidenz in Hanau nähert sich der kritischen Marke von 200
  • Der Main-Kinzig-Kreis berät derzeit über neue Maßnahmen, die ab einer 200er-Inzidenz greifen sollen.
  • Corona-Schnelltests und Schnelligkeit beim Impfen sollen Inzidenz in Hanau senken.

Update vom Mittwoch, 24.03.2021, 17.12 Uhr: Die Corona-Inzidenz in Hanau steigt weiter und nähert sich aktuell mit einem Wert von 197 der 200er-Marke. Wird diese an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten, greift die nächste Stufe des Eskalationskonzepts des Landes mit weiteren Einschränkungen wie einer nächtlichen Ausgangssperre. Wie eine Pressesprecherin der Stadt Hanau auf Anfrage mitteilt, will die Stadt hier nach aktuellem Stand jedoch keinen Sonderweg gehen, sondern sich an den Vorgaben des Main-Kinzig-Kreises und der hessischen Landesregierung orientieren.

Der Main-Kinzig-Kreis hat nach den Beschlüssen des Bund-Länder-Gipfels am Mittwoch (24.03.2021) verkündet, dass er sich die vom Land vorgeschlagene Ausgangssperre ausdrücklich als Möglichkeit zur Einflussnahme offen hält. Wie genau die weiteren Einschränkungen aussehen, steht noch nicht fest. Dazu beriet der Kreis sich am Mittwoch mit den Nachbarkreisen. Fest stehe jedoch: Regional abweichende Zeiten für eine nächtliche Ausgangssperre sowie Unterschiede bei den Kontaktbeschränkungen sollen vermieden werden. Die Corona-Inzidenz in Hanau könnte in den kommenden Tagen den 200er-Wert bereits überschreiten.

Corona-Notbremse tritt ab Montag in Hanau in Kraft – Kreis berät neue Einschränkungen

Ab Montag (29.03.2021) tritt die beim Bund-Länder-Gipfel beschlossene „Notbremse“ in Kraft. Dann muss auch der Einzelhandel in Hanau wieder seine Türen schließen. Aus „Click & Meet“ wird dann wieder „Click & Collect“, sprich Kunden dürfen ihre vorbestellten Waren wieder an der Ladentür abholen, aber keinen Fuß mehr in die Geschäfte setzen. Der Grundbedarf solle aber weiterhin gedeckt sein; beispielsweise Supermärkte, Drogerien, Frisöre und Gartenmärkte bleiben geöffnet. Im Bereich Sport und der Fitnessstudios gibt es keine weiteren Einschränkungen. Private Zusammenkünfte bleiben auf den eigenen Haushalt und einen weiteren Hausstand, jedoch maximal fünf Personen beschränkt – Kinder bis 14 Jahre nicht einberechnet.

Zudem berate der Kreis derzeit mit der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, wie das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz etwa durch neue Test-Strategien verringert werden kann. Untersuchungen des Kreis-Gesundheitsamtes haben gezeigt, dass sich rund die Hälfte aller an Covid-19 Erkrankten im häuslichen oder privaten Umfeld anstecken. Am zweithäufigsten stecken sich die Leute am Arbeitsplatz an.  

Corona-Inzidenz in Hanau steigt – Schulen und Kitas haben auffällig hohe Infektionszahlen

Erstmeldung vom 19.03.2021: Die Corona-Inzidenz der Stadt Hanau nähert sich mit großen Schritten der kritischen 200er-Marke. Sollte diese an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen erreicht werden, könnten strengere Verschärfungen des Lockdowns sowie nächtliche Ausgangssperren drohen. Die Fallzahlen steigen weiterhin mit großen Schritten, am Freitag (19.03.2021) liegt die Corona-Inzidenz in Hanau laut dem Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises bei 158. Schon im November galt die Stadt mit einer Inzidenz von 358 neben Frankfurt und Offenbach mit Blick auf die Fallzahlen zu den bundesweiten Spitzenreitern.

Susanne Simmler, die Gesundheitsdezernentin des Main-Kinzig-Kreises, sieht im jüngsten Anstieg der Fallzahlen „eine Folge der sich ausbreitenden britischen Virusvariante“. Der Anteil dieser Corona-Mutante liege im Kreisgebiet bereits bei 40 Prozent. Aber auch die Schulen und Kitas spielen laut Simmler bezogen auf das Infektionsgeschehen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die stark angestiegenen Fallzahlen in den Betreuungs- und Bildungseinrichtungen seien auffällig, heißt es in einer Mitteilung des Kreises.

Corona in Hanau: Starker Anstieg an Fallzahlen bei Schulen und Kitas

Daher hätten sich die beiden Schulträger, der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau, bereits vor der Sitzung des Corona-Kabinetts der hessischen Landesregierung darauf geeinigt, keine weiteren Öffnungsschritte bei den Schulen zu gehen. Für die zwei Wochen vor den Osterferien sah Kultusminister Alexander Lorz (CDU) vor, dass jeder Schüler nochmal tageweise im Präsenzunterricht beschult wird. Diese Pläne kippte das Corona-Kabinett der Landesregierung jedoch am Donnerstag (18.03.2021) angesichts stark angestiegener Corona-Fallzahlen und einer landesweiten Corona-Inzidenz von 100.

