Über 700 Wohneinheiten sollen bis 2020 auf dem Pioneer-Fächer entstehen. Zuständig für die Entwicklung des Geländes ist die neu gegründete Stadtentwicklungsgesellschaft Hanau mbH. Archivfoto: Häsler

Wolfgang

Bewegung bei Pioneer-Kaserne: Gesellschaft soll Gelände beplanen

Wolfgang. Die Stadtverordneten haben der Gründung der Stadtentwicklungsgesellschaft Hanau mbH zugestimmt. Damit kommt Bewegung in das wohl größte und gleichzeitig schwierigste Konversionsprojekt der Stadt, der Pioneer-Kaserne in Wolfgang.

Von Kathrin Wollenschläger

Die neue Gesellschaft soll das 47,5 Hektar große Gelände baurechtlich beplanen, erschließen sowie letztlich die Veräußerung der baureifen Grundstücke an Bauträger oder private Bauherrn vorantreiben. Bis 2020 soll das Projekt mit 700 neuen Wohneinheiten realisiert werden.

Die Stadtentwicklungsgesellschaft Hanau mbH setzt sich zusammen aus der städtischen Bauprojekt GmbH – kurz: BauPro – und der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH und Co. KG und LEG Entwicklung GmbH.90 Prozent der Anteile gehen an DSKAls Geschäftsführer der neuen Gesellschaft fungieren Dr. Marc Weinstock, geschäftsführender Gesellschafter der DSK, und BauPro-Geschäftsführer Martin Bieberle. Die BauPro bringt in die Stadtentwicklungsgesellschaft Hanau mbH nun das in ihrem Eigentum stehende Pioneer-Gelände ein und verkauft 90 Prozent der Anteile an die DSK. Die BauPro selbst behält zehn Prozent.Für die Stadt minimiert sich mit dem Verkauf der Anteile auch das wirtschaftliche Risiko. Denn der Erlös durch den Verkauf der Anteile an die DSK ist höher als das, was die BauPro einst zum Erwerb des Pioneer-Geländes aufwenden musste. Im Juli vergangenen Jahres hatte sie das Areal für eine unbekannte Summe vom Bund gekauft. Sobald der Verkauf der Grundstücke beginnt, spülen die zehn Prozent der BauPro-Anteile sogar Geld in die Stadtkasse.Entscheidungen müssen einstimmig getroffen werdenIm Rahmen der Stadtverordnetenversammlung betonte Stadtrat Axel Weiss-Thiel (SPD), dass die Stadt „keine Grundstücke verkauft, sondern nur Anteile“. Zudem stelle der städtebauliche Vertrag zwischen Stadt und Stadtentwicklungsgesellschaft Hanau sicher, dass die Entwicklung des ehemaligen Kasernen-Geländes nach den Vorgaben der Stadt erfolge. Heißt: Die DSK besitzt zwar mehr Anteile, hat deswegen aber nicht mehr Mitspracherecht. Alle Entscheidungen müssen einstimmig getroffen werden.

 

Die Alternative Linke Fraktion (ALF) beruhigt das wenig. „Um sicherzustellen, dass auf Pioneer auch tatsächlich Wohnraum für sozial Schwache sowie kinderreiche Familien entsteht, sollte die Entwicklung des Areals komplett in den Händen Hanaus bleiben“, machte erneut ALF-Stadtverordnete Zarife Bulut deutlich.ALF lehnt Vorlage abNur so sei eine demokratische Kontrolle durch die Stadtverordneten garantiert. „So charmant die Vorlage auch klingt, wir lehnen sie ab“, ergänzte sie. Bei zwei Gegenstimmen von der ALF und einer Enthaltung durch den fraktionslosen Robert Erkan wurde sie dennoch verabschiedet.Die DSK wird das Pioneer-Gelände beplanen, erschließen und die baureifen Grundstücke an Bauträger und Privatleute verkaufen. Entstehen sollen preisgünstige Geschosswohnungen, Reihen- und Einfamilienhäuser sowie Stadtvillen. Bestehende Wohnblöcke sollen zudem saniert werden. Die Stadt spricht von etwa 700 Wohneinheiten.Erste Sanierung laufen anDer Zeitplan sieht vor, im ersten Halbjahr 2017 das Gros der künftigen Bauträger zu finden. Mit ihnen soll bis Ende dieses Jahres Baurecht geschaffen werden. Gleichzeitig laufen die ersten Sanierung an. Anfang 2018 sollen die ersten Bagger rollen, Ende 2018 beginnen die ersten Hochbauten. Im Jahr 2020 soll das größte Wohnbauprojekt Hanaus, das laut Stadtrat Weiss-Thiel „in Art und Umfang seinesgleichen sucht“, realisiert sein.

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