Die Ruine des vor fünf Jahren abgebrannten ehemaligen Hotels und Restaurants „Zum Elefanten“ soll endlich verschwinden. Foto: Paul

Hanau

Ausgebranntes Hotel "Zum Elefanten": Neubau in Sicht

Hanau. Vermeldet worden ist es schon häufiger, die Pläne liegen bereits in der Schublade. Jetzt gibt es erneut begründete Hoffnung, dass die Ruine des vor fünf Jahren ausgebrannten Hotels „Zum Elefanten“ endlich abgerissen wird und am Freiheitsplatz ein Neubau entsteht.

Von Jutta Degen-Peters

„Die Unterzeichnung der Nachbarschaftsvereinbarung zwischen dem Investor und dem DGB soll zeitnah erfolgen. So wurde es uns versprochen“, erklärte Hanaus Stadtentwickler Martin Bieberle.

Der Nachbarschaftsstreit war Ursache für den Stillstand am Standort gewesen. „Wir liegen mit der Nachbarschaftsvereinbarung in den letzten Zügen“, erklärte Investor Lejzor Taskar gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Er unterhält in Frankfurt eine Haus- und Liegenschaftsverwaltung, seine Familie ist zudem Eigentümer mehrerer Immobilien in Hanau. Sobald er sich mit dem Nachbarn, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, vertreten durch dessen Immobilienverwaltung in Berlin, über noch strittige Punkte geeinigt hat, soll die Brandruine abgerissen werden. Taskar plant auf dem Gelände in bester Innenstadtlage wieder ein Hotel mit Gaststätte im Erdgeschoss. Rund 20 Zimmer solle das Hotel haben.

Der Neubau wird sich nach den Worten Taskars von der Höhe wie vom allgemeinen Erscheinungsbild her in die Gebäudezeile an der Nordseite des Freiheitsplatzes einfügen. „Das DGB-Haus wurde ja auch modernisiert“, sagt er. Dass es zu einer langen Hängepartie kam, erklärt Taskar, der seinen Worten zufolge seit Beginn der 80er Jahre „in Hanau engagiert ist“, mit zwei Punkten. Strittig gewesen sei zum einen die Bebauung des früheren DGB-Parkplatzes, auf dem vorne ein Flachbau gestanden hatte. Zum anderen gehe es um ein Durchfahrtsrecht auf dem zwischen den beiden Gebäuden liegenden Grundstück des DGB für Taskar.

Einigung mit dem DGB war langwierig

Die Verhandlungen mit dem Gewerkschaftsbund bezeichnet der Investor als extrem langwierig. Bei jeder Anfrage dauere es sehr lange, bis eine Antwort oder eine Lösung in Sicht seien. Fraglich war offenbar auch, ob der DGB auf dem Parkplatz-Gelände ein Gebäude errichtet. Das sei offenbar derzeit nicht der Fall, mutmaßt Taskar. Längerfristig behält sich der Gewerkschaftsbund dieses Recht aber offensichtlich vor.

Optimistisch gibt sich auch Bieberle. Mit ihm, Taskar und dessen Anwälten fand unlängst wieder ein Gespräch stattt. Die Stadt macht seit Monaten Druck, damit die Ruine am neu bebauten Freiheitsplatz endlich verschwindet. Sie hatte in der Vergangenheit auch schon mit Zwangsmaßnahmen auf der Grundlage des besonderen Stadtbaurechts gedroht.

„Wir gehen davon aus, dass das gegebene Versprechen jetzt eingelöst wird“, erklärte der Stadtentwickler gegenüber dem HA. Sollte es dennoch erneut zu keiner Einigung zwischen dem Investor und dem DGB kommen, werde die Stadt im neuen Jahr auf alle Fälle aktiv werden. „Wir werden die gegenwärtige Situation auf keinen Fall dauerhaft akzeptieren“, betonte er. DGB-Geschäftsführer Tobias Huth erklärte, am Standort Hanau sei nichts über den Stand der Verhandlungen bekannt.

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