69 Bäume werden im Park von Schloss Philippsruhe in Kesselstadt seit dieser Woche gefällt. Sie waren dem trockenen Sommer beziehungsweise Fäulnis und Pilz- oder Käferbefall zum Opfer gefallen. Foto: Thomas Seifert

Hanau

69 Bäume im Schlosspark sind geschädigt und werden gefällt

Hanau. Seit dieser Woche sind im Schlosspark Philippsruhe Mitarbeiter einer von der Stadt Hanau beauftragten Firma mit dem Fällen von insgesamt 69 Bäumen beschäftigt, die entweder durch die extrem trockenen Sommer oder wegen Fäulnis und Pilz- oder Käferbefall der Kettensäge zum Opfer fallen müssen.

Von Thomas Seifert und Christian Dauber

Auch auf dem Gelände des Golfplatzes in Wilhelmsbad mussten zahlreiche Bäume gefällt werden. Noch bis kommende Woche werden die Arbeiten im Schlosspark nach Auskunft der Männer andauern, bis alle mit grünen Nummern markierten Bäume gefällt sind. Stämme und Äste bis zu einem Durchmesser von 40 Zentimetern werden vor Ort geschreddert und die Häcksel zu Pellets verarbeitet. Die Arbeiter gehen davon aus, dass insgesamt sechs bis sieben große Container mit Häcksel anfallen werden.

Fast ein Sechstel des Bestandes im Schlosspark ist betroffen

Die Bäume, die nun der Kettensäge zum Opfer fallen, machen fast ein Sechstel des Bestandes im Schlosspark aus. Dort sind auch deshalb so viele Bäume betroffen, weil der Untergrund aus aufgeschüttetem Material unterschiedlichster Art besteht, berichtete der städtische Baumbeauftragte Michael Schenk bei einem Rundgang im alten Jahr.

Auch im Wald rund um den Golfplatz Hanau in Wilhelmsbad hat es in den vergangenen Tagen massive Fällungen gegeben. Darüber war die Redaktion mittels eines anonymen, von „besorgten Bürgern“ unterzeichneten Schreibens informiert worden. Sie fragten sich, warum augenscheinlich gesunde Bäume gefällt würden.

Selbst im Auwald ist es viel zu trocken

Jürgen Michalczyk, Forstamtsdirektor im Ruhestand, betreut und überwacht den Forst rund um den Golfplatz im Auftrag der Hessischen Hausstiftung, der der Auwald gehört. Er sei sehr betrübt über die Schädigungen. „So etwas habe ich in 35 Jahren, die ich diesen Forst betreue, noch nicht erlebt“, sagte Michalczyk gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Etliche Eichen, Buchen, Ahorne und Fichten hätten gefällt werden müssen, weil sie entweder vertrocknet oder von baumschädigenden Pilzen befallen seien.

Der Förster kann auch erklären, warum man nicht allen Bäumen die Schäden ansieht: „Einzelne Eichen waren noch grün und sind trotzdem umgekippt. Sie hatten überhaupt keine Wurzeln mehr, die waren komplett vertrocknet.“ Mit den Fällungen soll vor allem die Sicherheit der Waldbesucher gewährleistet werden.

Zu warme Temperaturen und Dürrephase als Auslöser für Schäden

Im vergangenen Sommer habe es beispielsweise einen Vorfall gegeben, bei dem eine Damengruppe auf dem mitten im Wald gelegenen Golfplatz mit dem Glück davongekommen sei. Eine Eiche sei völlig ohne Vorwarnung oder äußere Einflüsse wie Wind umgefallen.

Der Unteren Naturschutzbehörde sei der Sachverhalt erst durch die HA-Nachfrage bekannt geworden, teilt die Stadt Hanau mit. Es handele sich beim Golfplatz nicht um städtisches Gelände. Im Jahr 2019 habe es im dortigen Forst eine erhebliche Anzahl von Baumschäden gegeben, resümiert auch die Stadt.

Ein Sachverständiger habe die massiven Schäden untersucht. „Als Auslöser für die derzeit beobachteten komplexen Absterbeerscheinungen bei Eichen sieht die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA), die der Eigentümer hier eingeschaltet hat, primär die lang anhaltenden Dürrephasen und zu warme Temperaturen“, teilt die Stadt Hanau weiter mit.

Fällungen auch in Steinheim und in MittelbuchenUm die Verkehrssicherungspflicht am Mainradweg in Steinheim zu wahren, fällt der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) laut Mitteilung der Stadt Hanau von Dienstag, 28., bis Donnerstag, 30. Januar, dort zehn Pappeln und zwei Weiden. Die Bäume seien stark geschädigt. Während der Fällaktion ist der Mainradweg vom Campingplatz „Nizza“ bis zur Ortsgrenze in Richtung Mühlheim für den Fuß- und Radverkehr gesperrt.Wie das Forstamt Hanau-Wolfgang mitteilt, betrifft das Baumsterben auch die Bestände am ehemaligen Sportplatz in Mittelbuchen: Dort müssen entlang der Waldwege rund 45 bis 50 Buchen aus Verkehrssicherungsgründen gefällt werden. Die Arbeiten hätten bereits begonnen. Es würden jene Bäume entnommen, die bereits deutlich erkennbare Absterbeerscheinungen zum Beispiel durch größere Bereiche abgeplatzter Rinde oder offensichtliche Totholzbereiche in der Krone zeigten. Das Forstamt bittet darum, den Bereich während der Fällarbeiten nicht zu betreten. das

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