Zur Freude von Dechant Andreas Weber (Fünfter von rechts) und seiner Gemeinde pflanzte Bischof Dr. Michael Gerber (mit Bischofsstab) einen Rebstock. Foto: Rainer Habermann

Hanau

Bischof Michael Gerber pflanzt Rebstock in St. Elisabeth-Gemeinde

Hanau. Welchen Eindruck macht er, der Nachfolger von Heinz Josef Algermissen als oberster Hirte der Diözese Fulda und als neuer Bischof aller Katholiken in der Region? Nun, er wirkt jung, frisch und unbeschwert.

Von Rainer Habermann

Dr. Michael Gerber besuchte am gestrigen Sonntag – erstmals nach seiner Amtseinführung im vergangenen Dezember – die Brüder-Grimm-Stadt und pflanzte dabei einen Rebstock in der Gemeinde Sankt Elisabeth in Kesselstadt.

Das hatte der 48-jährige Freiburger Weihbischof bereits am Gründonnerstag versprochen, als junge Kesselstädter Messdiener vom Bischof persönlich geweihte Heilige Öle im Fuldaer Dom abgeholt hatten und nach Hanau brachten.

Bekanntes Hanauerland

Dies ist eine seit vielen Jahren geübte Praxis. Gerber hielt sein Versprechen ein, bei durchaus wenig frühlingshaften Temperaturen, aber lachender Sonne, vor der Kirche in der Kastanienallee. Die glühende Anteilnahme der Erstkommunions-Kinder, der Messdiener und auch der Erwachsenen der St. Elisabeth-Gemeinde trotzte nicht nur der Witterung, sondern gebührte sicherlich auch dem strahlenden, freundlichen und offenen Lächeln des neuen Oberhaupts der katholischen Kirche im Bistum.

„Ich hatte bisher zu Hanau noch keine Beziehung“, bekannte der Freiburger Weihbischof mit eindeutig badischem Akzent gegenüber unserer Zeitung. „Aber als gebürtiger Oberkircher kenne ich selbstverständlich das Hanauerland um Straßburg und Kehl, das im 15. Jahrhundert zur Linie der Grafschaft Hanau-Lichtenberg gehörte. Die Hanauer Grafen sind in meiner Heimat durchaus keine Unbekannten“, lächelte Bischof Dr. Gerber.

Ein fruchtbarer Besuch

Der Pfarrer der St.-Elisabeth-Gemeinde, Dechant Andreas Weber, freute sich natürlich, zum Pontifikalamt nicht nur den neuen Bischof, sondern ebenso eine randvolle Kirche begrüßen zu dürfen. Dr. Gerber war mit seinem Bischofsstab erschienen, und der kam zunächst alles andere als spektakulär daher. Einem jungen Messdiener, der ein symbolisches Schaf vor sich trug, demonstrierte der Bischof allerdings, wozu der Hirtenstab mit den aufeinander greifenden Händen eigentlich diene. Dazu, die Schäfchen einzufangen und zu sammeln.

Dieser Stab erfülle zudem in seiner Heimat eine wichtige Aufgabe in den dortigen Weinbergen, erklärte Gerber. Er ist aus Kastanienholz kunstvoll geschnitzt. Und so zog Weber die Analogie zur Kastanienallee: „Eine Allee, die gerade noch in voller Blüte stand, und an deren Rand jetzt ein neuer, hoffentlich auch Früchte tragender Weinstock wächst.“ Der Besuch des neuen Bischofs in Hanau könnte sich ebenso als fruchtbar erweisen. Denn man sah überall nur strahlende Gesichter.

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