Während auf der Leinwand Bilder aus 50 Jahren Comoedienhaus gezeigt werden, unterhalten Mitglieder der Neuen Philharmonie Frankfurt das Publikum. Foto: Andrea Pauly

Hanau

Auftakt Comoedienhaus-Jubiläum: Stadt hofft auf Hilfe des Landes

Hanau. Im Rahmen der zahlreichen Jubiläumsveranstaltungen im und um das Comoedienhaus Wilhelmsbad in den letzten Tagen würdigte die Stadt Hanau das 50-jährige Spielzeitjubiläum mit einem Festakt.

Von Andrea Pauly

Zahlreiche Gäste waren gekommen, um dies gebührend nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Claus Kaminsky mit einer Lesung über den Bauherren Kurfürsten Wilhelm I. von Hessen Kassel und Musik der Neuen Philharmonie Frankfurt zu feiern.

Zum Auftakt wurde dem Publikum die Rede Heinrich Fischers, Hanaus Oberbürgermeister von 1956 bis 1962 und Hessischer Staatsminister a.D., zur Eröffnungsfeier am 3. Oktober 1969 als Ausschnitt aus der Fernsehaufzeichnung des Hessischen Rundfunks präsentiert. Ihm habe die Stadt viel zu verdanken, denn er habe sich unter anderem nach dem Krieg für den Wiederaufbau Hanaus stark gemacht und auch den sprichwörtlichen Stein für die Sanierung und Renovierung des Comoedienhauses ins Rollen gebracht, bis sich im Jahr 1968 der Hessische Rundfunk, die Hessische Landesregierung und die Stadt Hanau zusammentaten, um das Haus wiederzubeleben, erklärte Kaminsky, als er im Anschluss die Gäste begrüßte.

Viele prominente Gäste

Darunter waren auch Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, den Vorsitzenden des Fördervereins für das Karussell im Staatspark Wilhelmsbad e.V. Stefan Bahn, den Vorsitzenden der Volksbühne Hanau e.V. Hans Otto Bienau, Kulturanthropologin Heidrun Merk sowie die Leiterin der hessischen Schlösserverwaltung Kirsten Worms. „Kunst und Kultur haben in unserer Stadt einen besonderen Stellenwert. Und das Comoedienhaus ist eine unserer großen Kulturstätten, die jedem Zuschauer durch seine gemütliche Größe das Gefühl gibt, in der ersten Reihe zu sitzen. Hier wird ein breitgefächertes Programm für jeden Geschmack geboten. Ohne dieses Kleinod wäre die Kulturlandschaft in Hanau nicht vorstellbar“ so der Oberbürgermeister.

Rund 30 Jahre seien hier die „Wilhelmsbader Produktionen“ des hr entstanden und das städtische Kulturamt habe unzählige Veranstaltungen auf die Bühne gebracht, auch Eigenproduktionen, wie beispielsweise den beeindruckenden Hildegard-Knef-Abend. 2015 wurde das Comoedienhaus von der Betriebsführungsgesellschaft Hanau aufgenommen und dient seitdem, neben seiner Funktion als Theaterhaus, auch als Veranstaltungsort für Jubiläen, Firmenfeiern, Seminare und vieles mehr.

Als eigene Veranstaltung habe man noch die Wilhelmsbader Kammerkonzerte im Programm, ansonsten seien weitere Kooperationspartner als Veranstalter tätig, von der Volksbühne Hanau e.V. über das Veranstaltungsbüro der Stadt Hanau bis zu freien Theatern.

Renovierungsarbeiten seien erforderlich

„50 Jahre sind allerdings nicht spurlos am Comoedienhaus vorüber gegangen“ erläuterte Kaminsky. Investitionsreiche Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten seien dringend erforderlich. Man werde sich als Stadt dieser Verantwortung auch finanziell stellen, hoffe aber auf die Unterstützung des Landes Hessen. Eine zusätzliche Unterstützung erhalte man nun auch durch den Förderverein für das Karussell im Staatspark Wilhelmsbad e.V., der sich für die technische Erneuerung einsetzen werde.

Zu diesem Zwecke werde der Verein Stuhlpatenschaften im Comoedienhaus Wilhelmsbad in verschiedenen Kategorien anbieten, um die technische Ausstattung, für die es teilweise mittlerweile keine Ersatzteile mehr gibt, auf den aktuellen Stand zu bringen.

Nach dem musikalischen Beitrag Fernando Yokota dos Santos am Kontrabass mit Ralf und Olga Hübner an den Geigen, alle drei Instrumentalisten der Neuen Philharmonie Frankfurt, las Heidrun Merk aus den Lebenserinnerungen des Bauherren und nach ihm benannten Staatspark Wilhelmsbad, des Kurfürsten Wilhelm I. von Hessen Kassel und umrahmte diese mit interessanten Details rund um das Leben und Wirken des Fürsten „von Gottes Gnaden“.

Denn Wilhelm sei eigentlich kein Freund der Schönen Künste gewesen. Er habe aber gewusst, dass ein Theater zu den Vergnügungen der Kurgäste dazu gehörte und in seiner Vorstellung „eines guten Fürsten“ setzte dieser reiche und selbstüberzeugte Aristokrat, der von ganzen Herzen Bauprojekte liebte, diese Idee um, von der kulturinteressierte Hanauer heute noch profitieren.

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