Mit einer Hallenbreite von 77 Metern und einer Länge von 116 Metern ist die August-Schärttner-Halle die größte Veranstaltungs- und Sporthalle der Stadt Hanau. Weil die Dachkonstruktion wegen Rissen an den Leimbindern saniert werden muss, wird sie mehrere Monate lang geschlossen. Foto: Paul

Hanau

August-Schärttner-Halle: Dachbalken weisen Risse auf

Hanau. Risse an einigen Dachbalken sind der Grund dafür, dass die August-Schärttner-Halle von Ostern bis zum 31. September geschlossen werden muss. Damit müssen aus der in den 80er Jahren erbauten Veranstaltungs- und Sporthalle die rund 1500 Schüler der Hohen Landesschule und mehrere Vereine in andere Hallen ausweichen.

Von Jutta Degen-Peters

Die Risse an den Leimholzbindern, so erklärte der Eigenbetrieb Hanau Immobilien und Baumanagement auf HA-Nachfrage, werden saniert. Eine Maßnahme, die offenbar keinen Aufschub duldet.

Entdeckt worden waren die Schäden, wie IBM erklärt, bei einer Routineüberprüfung des beauftragten Unternehmens. Daraufhin hatte der Eigenbetrieb ein Statikbüro sowie die Materialprüfungsanstalt in Stuttgart mit weiteren Untersuchungen beauftragt. Ergebnis: Die vorhandenen Fugenöffnungen, die durch Schwindung des Holzes und Klebers entstanden seien, müssten an den Trägern saniert werden. Hierzu würden diese ausgefräst, gereinigt und mit einem Epoxydharzkleber neu verpresst, heißt es bei der Stadt.

Aufwendige SanierungVor vier Jahren war auf dem Dach, dessen Unterkonstruktion aus einem Tragwerk aus leicht gebogenen Brettschichtholzbindern und dazwischen liegenden Pfetten besteht, eine Photovoltaik-Anlage montiert worden. In diesem Zusammenhang war seinerzeit die Dachstatik geprüft worden.

Da die Sanierung zeitaufwändig ist, wird am Dienstag nach Ostern mit den Arbeiten begonnen, die in drei bis vier Segmenten erfolgen soll. Abgeschlossen sein soll die Maßnahme bis 31. September. Weil dabei eine hohe Staubentwicklung zu erwarten ist, könne die Halle während der gesamten Dauer nicht für den sportlichen Betrieb zur Verfügung gestellt werden, lässt der Eigenbetrieb wissen.

AusweichstättenDas bedeutet für die rund 1500 Schüler der Hohen Landesschule und mehrere Vereine, dass diese auf andere Hallen ausweichen müssen. Die Schulleitung hatte die Eltern der betroffenen Schüler in einem Schreiben darüber informiert. Zu diesen Ausweichstätten gehören die Mehrzweckhalle Mittelbuchen, die Main-Kinzig- und Willi-Rehbein-Halle, die Sporthalle am Spitzenweg, das Schulzentrum Hessen-Homburg, das Heinrich-Fischer-Bad, die Rudi-Völler-Anlage und der Hola-Campus.

Wie die Hola erklärt, müsse der Sportunterricht nicht gekürzt werden. Auch das Sportabitur sei sichergestellt. Die Anfahrt zu weiter entfernten Sportstätten wird laut städtischer Pressestelle mit Bussen der HSB abgedeckt. Zur Main-Kinzig-Halle, zum Schulzentrum Hessen-Homburg und zur Rudi-Völler-Anlage müssten die Schüler laufen.

Vereine betroffenZu den betroffenen Vereinen gehören vor allem die Turnabteilungen der TGH und der Turnerschaft Großauheim. Der SSC Hanau-Rodenbach weicht in der Freiluftsaison mit seinem Leichtathletik-Training ohnehin meist ins Freie aus. Zum 1. April tritt der Sommerübungsplan für die Vereine in Kraft. Damit verlassen einige Vereine die August-Schärttner-Halle und treiben ihren Sport im Freien. Vereinssport, der auch im Sommer auf eine Halle angewiesen ist, konnte von der Fachstelle Sport bis zu den Sommerferien fast vollständig in die Sporthalle an den Güntherteichen verlegt werden.

Die Kosten für die Sanierung der Dachkonstruktion beziffert IBM auf rund 650 000 Euro. Genau ließen sich die Kosten erst taxieren, nachdem der erste Bauabschnitt beendet sei und klar werde, wie stark die zu behandelnden Rissbildungen im Holz seien. Die Kosten für die zusätzlichen HSB-Schulbusfahrten hat das Schulverwaltungsamt (krankheitsbedingt) derzeit noch nicht berechnet.

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