Die Erträge des fleißigen Insektenvolks: Bei Sigrid Dremel gab es unter anderem Raps-, Blüten- und Waldhonig, aber auch hausgemachten Honiglikör. Foto: Holger Hackendahl

Hanau

Bienen-Infotag: Die Honiglieferanten treffen auf reges Interesse

Klein-Auheim. Ein Schaukasten mit zwei Waben eines Bienenvolks ermöglichte den Besuchern des Wildparks Alte Fasanerie am Wochenende einen Einblick in das Leben der emsigen Honiglieferanten.

Von Holger Hackendahl

Beim Themennachmittag des Wildpark-Fördervereins präsentierten sich bis zu 3000 Bienen. Deren wohl wichtigste Aufgabe: Blüten bestäuben.

Hobbyimker Georg Dremel aus Mittelbuchen hat seit rund 50 Jahren seine Freizeit den Bienenvölkern verschrieben. Er ist, wie er sagt, „erblich vorbelastet“. „Derzeit habe ich zwölf Bienenvölker, über den Winter sind trotz Behandlung mit Ameisensäure zur Bekämpfung der Varoamilbe sieben Völker eingegangen“, bedauert Dremel. „Ich halte mit Hilfe einer Styroporplatte die Temperatur im Bienenvolk bei 36 bis 37 Grad Celsius, darunter stirbt sonst die Brut ab“, erklärt der Hobbyimker.

Reges Interesse

Für den Bienen-Infotag im Wald bei Klein-Auheim galt es für Dremel, viel vorzubereiten. „Am Freitagabend habe ich die Waben mit einem Wandergitter zugemacht. Gegen 10 Uhr sind wir heute Morgen dann im Wildpark angekommen und haben die Schauwaben aufgebaut“, erläutert der 76-jährige Hobbyimker, dessen Leidenschaft ihm von seinem Vater in die Wiege gelegt wurde.

Bereits einige Stunden vor dem offiziellen Beginn des Infonachmittags schwärmten die Bienen aus. Sie sammelten in den Baumkronen des Waldes, auf Wiesen und Rabatten eiweißreiche Blütenpollen und den Nektar aus Blüten. Während ein Teil des Bienenvolks fleißig unterwegs war, stießen die beiden Schauwaben auf reges Interesse – vor allem bei Familien und den jüngeren Wildparkbesuchern. „In den Waben werden die Blütenpollen und der Honig eingelagert“, erklärte Dremel den Kindern.

Produkte zum Mitnehmen

Eine Bienenkönigin kann bis zu sechs Jahre alt werden und ist eine Gebärmaschine, lässt der Hobbyimker die Besucher weiterhin wissen. Und: Bienen krabbeln zwar vorwärts aus dem Ausflugloch, um dann aber der Orientierung wegen rückwärts wegzufliegen. „Damit prägen sich die Bienen die Umgebung der Wabe ein und können sich dorthin zurück orientieren.“

Nur wenige Meter neben dem Schaukasten bot Sigrid Dremel aus den Erträgen des fleißigen Insektenvolks gewonnene Produkte feil. Raps-, Blüten- und Waldhonig, aber auch wohl riechende Kerzen, hausgemachter Honiglikör mit dem Namen „Bärenfang“ und sogar aus Bienenwachs gewonnenes Lippenbalsam konnten die Besucher mit nach Hause nehmen.

Trödelnde Bienen

Für Hobbyimker Dremel war es ein langer Tag. Er verschloss das Ein- und Ausflugsloch erst in der Abenddämmerung – als vermeintlich die letzte fleißige Biene zu ihrem Volk zurückgekehrt war. Würden sich zu viele der Insekten verspäten, so Dremel, weil sie vermeintlich an der Blüte getrödelt haben, würde sich über Nacht an einem benachbarten Strauch eine Bienentraube bilden. Dann käme der Hobbyimker am Folgetag zurück und würde die verspäteten Pollensammler persönlich abholen.

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