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Auktion mit Kunstwerken in Hanau für den guten Zweck

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Ist der Hammer für ein Gebot gefallen, werden die Bilder abgehängt und transportfertig gemacht.
Ist der Hammer für ein Gebot gefallen, werden die Bilder abgehängt und transportfertig gemacht. © Ulrike Pongratz

„130, 140, 150, 160. So habe ich mir das vorgestellt. Jetzt wird es lebendig. 170, 180, 200. 200 zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten.“ HR-Moderator Jens Kölker fand allmählich Gefallen an seinem neuen Job. Am Sonntagnachmittag leitete Kölker die Versteigerung der Benefizausstellung „Kunst tut Gut(es)“.

Großauheim - Über 150 Bilder von mehr als 50 verschiedenen Künstlern, darunter mehrere Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises, sie kamen in der einer Industriehalle auf dem Bautz-Gelände unter den sprichwörtlichen Hammer. Zwei Wochen lang hatten potenzielle Bieter Zeit, die Kunstwerke im Original in der Halle in Augenschein zu nehmen. Selbst am Sonntagnachmittag konnten sich Kurzentschlossene noch für die Auktion eintragen lassen. Bis zum 22. Mai konnte zu-dem ein schriftliches Angebot abgegeben werden.

Nach einer ersten Online-Auktion im Dezember hat die Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst (AGH) ihre zweite Benefizausstellung eröffnet. Dazu hat das Hanauer Galeristenpaar Gesine Simpfendörfer-Dell und Holger Dell noch einmal Kunstwerke gespendet. „Wir haben Kunstwerke aus verschiedenen Sammlungen genommen. Da wir unsere Galerie abgemeldet haben, sind es einfach zu viele Bilder. Die Versteigerung heute dient einem doppelten Anliegen: Wir verkaufen Bilder an Menschen, die Spaß damit haben, und der Erlös dient einem guten Zweck.“ Der Erlös aus der Versteigerung kommt je zur Hälfte der Arbeit der AGH und der Ukrainehilfe von Dr. Susanne Keilig zugute.

Die Hanauer Frauenärztin, die vor etwa 25 Jahren die Medizinhilfe Karpato-Ukraine mit aufgebaut hat, ersteigerte ebenfalls einige Bilder. Ausgewählt hatten die Galeristen unter anderem Werke aus der Reihe „Hommage an Ludwig Emil Grimm, die das Paar 1987/1988 mit Künstlern aus West- und Ost-Deutschland als deutsch-deutsche Ausstellung initiierte.

Versteigert wurden zudem Werke international bekannter Künstler von Otmar Alt bis Jürgen Wölbing, der zu den bedeutendsten deutschen Grafikern der 1960er-Jahre zählt. Nachdrucke von Pablo Picasso wechselten ihren Besitzer ebenso wie die „Posaunen“ von Gil Schlesinger oder Bilder von Willibrord Haas, einem der großen Künstler der „Nachkriegs-Abstraktion“, die internationales Ansehen genießen. Erwerben konnten Kunstliebhaber unter anderem Original-Druckgrafiken, Zeichnungen, Gouachen, Aquarelle.

Die Startpreise lagen alle weit unter dem Schätzpreis. Für 30 oder 40 Euro konnte man bei zahlreichen Werken bereits mit einem Angebot einsteigen und mit viel Glück ein echtes Schnäppchen machen. Nicht immer allerdings, denn um einige Werke wurde heftig gerungen – sehr zur Freude der Veranstalter. Im Hintergrund wurden die Bilder dezent von den Wänden genommen und sorgsam verpackt. Galerist Holger Dell wusste zu jedem Künstler und zur Entstehung vieler Werke eine kleine Geschichte zu erzählen, was den einen oder anderen sicher zu einem ungeplanten Angebot motivierte. Doch nicht alle Bilder fanden an diesem Nachmittag einen neuen Besitzer.

Laut AGH wurden insgesamt mehr als 60 Bilder und eine Skulptur versteigert. Insgesamt sind durch die Versteigerung rund 7 500 Euro zusammengekommen. Zusätzlich aufgestockt wird die Summe durch eine großzügige Spende von weiteren 3 000 Euro. Alle nicht versteigerten Bilder können innerhalb von 14 Tagen nach der Auktion über den Online-Katalog zum Startpreis erworben werden. „Auch hier fließt weiterhin jeder Euro in die Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst und die Ukrainehilfe von Frau Dr. Keilig“, so die AGH.

Infos im Internet

hospizdienst-hanau.de

Von Ulrike Pongratz

Glückliche Bieterin: Annette Böhmer im Gespräch mit HR-Moderator Jens Kölker, der die Auktion leitete.
Glückliche Bieterin: Annette Böhmer im Gespräch mit HR-Moderator Jens Kölker, der die Auktion leitete. © Ulrike Pongratz

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