Aus der Luft betrachtet ist der Fortschritt der Bauarbeiten am Neubaugebiet Mittelbuchen deutlich zu erkennen. Ende des Jahres sollen die ersten Bewohner einziehen können. Luftbild: Axel Häsler

Hanau

Baugebiet Mittelbuchen Nordwest: Dritter Bauabschnitt steht an

Mittelbuchen. Hanaus kleinster Stadtteil wächst. Das ist auch optisch nicht mehr zu übersehen. Die Großbaustelle im Nordosten, dort wo derzeit das Neubaugebiet „Landgut“ des Bauträgers Bien Ries realisiert wird, ändert nahezu täglich ihr Gesicht.

Von Kerstin BiehlDas Baugebiet am Lützelberg gehört zu den umstrittensten Bauprojekten der vergangenen Jahre. Von Baulärm und Schmutz betroffene Anwohner hatten sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengetan, sich vehement gegen das Baugebiet eingesetzt und sind bis heute aktiv, etwa, indem sie mit Argusaugen das Geschehen auf der Baustelle verfolgen.

Von einigen Anwohnern gibt es teils immer wieder immense Beschwerden in Richtung Stadt und Bauträger. Es geht um Schmutz, Lärm und Fragen der Sicherheit. Bislang gab es bereits mehrere Ortstermine mit Anwohnern, der Stadt und Bien Ries. Auch in dieser Woche kam man, gemeinsam mit Stadtrat Thomas Morlock (FDP), Ortsvorsteherin Caroline Geier-Roth (SPD) und weiteren Mitarbeitern der Verwaltung sowie von Bien-Ries zusammen. Dabei wurden zur Vermeidung oder Reduzierung von Belastungen für die Anwohner diverse Verabredungen zwischen den Beteiligten getroffen. Darüber informierte Ortsvorsteherin Caroline Geier-Roth (SPD) in Rahmen der Ortsbeiratssitzung am Mittwochabend:

  • Sicherheit:Die Firma Bien-Ries hat einen Sicherheitsdienst beauftragt, der etwaige Geschwindigkeitsverstöße der Lkw-Fahrer unmittelbar anspricht und Bien-Ries Rückmeldung gibt, sodass gegenüber der beauftragten Firma dann eine Vertragsstrafe ausgesprochen werden kann. Seitens der Anwohner wird der Einsatz des Sicherheitsmitarbeiters gelobt. Es wird geklärt, ob der Einsatz eines weiteren Sicherheitsmitarbeiters nötig ist.
  • Kreuzung Baustraße: Hier sollen die derzeitigen Kabelbrücken entfernt und stattdessen die Stromversorgung in einer Höhe von 4,5 Metern über der Straße verlegt werden. Die an der Kreuzung angebrachten Stopp-Schilder werden gegen Umwerfen und Umfallen gesichert. Das strafrechtliche Ermittlungsverfahren, das wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet worden war, als im Mai Verkehrsschilder und eine Ampel umgeworfen wurden, läuft weiterhin. Geprüft wird, ob die derzeitige Grünphase von acht Sekunden für Fußgänger, verlängert wird. Zudem wird geprüft, ob der Anforderungstaster an der Ampel nach unten gesetzt werden kann.
  • Baustraße: Künftig soll die Baustraße in den Bereichen, in denen es möglich ist (insbesondere an der Schulwegkreuzung), nass gereinigt werden, um Staubentwicklung zu vermeiden oder zu reduzieren. Zudem soll geprüft werden, ob die Fahrbahnplatten, die im nördlichsten Teil der Baustraße bereits verlegt wurden, den Staub reduzieren. Auch weiterhin wird die Baustraße nach Bedarf gewässert. Gegebenenfalls kommt hier der Einsatz eines Staubbindemittels in Betracht. Darüber sollen die Anwohner Rückmeldung geben. Lkw werden verpflichtet, ihre Ladung zur Vermeidung von Staubentwicklung abzudecken. Mögliche Verstöße sollen dem Sicherheitsdienst oder Bien-Ries gemeldet werden. Weiterhin hat die Bürgerinitiative Gelegenheit, sich über die Möglichkeit der versuchsweisen Anbringung von Schwellen auf der Baustraße auszutauschen um Geschwindigkeitsverstöße zu verhindern. Auch die Sperrung der Baustraße außerhalb der Bauzeiten, die derzeit durch Warnbaken erfolgt, wird von Bien-Ries nochmals überprüft.
  • Baufeld:Eine Einzäunung zum Schutz der Bäume wird nochmals geprüft. Die Begrünung der Erdhügel auf dem Baufeld wird ebenfalls nochmals begutachtet und, soweit erforderlich, eine andere Lösung (Abdeckung durch Matten oder Vlies) zur Vermeidung von Staubentwicklung gesucht. Möglich ist auch hier der Einsatz eines Staubbindemittels. Das Unkraut an den Erdaufschüttungen wird durch Bien-Ries entfernt. Ob die temporäre Baustraße auf dem Baufeld ausreichend geschottert ist, klärt Bien-Ries. Auch, ob auf der Nordseite des Baufelds ein unerlaubter Zugang zur Baustelle wegen einer Lücke im Bauzaun möglich ist.

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