Im Studio in Kesselstadt: Hier setzt Michael Link seine Ideen in Klänge und Arrangements um. Foto: Rainer Habermann

Hanau

Zu Besuch beim Hanauer Musikproduzenten Michael Link

Hanau. Sphärische Klangbilder, durchsetzt mit bassigen Beats wabern aus den weißen Membranen der Lautsprecherboxen. Spitze Zacken huschen über Monitore, auf dem Tisch steht ein Masterkeyboard: hier wird Musik gemacht, hier werden Ideen in Klänge und Arrangements umgesetzt. Wir sind im Studio von Michael Link in Kesselstadt.

Von Rainer Habermann

Der 49-jährige Diplom-Mathematiker und Informatiker bei Evonik ist im mittlerweile eigentlichen Hauptberuf Songwriter und Musikproduzent. „Meine Arbeitszeit habe ich angepasst, damit ich meiner Leidenschaft, Musik zu kreieren, besser nachgehen kann“, erzählt Link uns bei einem Kaffee. Die trug bereits früh im Internet Früchte, aber Ende des vergangenen Jahres hatte er damit einen schönen Dreifach-Erfolg.

Gewinner beim Rock undamp; Pop-Preis

Zusammen mit seiner Co-Produzentin Melanie Kretschmer aus Karben räumte Link beim renommierten Deutschen Rock undamp; Pop-Preis 2019 ab. Sein Debüt-Album „Nothing more than lies – Popballaden 2019“ und die Auskopplung daraus, „I am alive“, landeten in den Kategorien „Bestes Pop-Album des Jahres“, „Bester Pop-Song des Jahres“ und „Bester Song des Jahres 2019 (englischsprachig)“ jeweils auf dem Treppchen.

„Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut, zumal mich mit Todor (Künstlername), einem Bulgaren, der den Titel „I am alive“ singt, eine Freundschaft verbindet“, erzählt der Familienvater, dessen Frau Inna aus Lettland stammt und dessen Sohn Felix mit elf Jahren die Schulbank der Paul-Gerhardt-Schule drückt. „Todor und ichhaben schon eine ganze Menge Songs produziert. Ich schreibe die Musik und spiele überwiegend die Instrumente, er schreibt die Texte und singt sie ein. Dann tauschen wir die Dateien via Netz aus, arbeiten daran. Das funktioniert mittlerweile hervorragend.“

Unterschiedliche Künstlernamen und Genres

Aber das betrifft nur eine Sparte: die der Pop-Balladen mit akustischer Gitarre oder Piano. Link ist in mehreren unterwegs. Und er publiziert unter unterschiedlichen Künstlernamen, so unter seinem eigenen Pop-Balladen, unter „Micha L“ Songs mit Akustikgitarre und weiblichen Vocals, unter „Kaycian Grey“ Chill-Out-Tracks wie etwa „Feel the wave“, und unter „Yoga Di Qi“ Meditationsmusik, wie der Name schon andeutet.

Musikvertrieb ist heute ein elektronisches Produkt, ein Kanal heißt beispielsweise „Spotify“. Dieser Streaming-Dienst ist eines der angesagtesten Portale für Musiker. Und hier findet man auch die Profile des Hanauer Künstlers und Produzenten.

Er ist auch in der Hanauer Musikwelt bestens vernetzt, nicht zuletzt dank einer langjährigen Freundschaft zu Jochen Rassmann. Die beiden kennen sich schon seit der ersten Klasse der Heinrich-Heine-Schule in Kesselstadt.

Songs werden vor der Veröffentlichung getestet

Auf die Frage, warum Michael und Melanie schon mit ihrem Debüt-Album so erfolgreich seien, antwortet Link: „Wir schreiben Musik, die von Herzen kommt und die Zuhörer mit eingängigen Melodien erfreuen soll. Vor allem aber testen wir unsere Songs vorab. Songs, die beim Testen weniger gut abschneiden, werden aussortiert, denn die Lieder sollen nicht nur uns gefallen, sondern auch dem Publikum.“

Seine „Abhöre“ – so nennen sich Monitorboxen im Studio – ist die gute alte Yamaha NS-10M, mit ihren weißen Bassmembranen und ihren absolut neutralen Klangeigenschaften der Klassiker schlechthin in nahezu jedem Tonstudio weltweit. Und ein feines Gehör hat er, der Musikproduzent Michael Link aus Kesselstadt. „Meine Mischung ist die von Mathematik, Informatik und Musik. Denn Musik ist nichts anderes als hörbar gemachte Mathematik.“

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