Mittelbuchen ist gefragter denn je. Der kleinste Stadtteil Hanaus soll jetzt um das Neubaugebiet Mittelbuchen Nord-West und damit um 122 Wohneinheiten wachsen. Archivfoto: HA

Hanau

Baugebiet Mittelbuchen Nord-West: Offenlage beschlossen

Hanau. Staatstragend ging es zu  in der Stadtverordnetenversammlung. Bevor sich das Stadtparlament einstimmig (bei zwei Enthaltungen) für den Entwurfs- und Offenlagebeschluss für das Baugebiet Mittelbuchen Nord-West aussprach, appellierte Oberbürgermeister Claus Kaminsky an das Verantwortungsgefühl der Bürger:

„Es gibt keinen Abwehranspruch Wohnen gegen Wohnen“, betonte er.

In dem geplanten Neubaugebiet „Vor dem Lützelberg“ sollen angrenzend an bereits bestehende Wohnbebauung 122 Wohneinheiten entstehen. Dagegen wendet sich eine Bürgerinitiative (wir berichteten).„Wir müssen der Bevölkerungsentwicklung durch unsere Bauleitplanung Rechnung tragen“, sagte das Stadtoberhaupt und zeigte kein Interesse für Partikularinteressen. Es könne nicht angehen, dass Menschen, die vor einigen Jahren selbst in ein Neubaugebiet gezogen seien, jetzt zu verhindern suchten, dass andere Bürger ihnen die Ruhe und die Aussicht beeinträchtigten.

"Feldhamster wird instrumentalisiert"Kaminsky, der seine Argumente vier Tage vor der Stadtverordnetensitzung in einem Schreiben an die Mitglieder der Anliegerinteressengemeinschaft Mittelbuchen ausgeführt hatte, mahnte, dass öffentliche und private Interessen gegeneinander abzuwägen seien und sieht den Feldhamster, dessen Bedrohung die BI unter anderem als Hindernis für die Bebauung ins Feld führt, als „Objekt der Instrumentalisierung“. Kaum eine Planung habe so hohe Wellen geschlagen wie diese.

Lob für Terramag

Dabei lobte der OB den Vorhabenträger Terramag keinen Aufwand gescheut habe: „Die Prüfungen in diesem frühen Planungsstadium waren mehr als ungewöhnlich“, so der OB weiter. Er kündigte an, dass nach dem Offenlagebeschluss im Dezember/Januar das Auslegen der Unterlagen folge. Im Februar 2018 würden die Stellungnahmen ausgewertet, im Mai erfolge der Satzungsbeschluss.

Den Charakter Mittelbuchens bewahren!

Dass der besondere Charakter Mittelbuchens erhalten werden solle, hob SPD-Fraktionschefin Cornelia Gasche hervor. Sie betonte die Bedeutung qualitativer Stadtentwicklung unter Einbeziehung der Stadtteile. Die immer wieder kritisierte Bebauungsdichte erklärte sie damit, dass jungen Familien bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden solle. Die vielfach kritisierte Baustraße bezeichnete sie für die Bauphase als absolut notwendig zur Entlastung der Anwohner. „Wir können heute mit Überzeugung zustimmen, so Gasche abschließend.

CDU stärkt Verwaltung den Rücken

Zustimmung signalisierte auch die CDU, für die Ludger Wösthoff lediglich die Befürchtung äußerte, dass die Straßen heillos überlastet würden. Unverständnis äußerte er gegenüber jenen, die der Verwaltung absprechen, sich an gesetzliche Vorschriften zu halten.Von zwei Argumenten haben sich die grundsätzlich für die Begrenzung von Flächenverbrauch eintretenden

Grüne: Jeder Stadtteil muss Beitrag leisten

Grünen nach den Worten von Stefan Weiss überzeugen lassen: Hanau wachse, und jeder Stadtteil müsse beitragen. Außerdem sei die Planung schon 2010 im Flächennutzungsplan so vorgesehen gewesen.Bert-Rüdiger Förster (REP) erklärte, das Zögern der Republikaner sei einem „Ja“ gewichen“, denn unbestritten sei, dass eine prosperierende Kommune Hanau sich entwickeln müsse. Der Baulastträger gehe an die Schmerzgrenze.

FGH und ALL enthalten sich

Der Stimme enthielten sich Robert Erkan (Forum gemeinsames Hanau), dem die Ablehnungsgründe der BI nicht genug gewürdigt wurden und Christa Martin (Alternative Linke Liste), die monierte, dass mit diesem Landverbrauch noch mehr Tiere verschwänden.

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