Die Schüler der Karl-Rehbein-Schule begeisterten mit ihrer Musik bei drei Konzerten die Zuschauer. Wegen der großen Nachfrage wird heute ein viertes Konzert in der Marienkirche stattfinden. Foto: Habermann

Hanau

Brillante Weihnachtskonzerte der Karl-Rehbein-Schule

Hanau. Der Glühweinstand der Abiturienten vor der Marienkirche ist dicht umlagert, im Gotteshaus bietet sich ein ähnliches Bild: dichtes Gedränge, voll besetzte Bänke, festliche Atmosphäre.

Von Rainer Habermann

Es ist das musikalische Ereignis des Jahres schlechthin für die Schüler und Lehrer der Karl-Rehbein-Schule (KRS) und wohl auch für das Publikum, sieht man die ausverkauften Tickets: die traditionellen Weihnachtskonzerte.

Wer heute am Nachmittag hervorragende Musik genießen will, ist in der Marienkirche richtig, genauso wie er es an den drei zurückliegenden Abenden war. Drei Konzerte, dreimal Höchstleistungen, dreimal vorweihnachtliche Stimmung der fröhlichen wie besinnlichen Art. Und heute um 16.30 Uhr: ein viertes, ein Zusatzkonzert der KRS-Künstler in der Marienkirche, weil die Nachfrage nach dem Musikgenuss so groß war.

Zugabe war fällig

Die Erwartungen werden nicht enttäuscht: Es ist schon erstaunlich, was der Fachbereich Musik der KRS auf die Beine stellt. Tosender Applaus und minutenlange stehende Ovationen des Publikums gab es am Dienstagabend für die Schüler im Sinfonieorchester, im Blasorchester, in den Chören, in der Big Band, als das Grande Finale auf drei Etagen der Marienkirche verklungen war.

Tatsächlich stand der musikalische Gesamtleiter Frank Hagelstange ganz oben auf der Orgelplattform und sang seinen feinen Solopart im „Non nobis, Domine“ aus dem Film „Henry V.“. Eine Ebene tiefer auf der Empore dirigierte Jens Weismantel sein Blasorchester zur gleichen Melodie, bildete räumlich das Bindeglied zu Petra Weiß und ihrem Sinfonieorchester sowie den Chören im Parterre. Klar, dass dann eine Zugabe fällig war. Und nicht nur wegen des beeindruckenden Bildes, das sich den Gästen bot.

Das Konzert begann mit einem schwungvollen Thema aus dem Tschaikowsky-Ballett „Schwanensee“, dargeboten vom Sinfonieorchester auf der Empore. Der „Ground Floor“ füllte sich indessen mit dem Chor der Klassen fünf und sechs unter Leitung von Sophia Schüller.

Der Chor beherrscht bereits sowohl gregorianische Gesänge als auch sehr moderne Weisen, wie beispielsweise „Der Weg der Liebe“ des 2009 verstorbenen schwedischen Komponisten und Kirchenmusikers Jerker Leijon.

Weihnachtlich – swingend und rockig – ging's weiter mit der Big Band und ihrem Leiter Stefan Glück, bevor dann einer der gefühlten Höhepunkte des Abends anstand: Weihnachtslieder aus sechs Jahrhunderten, gesungen vom Chor der etwas älteren Schüler ab der siebten Klassenstufe und unterstützt von gestandenen Männern aus dem Förderkreis Verein der Freunde der KRS. Unter anderem mit einer exzellent arrangierten Version von „Es ist ein Ros' entsprungen“, welche wiederum das große Können von Hagelstange offenbarte.

Themen aus "Schindlers Liste"

„Der Weihnachtsmann – ein Kommen und Gehen“: Hinter dieser Eigenkomposition verbarg sich eine spitzbübische Einlage der KRS-Schlagzeug-AG unter Leitung von Daniel Ulb. Perkussionsklänge von Gong, Becken und Glockenspiel, angedeutete Weihnachtslieder, führten zum großen Paukenschlag: Weihnachtsmann hin und wieder weg, sozusagen.

Ein gemeinsam (auch vom Publikum) gesungenes Lied „Von guten Mächten treu und still umgeben“ lieferte den Schulterschluss zur Marienkirchgemeinde und Pfarrerin Heike Mause, eine Gesangseinlage des Musik-Leistungskurses mit Weismantel als Sänger und tolle Traditionals wie auch Kirchenlieder seines KRS-Blasorchesters leiteten schließlich über zum Finale, das zunächst getragene Melodien barg.

Themen aus dem Film „Schindlers Liste“ präsentierte das Sinfonieorchester, ein Gastmusiker brillierte mit der Sologeige: der Violinist Alexander Kuhne. Sodann schloss das „Non nobis, Domine“ von Patrick Doyle einen grandiosen Konzertabend ab, den KRS-Fachbereichsleiterin Christiane Alsheimer als Vertreterin des erkrankten Schulleiters Jürgen Scheuermann eingeleitet hatte.

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