THC-Präsident Michael Bailly (links) erhält den Landesehrenbrief von Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Foto: Patrick Scheiber

Hanau

Bailly erhält Landesehrenbrief: Das sagt er zur Zukunft des THC

Hanau. Mit seinen 74 Jahren ist Michael Bailly noch immer als selbstständiger Unternehmer tätig, betreibt 18 Filialen seiner eigenen Modehauskette, führt 125 Mitarbeiter und engagiert sich leidenschaftlich für den THC.

So war er jahrelang Hockey-Abteilungsleiter und hat seit 2014 den 1. Vorsitz des Vereins übernommen. Im Trubel der Vorbereitungen zum offiziellen Festakt der Jubiläumsfeierlichkeiten des THC hat er sich die Zeit für ein Interview mit unserer Zeitung genommen.

Herr Bailly, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Interview nehmen. Der THC feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Was waren die größten Erfolge in den 100 Jahren?

Da kann ich keine auswählen, da wird man vielen Highlights nicht gerecht. Aus unserem Club heraus sind deutsche Meisterinnen in Tennis und Hockey entstanden, wir haben eine Hessenmeisterschaft nach der anderen gewonnen. Wir sind immer in der hessischen Spitze vertreten, darauf sind wir stolz.

Was macht den THC für Sie aus?

Die extreme Verbundenheit im Verein, die gelebt wird. Das ist etwas besonderes. Ich sag immer ein grünes Herz und die Leidenschaft. Das führt sportlich zum Erfolg und zu lebenslangen Freundschaften.

Wir sprechen heute von zehn Dekaden, die es den Verein gibt. Sechs davon hab ich erleben dürfen. Die ersten zwei oder drei waren ausschließlich mit dem Sport verbunden. Im THC – und das darf ich für mich persönlich sagen und das ist mit einer großen Emotionalität verbunden – waren immer Leute, die Interesse an mir gezeigt haben. Einer war extrem erfolgreich, hat Unternehmen aufgebaut, sich im Club und in vielen Organisationen engagiert.

Das wurde mir hier im THC aufgezeigt, dass es Menschen getroffen hat, die eben nicht gesagt haben, 'ich hab keine Zeit'. Sondern hier Menschen waren, die Verpflichtungen und Verantwortung übernommen haben, sich um Mitglieder zu kümmern, sich in die Gesellschaft einzubringen und auch noch ein Unternehmen aufzubauen. Das ist etwas Großartiges und das hab ich da gelernt.

Wann und wie sind Sie zum THC gekommen?

Ich bin vor über 60 Jahren durch einen Schulfreund, dessen Vater Vorsitzender des THCs war, zum Verein gekommen. Da hat es bei mir sofort gezündelt, insofern, dass ich seitdem den Hockeyschläger nicht mehr aus der Hand gelegt habe. Jede freie Minute haben wir zum Hockeyspielen genutzt. Das war sofort ein Zuhause – zum Leidwesen der Schule (lacht). Aber am Ende ist ja alles gut gegangen.

Was waren Ihre größten Erfolge mit dem THC?

Mein größter Erfolg war als wir 1965 mit der Juniorenauswahl Hessens, die deutsche Ländermeisterschaft gewonnen haben. Ich war damals 20. Das war eine extrem tolle Mannschaft. Die Bayern, Niedersachsen, die in Westdeutschland der große Favorit waren, haben wir geschlagen und im Endspiel in Berlin mit 3:1 gewonnen. Da hab ich mit ein paar Toren auch meinen Teil dazu beigetragen. Das war ein toller Erfolg, der mir auch heute noch in guter Erinnerung ist und ich stehe mit den Spielern noch in gutem Kontakt.

Jetzt haben wir viel über die Vergangenheit gesprochen, was sind die Pläne für die kommenden Jahre?

Das ist eine schöne Frage. Wir haben im letzten Jahrzehnt den Verein extrem umstrukturiert. Wir haben Investitionen geleistet, in so hohem Maße, wie sie in der Vergangenheit nicht geleistet wurden. Diese Maßnahmen haben insgesamt über 800 000 Euro gekostet. Die konnten wir stemmen, weil wir großartige Mitglieder haben, die insgesamt 105 000 Euro beitrugen, den Rest haben wir über Fördergelder, Kreis und Land sowie über Sponsoren eingeworben.

Die nächste Dekade wird auch wieder mit einer größeren Investition von 900 000 Euro verbunden sein. Wir wollen einen zweiten Kunstrasen bauen, den wir dringend benötigen, weil wir so viele Mannschaften haben, wie noch nie. Für die Zukunft sind wir also gut aufgestellt. Ich wünsche mir, dass wir im Hockey die zweite Bundesliga angreifen können. Im Tennis haben wir zwei Mannschaften in der höchsten hessischen Liga. Das ist für den THC was besonderes.

Das Interview führte Jasmin Jakob.

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