Zwischen Seminarraum und Ausbildungswerkstatt: Wechselnde Praxis- und Theorieabschnitte gestalten das Studium abwechslungsreich und praxisnah. Foto: Reinhold Schlitt

Hanau

Run auf die Brüder-Grimm-Berufsakademie - 28 Erstsemester

Hanau. 28 Erstsemester sind am Dienstag an der Hanauer Brüder-Grimm-Berufsakademie (BGBA) zur Aufnahme eines dualen Studiums begrüßt worden.

VON REINHOLD SCHLITTSie werden in den kommenden dreieinhalb Jahren parallel zur praktischen Ausbildung in einem Handwerksberuf einen Studiengang Produktgestaltung oder Designmanagement an der BGBA absolvieren. Das bedeutet, dass sie am Ende dieser sieben Semester sowohl einen Gesellenbrief in dem von ihnen gewählten Beruf als auch eine akademische Qualifikation, den Bachelor of Arts, in der Tasche haben.

Seit dem Start der Akademie im Jahr 2012 war die Zahl der Erstsemester noch nie so hoch wie in diesem Jahr. Die Zahl der Bewerber auf einen der insgesamt 30 Studienplätze an der BGBA lag sogar noch deutlich über der Zahl 28, allerdings schafften es nicht alle Bewerber durch die Aufnahmeprüfung. Professorin Nicole Simon, die Akademieleiterin, zeigt sich gegenüber dem HANAUER ANZEIGER „hocherfreut“ über das große Interesse an diesem deutschlandweit einzigartigen Studiengangsmodell.

Akademisches Studium trifft auf Berufspraxis

Zeitgleich mit ihrem Studium absolvieren 13 junge Frauen und Männer eine Ausbildung zum Goldschmied, zwölf weitere zum Metallbildner, zwei zum Holzbildhauer und eine Studierende zur Elfenbeinschnitzerin. Ihnen allen kommt zugute, dass ihre Ausbildungsinstitute oder -betriebe im dualen Studiengang unmittelbar miteinander kooperieren. Neben der Zeichenakademie, der die BGBA auch räumlich angegliedert ist, sind dies unter anderem die Kaufmännischen Schulen Hanau und das Berufsschulzentrum des Odenwaldkreises.

In jedem Halbjahr (Semester) wechseln sich gleichlange zeitliche Abschnitte des akademischen Studiums und der berufspraktischen Ausbildung ab. Die ehrenamtliche Stadträtin Claudia Borowski, die die Erstsemester im Namen der Stadt Hanau begrüßte, sprach von einem „sehr anspruchsvollen Konzept“, das den Absolventen in den nächsten dreieinhalb Jahren zwar sehr viel Disziplin und Engagement abverlange, aber auch ihre Fähigkeiten und Talente fördere.

Individuelle Betreuung durch Dozenten und Lehrkräfte

Leistungen und Durchhaltevermögen böten am Ende aber auch die Aussicht auf eine erfolgreiche berufliche Entwicklung in der Kreativwirtschaft. Borowski unterstrich bei dieser Gelegenheit auch die Einzigartigkeit der Brüder-Grimm-Berufsakademie als spezialisierte Bildungseinrichtung für Design und Innovation.

An der BGBA wird den Studierenden sehr viel individuelle Betreuung durch die Dozenten und Lehrkräfte ermöglicht und durch die wechselnden Praxis- und Theoriephasen das Studium sehr praxisorientiert gestaltet. Bislang haben rund 80 junge Frauen und Männer den dualen Studiengang „made in Hanau“ erfolgreich absolviert.

Eine BGBA-Absolventin, so wurde jetzt bekannt, hat nach ihrer Ausbildung zur Designmanagerin unmittelbar eine Anstellung bei dem renommierten Fachblatt „Form“ erhalten. Das in Frankfurt ansässige Blatt wurde 1957 unter anderem von dem berühmten Bauhaus-Schüler Wilhelm Wagenfeld gegründet, der auch einige Semester an der Zeichenakademie in Hanau studierte.

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