Angebliche Missstände: Der Vorstand des Tierschutzvereins Hanau und Umgebung muss sich immer wieder gegen Vorwürfe wehren. Foto: Thomas Seifert

Hanau

Angebliche Missstände im Tierheim Hanau - Verein wehrt sich

Hanau. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich für den Tierschutzverein Hanau und Umgebung und investieren viel Freizeit in die vielfältigen Aufgaben, um das Tierheim und den Verein am Laufen zu halten. Und dann müssen wir uns auch noch mit unhaltbaren Vorwürfen herumplagen“

Von Thomas Seifert

Vorsitzende Petra Elian und ihre Stellvertreterin Ursula Botzum nicht gut auf Menschen zu sprechen, die offen und anonym die Vereinsführung, die Tierheimleitung und die Mitarbeiter anschwärzen.

„Wir stehen in ständigem Kontakt mit den zuständigen Stellen bei der Stadt Hanau. Auch das Veterinäramt schaut regelmäßig an der Landstraße in Kesselstadt vorbei, wobei die Fachleute mit dem Zustand des Geländes, der Gebäude und der Tiere immer sehr zufrieden waren und keinerlei Mängel feststellten“, betonen Elian und Botzum im Gespräch mit dem HANAUER ANZEIGER vor Ort. Allerdings hat der Verein jetzt auf einen Brief von einer Gassigeherin an die HA-Redaktion und eine Mail an die Stadt reagiert und das langjährige Mitglied wegen vereinsschädigenden Verhaltens aus dem Tierschutzverein ausgeschlossen.

"Schwierige Persönlichkeit"

Die Frau hatte sich in dem Schreiben an Redaktion und Stadt beklagt, dass sie wegen einer zehnminütigen Verspätung bei der Rückkehr nach einem Spaziergang mit einem Hund eine weitere Abmahnung bekommen habe und vom Gassigehen ausgeschlossen worden sei. Sie habe jahrelang viel Freizeit für diese Tätigkeit geopfert, sei bis 2018 Nachkontrolleurin gewesen und habe Fahrten bis hinter München auf sich genommen. „Die Art und Weise, wie die Vorstandsvorsitzende, stellvertretende Vorsitzende und die Tierheimleitung mit mir aktuell umgegangen sind, lässt menschlich sehr zu wünschen übrig“, schreibt die Frau (Name der Redaktion bekannt).

„Die Frau war lange Mitglied im Verein und hat sich überall eingemischt. Man könnte sie als schwierige Persönlichkeit bezeichnen, die sich oft nicht an Regeln und Vorschriften im Umgang mit den Tieren und den Mitarbeitern gehalten hat und sich schon wiederholt Anweisungen widersetzt hat. Konflikte mit der Frau waren nicht neu, sie wollte sich einfach nicht an Verhaltensregeln halten, die für einen geregelten Betrieb im Tierheim notwendig sind“, stellt Elian fest.

Vom Verbot nichts geahnt

„Es kann zum Beispiel nicht sein, dass Gassigeher einfach in einen Zwinger gehen und sich einen Hund holen“, fügt Botzum hinzu. Ausschlaggebend für die weitere Abmahnung sei gewesen, dass die Frau sich einen zurückgegebenen Hund zum Gassigehen abgeholt habe, obwohl ihr das von einer Mitarbeiterin untersagt worden war, weil diese zunächst schauen wollte, wie sich das Tier in der Zwischenzeit entwickelt habe.

Die Frau sollte sich die Erlaubnis von der Tierheimleiterin einholen, umging aber diesen Weg und holte den Hund bei einer anderen Tierheimmitarbeiterin am nächsten Morgen ab, die von der Anweisung ihrer Kollegin nichts wusste. Ihre Mail an die Leitung schickte die Frau am Vortag erst um 23.15 Uhr ab, sodass die Leiterin das Verbot erst bestätigen konnte, nachdem der Hund bereits zum Gassigehen bei einer vom Verbot nichts ahnenden Mitarbeiterin freigegeben worden war.

Viele Freiwillige engagiert

„Es kann bei einem geregelten Betrieb, der für die Abläufe im Tierheim unabdingbar ist, nicht jeder machen, was er will – und das nicht zum ersten Mal. Es kam auch wiederholt vor, dass die Frau Mitarbeiter gegeneinander ausgespielt hat und immer den für sie einfachsten Weg gegangen ist, um ohne Widerstand ihren Willen zu bekommen“, berichtet Botzum von ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit, bei denen die Frau auf ihr Fehlverhalten eindringlich hingewiesen worden sei – offensichtlich ohne Erfolg. Das Fass zum Überlaufen habe nun aber eine „bösartige Mail an die Stadt Hanau“ gebracht, wo die Frau Vorwürfe über unhaltbare Zustände im Tierheim gemacht habe. „Daraufhin haben wir die Person wegen vereinsschädigenden Verhaltens aus dem Tierschutzverein ausgeschlossen“, bestätigt Elian.

Was die beiden Verantwortlichen im Gespräch mehrfach betonten, sei die Tatsache, dass sich sehr viele Freiwillige für die Tiere engagieren und sich auch beim Gassigehen strikt an die Regeln hielten. Dafür seien sie auch sehr dankbar, denn ohne die Hilfe könnte der Betrieb im Tierheim mit seinen sechs Mitarbeitern nicht aufrecht erhalten werden. Um so ärgerlicher sei es, dass es Menschen gebe, die anonym angebliche Missstände im Tierheim bei der Stadt anprangern würden, obwohl dies unhaltbare Vorwürfe seien. Was die Verantwortlichen bei der Stadt auch jederzeit bestätigt hätten, so Elian und Botzum.

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