Elchmama Jule und Elchkalb Kim blicken vom Aussichtshügel ins Nachbargehege. Elche mögen es, auf einem Hügel zu stehen. Foto: Holger Hackendahl

Hanau

Alte Fasanerie: Elche bekommen einen "Wellnessbereich"

Klein-Auheim. Die Elche in der Alten Fasanerie bekommen einen „Wellnessbereich“, wie es Tierpfleger Achim Denich mit einem Augenzwinkern beschreibt. Derzeit wird im Elchgehege ein Teich für die nordischen Hirsche ausgebaggert.

Von Holger Hackendahl

Das Kleingewässer zwischen Eichen und Buchen soll 150 Quadratmeter umfassen und den Wasser liebenden Elchen in der wärmeren Jahreszeit ein erfrischendes Bad in bis zu 1,50 Meter Tiefe ermöglichen.

Danach können die Elche auf einem Aussichtshügel relaxen – der könnte durch den Erdaushub auf eine Höhe von mindestens drei Meter wachsen. „Elche mögen es, auf einem Hügel zu stehen und die Welt von oben zu betrachten“, weiß Tierpfleger Denich. Und genau das machen die 2015 im Wildpark geborene Jule und ihr halbjähriger Spross Kim auch gerne im Nachbargehege. Die beiden Elche verfolgen mit wachem Blick von einem Hügel aus, wie vom Bagger zur Vorbereitung der Aushubarbeiten alte, umherliegende Baumstämme umgelagert werden.

Elchbrüder zogen 2014 nach Lettland

Aktuell leben drei Elche in einem Elchgatter. Vor sechs Jahren waren in der Alten Fasanerie noch sieben der nordischen Tiere zu Hause – aufgeteilt in zwei Gatter. Grund für den Rückgang der Elche ist der natürliche Abgang wegen altersbedingten Todes und der Verkauf der in der Alten Fasanerie geborenen Jungtiere an andere Wildparks.

Auch die männlichen Elchzwillinge Hägar und Herbert fanden, weil es schon Elchbullen gab, den Weg zu anderen Wildparks. 2013 hatte Elchkalb Herbert drei Wochen nach Geburt für mediales Aufsehen gesorgt. Er hatte sich einen Bruch am rechten Hinterlauf zugezogen, wurde nach Erstversorgung im Wildpark später in einer Tierklinik operiert. Die Elchbrüder wurden 2014 in einen Tierpark nach Lettland verkauft. In das ehemalige Elchgehege am Wildpark-Eingang am Steinheimer Tor, wo die Brüder und später auch weitere Jungelche mit ihren bereits verstorbenen Elterntieren zu Hause waren, wird 2020 die kleine Auerochsenherde – sie lebt noch im Gatter am Haupteingang – umziehen.

Planungen für Zeit nach Dinos Tod laufen

Unweit des Luchsgeheges im hinteren Wildparkbereich sind Elchkuh Jule und der in diesem Frühjahr geborene Elchbub Kim in einem Elchgatter mit Teich zu Hause. Wie schon im Frühjahr 2018 hat Elchmama Jule nach der Geburt des Elchkalbs am 17. Mai dieses lange Zeit vor den Blicken der Tierpfleger und Besucher im Dickicht versteckt. „Elchkalb Kim wurde – das Geschlecht war lange Zeit unklar – mittlerweile als Bub identifiziert“, sagt Wildparkbiologin Dr. Marion Ebel. „Weil sein Geschlecht lange Zeit unklar war, haben wir das Elchkalb Kim getauft. Das ist ja als Mädchen- oder Bubenname geeignet“, meint Ebel. Sie kündigt den baldigen Verkauf des männlichen Elchkalbs an.

„Dino hat auf Grund seines, für Elche biblischen Alters bereits zurückgesetzt. Früher hatte Dino ein großes Schaufelgeweih, nunmehr bildet er altersbedingt ein kleineres Stangengeweih aus“, erläutert die Biologin. „Für Elche in Gefangenschaft sind 16 Jahre ein stolzes Alter. Die Wenigsten schaffen es, so alt zu werden, da Elche wegen der anspruchsvollen Fütterung ziemlich schwierige Pfleglinge sind“, kündigt Ebel an. Wenn Dino versterbe, bemühe sich der Wildpark um neue Elche. „Wir möchten die neuen Elche aus Schweden holen. Es sollen Handaufzuchten sein. Am liebsten ein Pärchen“, sagt Biologin Ebel.

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