Anfang Mai hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel darauf geeinigt, dass ab dieser Marke die Notbremse gezogen werden soll: Wenn eine Corona-Inzidenz drei Tage in Folge den 100er-Wert überschreitet, sollten Lockerungen rückgängig gemacht und der Lockdown verschärft werden. Auch die Stadt Offenbach nähert sich der 200er-Marke.

Hanau nähert sich der nächsten Corona-Eskalationsstufe des Landes

Hanau nähert sich allerdings auf dem Weg zu einer 200er-Corona-Inzidenz bereits der nächsten Eskalationsstufe des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Zur Eindämmung der Fallzahlen setzt die Stadt Hanau weiterhin auf die Test-Strategie der Bundesregierung, nach der sich jeder Bürger einmal in der Woche kostenlos testen lassen kann.

Die Stadt Hanau hat bislang im gesamten Stadtgebiet 17 Teststellen eingerichtet, weitere sollen folgen. „Zur Bekämpfung der Pandemie und der Öffnungsstrategie reicht es nicht aus, allein auf die Inzidenzzahlen zu schauen“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky in einer Pressemitteilung. „Funktionierende und dauerhafte Test- und Impfmöglichkeiten sind weitere zentrale Bausteine. Die Teststruktur in Hanau steht, nun muss der nächste Schritt das flächendeckende Impfen sein – hier stehen wir als Stadt Hanau bereit, haben aber leider nicht die Möglichkeit, unmittelbar Einfluss zu nehmen.“

Corona in Hanau: mehr Schnelligkeit beim Impfen erforderlich

Auch Simmler hatte bereits betont, dass der Kreis mit Blick auf die Corona-Impfungen weitere Möglichkeiten auslote: „Ziel muss es sein, dass wir mehr Impfungen dezentral vornehmen lassen. Dazu brauchen wir die Hausärzte, einfach mehr Schultern und mehr Standorte für mehr Schnelligkeit beim Impfen. Das prüfen wir derzeit intensiv und bereiten diesen Schritt vor“, so die Gesundheitsdezernentin.

In den Alten- und Pflegezentren zeige sich bereits, dass sich das Impfen auszahle. Die Lage in den Kliniken in Hanau und dem gesamten Kreisgebiet habe sich in den vergangenen Wochen deutlich entspannt. Wie der Main-Kinzig-Kreis am Donnerstag mitteilt, gehe man jedoch davon aus, dass sich die stark ansteigenden Fallzahlen in den kommenden Wochen auch wieder bei der Krankenhausbelegung zeigen werden.

Hanau orientiert sich beim ziehen der Corona-Notbremse an Landesregierung

Das Infektionsgeschehen verlagere sich durch die Priorisierung von Älteren derzeit auf jüngere Altersgruppen. Daher müsse es laut Simmler nun darum gehen, Lehrkräfte und Erzieher zu impfen, um Kitas und Schulen stärker zu schützen. Die Impfquote im Kreis lag am Donnerstag mit über 29.600 Geimpften bei 7,1 Prozent.

Obwohl die Corona-Inzidenz im Main-Kinzig-Kreis bereits seit mehr als drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, überließ der Kreis das Ziehen der „Notbremse“ – außer beim Thema Schulen – der Landesregierung. „Wenn die landesweite Inzidenz in Hessen an drei Tagen hintereinander über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liegt, gelten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag wieder die Regeln von vor dem 8. März 2021“, heißt es auf der Webseite des Main-Kinzig-Kreises.

Bei einer Corona-Inzidenz von 200 könnten in Hanau Ausgangssperren drohen

Dann wären private Treffen wieder mit maximal einer haushaltsfremden Person erlaubt. Zoos, botanische Gärten und Museen müssten schließen, ebenso wie zahlreiche Geschäfte wie Baumärkte, Buchläden und Gartencenter. Auch der termingebundene im Einzelhandel, das sogenannte „Click and Meet“ wäre dann verboten. Die Geschäfte dürften nur noch vorbestellte Ware an der Tür verkaufen.

Auf der Kippe stünden dann auch wieder körpernahe Dienstleistungen wie Haareschneiden und auch im Sport würden wieder strengere Regeln gelten. Ab einer andauernden Corona-Inzidenz von 200 drohen in der Zeit zwischen 21 und 5 Uhr wieder nächtliche Ausgangssperren.

Corona-Inzidenz in Deutschland nähert sich der 100er-Marke – Notbremse droht

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erklärte in einer Pressekonferenz vom Donnerstag jedoch, er wolle sich bei Verschärfungen der Maßnahmen an den Nachbarländern orientieren. Doch auch in Gesamtdeutschland nähert sich die Inzidenz der kritischen Marke von 100. Daher dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die „Notbremse“ in ganz Deutschland gezogen wird.

Kommenden Montag (22.03.2021) will Kanzlerin Angela Merkel wieder mit den Ministerpräsidenten der Länder zusammenkommen, um über die aktuelle Lage zu beraten. Dann wird sich zeigen, ob die seit Anfang März eingeführten Lockerungen zurückgenommen werden oder ob neue Maßnahmen greifen sollen. (Jasmin Jakob)

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