Gemeinsam spielen und lernen: Das ist in allen Kitas möglich, auch in denen von privaten Trägern. Foto: Pixabay

Hanau

Ausschuss informiert über Bedingungen für Kita-Gründungen

Hanau. Eine Betreuungseinrichtung für Kinder der städtischen Mitarbeiter schaffen – das hatte die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Oktober beantragt. Dass das nicht so einfach ist, wie es vielleicht auf den Laien wirkt, legte Astrid Weiermann jetzt im Ausschuss für dar.

Von Elfi HofmannIn den vergangenen drei Jahren habe es insgesamt elf Anträge für die Gründung einer Kita in Hanau gegeben. „Die meisten verlaufen im Sand“, so Weiermann. Das liege vor allem an den komplizierten Rahmenbedingungen, die beachtet werden müssen. Deshalb seien auch von den elf Anträgen bisher nur zwei kurz vor der Umsetzung, mit einem weiteren stehe die Stadt noch in Beratung.

Auf was man achten muss

Doch auf was muss ein privater Träger eigentlich achten, wenn er zum Beispiel eine Betriebs-Kita gründen möchte? Zum einen spielt dabei der Standort eine große Rolle, der im optimalen Fall in der Nähe oder auf dem Gelände des Unternehmens liegen sollte. „Diese Entscheidung liegt bei der Bauaufsicht“, erklärt Weiermann.

Im Fall der Firma Umicore, die vor einigen Jahren einen Antrag auf einen Betriebskindergarten gestellt hatte, mussten die heutigen „Umikids“ nach Wolfgang ziehen, auf dem direkten Gelände des Unternehmens sei ein Bau aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen.

„Die Kinder stehen bei uns immer im Fokus“, betont auch Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. Die Stadt sei natürlich immer froh, wenn ein Träger eine eigene Kita gründen möchte. Dabei sei es erst einmal egal, ob dieser kirchlich sei, von Eltern initiiert werde oder von einem Unternehmen. Jeder Fall müsse sorgfältig geprüft werden.

Herkunft der Mitarbeiter

Unter diese Prüfung fällt bei einer Betriebskita auch, woher die Mitarbeiter kommen. Liegt der Wohnort außerhalb Hanaus, sei diese Kommune in der Versorgungspflicht. „Wir sind dafür verantwortlich, den Hanauer Bürgern eine Betreuung zu ermöglichen“, erklärt Weiermann. Ausnahmen in der Brüder-Grimm-Stadt bilden dabei zum Beispiel die Waldorf-Kita oder die Kathinka-Platzhoff-Stiftung. Beide Einrichtungen nehmen auch auswärtige Kinder auf.

Eine weitere Hürde auf dem Weg zur privaten Kita ist laut Weiermann das Problem der kleinen Gruppen, das sich zwangsläufig in einer Betriebs-Kita ergebe. In den meisten Fällen bestehen die Einrichtungen aus maximal zwei Gruppen und dementsprechend wenigen Erziehern. Dadurch seien die garantierten 100 Stunden Vorbereitung für Kinder im letzten Jahr vor der Grundschule nicht gewährleistet.

Zeiten der Betreuung

Der letzte Punkt, der beachtet werden müsse, seien die Öffnungszeiten in der jeweiligen Einrichtung. Die Kitas in städtischer Hand garantieren eine Betreuung zwischen 7 und 17 Uhr. Bedarf, die Kinder darüber hinaus betreut zu wissen, gebe es zwar laut Weiermann, allerdings sei das zum einen nicht wirtschaftlich und zum andern schlichtweg nicht leistbar, für ein oder zwei Kinder länger zu bleiben. „Die Erzieherinnen haben selbst oft eigene Kinder und möchten auch zu ihrer Familie nach Hause“, so Weiermann. Außerdem arbeiten fast 60 Prozent von ihnen in Teilzeit.

Natürlich sei eine Betreuung vor und nach den Öffnungszeiten wichtig, allerdings einfach nicht leistbar.Der Prüfantrag der CDU war deshalb gestellt worden, da laut Hildegard Geberth besonders die Beschäftigen des Klinikums während ihrer Spät- und Nachtschichten eine Kinderbetreuung in einer Betriebs-Kita gefordert hätten. Laut Weiss-Thiel sei das Interesse zwar da, aber eher für Kinder unter drei Jahren. „Und wie viele Eltern bringen am Ende wirklich ihr Kind mit?“, gab der Bürgermeister zu bedenken.

Der Zuschlag für das Bundesprogramm „KitaPlus“ werde es wohl allerdings in Zukunft möglich machen, Betreuungszeiten außerhalb der bisherigen anzubieten.

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