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Hanau will sich neue Leitlinien für die künftige Wohnungspolitik geben

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Von: Christian Spindler

Das künftige Wohnquartier Pioneer-Park in Wolfgang (hier ein Archivbild) ist das derzeit größte Baugebiet in Hanau.
Das künftige Wohnquartier Pioneer-Park in Wolfgang (hier ein Archivbild) ist das derzeit größte Baugebiet in Hanau. © STADT HANAU

Die Stadt wächst. Somit braucht Hanau eine neue Wohnungspolitik, fordern die Grünen. Das sind die Pläne fürs Wohnen.

Hanau – Allenthalben künden Baukräne davon, dass sich an vielen Stellen in Hanau etwas tut. Dank eifriger Bautätigkeit wächst die Brüder-Grimm-Stadt stetig, unlängst wurde die 100 000-Einwohner-Marke überschritten. Allerdings fehlen aktuelle Daten „als Grundlage für eine weitere Wohnungspolitik“, monierte Angelika Gunkel für die Grünen-Opposition bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung.

Wie veraltet die „Wohnungspolitischen Leitlinien“ sind, die die Stadt 2009 aufgestellt hatte, zeige sich allein schon daran, dass seinerzeit in dem Papier „von einer schrumpfenden Stadt ausgegangen“ worden sei. Darum sei es an der Zeit, so die Grünen in einem Antrag, die wohnungspolitischen Ziele und Maßnahmen neu zu formulieren.

Alles richtig, konzedierte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Allerdings sei die Verwaltung schon seit geraumer Zeit mithilfe externer Fachbüros dabei, neue Leitlinien zu erarbeiten. „Wir sind da schon weit fortgeschritten“, sagt Kaminsky. Im ersten Quartal kommenden Jahres soll den Parlamentariern ein entsprechender Entwurf zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden.

Wohnungspolitik in Hanau: Grüne wollen Klimaziele aufnehmen

Zum einen ist man dabei, die Datenlage neu zu erheben und den Wohnungsmarkt beispielsweise mit Miet- oder Eigentumswohnungen zu erfassen und zu aktualisieren, um davon Bedarfsprognosen abzuleiten. 

Zum anderen sei es eine zentrale Aufgabenstellung, so der Rathauschef, eine „gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik“ zu formulieren. Die Grünen hatten in ihrem Antrag gefordert, sozialökonomische Aspekte und Klimaziele in das neue Leitbild Wohnungspolitik aufzunehmen. Das soll auch so geschehen, kündigte Kaminsky an, allerdings sei es eine Herausforderung, Klimaneutralität, steigende Grundstücks- und Energiepreise sowie das Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, in Balance zu bringen.

Aus „sozialstrukturellen Gründen“ müsse Hanau aber auch Wohnungsangebote für Bürger mit mittleren Einkommen unterbreiten, um eine „ausgewogene Struktur von Einkommensverhältnissen“ zu schaffen. Und die zukünftige Wohnungspolitik müsse auch in der Region diskutiert werden, fordert der Hanauer Oberbürgermeister. Es könne nicht sein, dass vornehmlich von Städten gefordert werde, für billigen Wohnraum zu sorgen, andererseits im kommunalen Umfeld „Speckgürtel“ entstünden.

Neue Strategien für die Wohnungspolitik in Hanau

Gleichwohl bekenne sich Hanau auch bei seiner Wohnungspolitik zur „sozialen Verantwortung für Mensschen mit niedrigem Einkommen.“ Die neue Datenerhebung werde zeigen, dass sich Hanau im Vergleich „vor keiner anderer Stadt verstecken“ müsse.

Wichtiges Steuerungsinstrument für die künftige Wohnungspolitik bleibe die städtische Baugesellschaft, unterstrich Kaminsky. Zudem wolle man Vorkaufsrechte, die zuletzt bereits in etlichen Fällen geltend gemacht wurden, „noch stärker nutzen“, um Spekulationskäufe und -verkäufe, wenn man sie schon nicht ganz unterbinden könne, so doch zumindest „ein Stück zu stören“.

Die neuen Leitlinien der Hanauer Wohnungspolitik sollen eine Baulandstrategie beinhalten und auch Gewerbeflächen berücksichtigen. Hier müsse es neue Ausweisungen geben, denn bei Gewerbeflächen sei Hanau „in der Nähe von ausverkauft.“

Dass Hanau weiter auf eine große Bautätigkeit setze, wird auch von Kritikern der städtischen Wohnungspolitik nicht moniert. Allerdings, so gab Jochen Dohn (Die Fraktion) zu bedenken: „Es kommt eben darauf an, was man baut.“ Eine Forderung des Oppositionspolitikers: Die Stadt solle künftig Flächen „verstärkt in Erbbaupacht vergeben.“ (Christian Spindler)

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