Die Feuerwehr hatte am Osterwochenende einiges zu tun. Foto: Feuerwehr Hanau

Region Hanau

Brände vom Osterwochenende: Neue Erkenntnisse und Verhaltenstipps

Region Hanau. Nach den zahlreichen Bränden am Osterwochenende in der Region ermittelt die Polizei weiter die Brandursachen.

Von Sabrina Kwasniok und Lukasz GalkowskiZu dem Dachstuhlbrand eines Einfamilienhauses in Nidderau-Windecken am Samstagabend liegen bereits erste Erkenntnisse vor. Hier geht die Polizei von einem technischen Defekt aus, wie ein Sprecher am Dienstag auf Nachfrage sagte. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 200 000 Euro beziffert. Bei dem Wohnhausbrand in Hanau-Kesselstadt am Sonntagabend sei ein Schaden in Höhe von rund 10 000 Euro entstanden. Verletzt wurden bei den Bränden niemand.

Von Gründonnerstag bis Ostermontag verzeichnete die Leitstelle Main-Kinzig insgesamt neun Einsätze zu Wald- und Böschungsbränden, wie der Kreis am Dienstag mitteilte. „Die Trockenheit, die jeder bei seinen Osterspaziergängen oder im eigenen Garten in den vergangenen Tagen beobachten konnte, macht auch den Wäldern zu schaffen“, erklärt Landrat Thorsten Stolz laut Mitteilung. „Die Waldbrandgefahr ist für April ungewöhnlich hoch. Deshalb bitte ich im Interesse des Naturschutzes wie auch zur Entlastung unserer Feuerwehren um äußerste Vorsicht mit offenem Feuer im Freien.“

5000 Quadratmeter Waldfläche in Flammen

Viele Stunden brachten die Feuerwehren und Rettungskräfte über die Feiertage mit der Bekämpfung von großflächigen Bränden zu. Einer der Einsatzschwerpunkte war dabei das Stadtgebiet von Hanau. Dort standen am Samstagmittag im Stadtteil Großauheim rund 5 000 Quadratmeter Wald in Flammen, nachmittags auf einer weiteren Fläche an der Bundesstraße 43a 1 000 Quadratmeter, tags drauf nahe der Kesselstädter Straße noch einmal 1 000 Quadratmeter und am Ostermontag in Steinheim 400 Quadratmeter.

Aber auch in anderen Teilen des Main-Kinzig-Kreises rückten die Feuerwehren zu Großeinsätzen aus. Zunächst löschten sie am Donnerstag in Erlensee in der Nähe des Bärensees einen Brand von 350 Quadratmetern Fläche und in der Salmünsterer Münsterbergstraße am Freitagnachmittag ein Feuer über 40 Quadratmeter. Es folgten Einsätze am Ostersonntag in Maintal-Dörnigheim rund um die Sportanlage Dicke Buche mit 2 000 Quadratmetern Waldfläche sowie am Ostermontag in Hasselroth-Neuenhaßlau (800 Quadratmeter) und Schlüchtern (1 000 Quadratmeter).

Zu den Ursachen für die Waldbrände lagen am Dienstag weder der Polizei noch der Feuerwehr weitere Erkenntnisse vor. Ob diese womöglich zusammenhängen, sei unklar, so Rodney Wimmer, Pressesprecher der Feuerwehr Hanau. „Es ist schwierig, einen örtlichen Zusammenhang zwischen den Bränden zu finden.“ Zum einen seien die relativ hohen Temperaturen ein Faktor, aber auch die Trockenheit und Dürre des Waldbodens spielen laut Wimmer eine Rolle. „Viele Menschen unterschätzen die Gefahr. Der Boden sieht grün und feucht aus, ist in Wahrheit aber noch sehr trocken“, erklärt der Pressesprecher.

Wimmer hat einige Tipps parat, wie Waldbrände zu vermeiden sind. Zum einen solle man sich an das strikte Rauchverbot in den Wäldern halten. Zudem sei Grillen nur an vorgesehen Bereichen im Wald erlaubt, offene Feuer seien generell verboten. „Glas kann eine Brandursache im Wald sein, auch schon zu dieser Jahreszeit“, so Wimmer. Bei entsprechender Sonneneinstrahlung könnten Flaschen und Scherben nämlich Feuer entfachen. Auch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen außerhalb des Waldes bergen ein Brandrisiko und sind deshalb ordnungsgemäß zu entsorgen, warnt Kreisbrandinspektor Markus Busanni laut Pressemitteilung.

Erhöhte Waldbrandgefahr bleibt

Autos würden ebenfalls ein Risiko für Brände darstellen, so Wimmer. Diese sollten nur an gekennzeichneten Flächen am Waldrand abgestellt werden, das Parken im Wald sei gerade bei trockenem Boden gefährlich. Generell gelte es, aufmerksam zu sein! „Sollte Ihnen etwas auffallen, informieren Sie unverzüglich die Feuerwehr,“, bittet Wimmer. Denn diese weiß im Ernstfall immer, was zu tun ist.

In der vergangenen Woche hatte das hessische Umweltministerium vor erhöhter Waldbrandgefahr gewarnt. Aufgrund der warmen und trockenen Witterung hat sich die Lage nicht entspannt. Der Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes wies am Dienstag nach wie vor erhöhte bis hohe Waldbrandgefahr für den Main-Kinzig-Kreises aus.

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