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Schleusenfunktion: Ohne Weiteres kommt man nicht mehr ins Klinikum Hanau hinein. In dem Schleusenzelt soll laut Klinikum geklärt werden, ob jemand berechtigt ist, das Klinikum zu betreten.

Corona-Krise

Eintritt nur noch durchs Fieberzelt: Klinikum will so das Betreten durch Infizierte verhindern

  • Christian Spindler
    vonChristian Spindler
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  • Yvonne Backhaus-Arnold
    Yvonne Backhaus-Arnold
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Das Klinikum Hanau hat die Sicherheitsmaßnahmen weiter verschärft. Um den Zutritt für Infizierte zu verhindern, müssen alle nun ein sogenanntes Fieberzelt durchqueren. 

Das Tor zum Parkplatz am Klinikum Hanau ist geschlossen an diesem Montagmittag. „Besetzt“ steht auf dem Schild. Zusätzlich ist an den Streben ein rot-weißes Flatterband festgebunden. Hier, wo sonst Autos stehen und Patienten und Ärzte hin und her laufen, ist ein großes weißes Zelt aufgebaut. An dessen Eingang steht eine kleine Gruppe. Ein Mann trägt eine leuchtend gelbe Weste. Immer wieder bleiben Passanten stehen, schauen sich das ungewohnte Bild an. Rund 80 verschiedene Zugänge gibt es in normalen Zeiten zu den Gebäuden auf dem offenen Krankenhaus-Areal. Seit Montag ist es nur noch einer. 

Das Klinikum Hanau ist ausschließlich über das weiße Schleusenzelt zugänglich. Es muss von allen passiert werden, die das Klinikumgelände betreten wollen – egal, ob Besucher oder (potenzieller) Patient. Wie berichtet, hatten sowohl das Klinikum als auch das St.-Vinzenz-Krankenhaus ihre Besuchszeiten wegen der Corona-Gefahr zunächst stark limitiert. Mittlerweile gilt sogar ein allgemeiner Besuchstopp. 

Oberbürgermeister Claus Kaminsky:  Einlasskontrollen sollen verhindern, „dass Corona-Infizierte das Haus betreten“

Das heißt: Nur noch in wenigen Ausnahmefällen – etwa, weil ein minderjähriges Kind in der Klinik liegt oder wenn es um Sterbebegleitung geht – sind Besuche überhaupt gestattet. Und das auch nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung, erklärt Güzin Langner, Sprecherin der Stadt Hanau, auf Anfrage. In dem Schleusenzelt soll geklärt werden, „ob jemand berechtigt ist, das Klinikum zu betreten“, sagt Martina Farr, Sprecherin des Klinikums. Zugelassene Besucher bekommen dann eine entsprechende Berechtigungskarte. Durch die Einlasskontrollen soll auch verhindert werden, „dass Corona-Infizierte das Haus betreten“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky. 

Und: In dem Schleusenzelt will man die Patienten nach ihren jeweiligen Beschwerden kategorisieren und sie dann in die entsprechenden Kliniken beziehungsweise Abteilungen weiterleiten. Die Stadt möchte zudem, dass in Fällen, in denen das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises als zuständige Stelle einen Corona-Test bei Hanauern für notwendig und angebracht erachtet, die Betroffenen nicht mehr bis nach Gelnhausen fahren müssen. Zuletzt war in einer Pressemeldung von einem Testzentrum in Hanau die Rede. Das wird es so nicht geben. Die organisatorischen Vorbereitungen für Tests in der Brüder-Grimm-Stadt, die das Gesundheitsamt in begründeten Verdachtsfällen für Hanauer anordnet, laufen noch, heißt es jetzt. Der Ort der Teststelle soll aus guten Gründen nur denjenigen genannt werden, bei denen das Gesundheitsamt einen Corona-Test anordnet.

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