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Elektromobilität bei Fraunhofer – Gut aufgestellt für die Zukunft.

Alle Materialien sollen zurückgewonnen werden

Alle Teile zurück in den Kreislauf: Fraunhofer baut Demontage- und Recyclingzentrum für Elektromobilität

  • Jutta Degen-Peters
    vonJutta Degen-Peters
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Für ihr bislang einzigartiges Projekt, ein Zentrum für Demontage und Recycling von Elektromobilität zu errichten, hat sich das Fraunhofer Institut den Standort Hanau ausgesucht.

In der Brüder-Grimm-Stadt entsteht seit April als Teil des bestehenden Neubaus an der Aschaffenburger Straße des Fraunhofer Instituts unter dem Namen EMIL ein Zentrum, das wichtige Impulse für die Industrie geben soll. Neben der Weiterentwicklung in der Fertigung soll es wertvolle Ressourcen wieder in den Kreislauf zurückführen und den ökologischen Fußabdruck der E-Mobile entscheidend verringern. Wie das Ministerium für Wissenschaft und Technik in einer Pressemitteilung erklärt, entwickelt die Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS hier gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung nachhaltige Prozesse für ein vollständiges Recycling der Komponenten von Elektrofahrzeugen. 

Schwerpunkt der Arbeiten am Standort in Hanau seien seit Gründung des Fraunhofer IWKS im Jahr 2011 das Recycling und die Wiederverwertung von Funktionsmaterialien aus Hochleistungsmagneten und Energiewandlungssystemen, die maßgebliche Bestandteile der Elektromobilität sind. 

Wichtig ist der Ansatz, dass alle Materialien zurückgewonnen werden

Das nachhaltige Zentrum für Demontage und Recycling – Elektromobilität (ZDR-EMIL) bezeichnet das Ministerium als konsequente technologische Weiterentwicklung des Instituts am Standort Hanau. Es soll den regionalen Unternehmen aus Hessen verfügbar gemacht werden und werde gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Die Förderzusage beschränke sich zunächst auf ein Jahr, teilte gestern eine Pressesprecherin des Fraunhofer-Instituts auf Anfrage mit. „Mit dem ZDR-EMIL werden automatisierte und flexible Demontage- und Recyclingprozesse für alle Komponenten aus Elektrofahrzeugen entwickelt. In Kooperation mit der regionalen Industrie können wir so eine hohe Recyclingeffizienz unter den Gesichtspunkten von Wirtschaftlichkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit erreichen“, erklärte Dr. Jörg Zimmermann, Projektleiter des ZDR-EMIL. 

Wichtig bei dem Ansatz sei, dass alle Materialien zurückgewonnen würden. Dies beinhalte die wertvollen kritischen Metalle, aber auch Konstruktionswerkstoffe wie Kunststoff, Aluminium und Stahl, die in weitaus größerer Menge enthalten seien. So werde eine Deponierung vermieden. Für eine effiziente und ökologisch sinnvolle Umsetzung sei es nötig, Prozesse auf die jeweiligen Bedürfnisse von Unternehmen auszurichten, abhängig von vorhandenen Infrastrukturen, anvisierter Aufbereitungstiefe, Investitionsrahmen und strategischen Partnern. So könne die Industrie von der Infrastruktur und dem Know-how des Fraunhofer IWKS bei der Umsetzung nachhaltiger Materialkreisläufe in der Elektromobilität profitieren. 

Hanauer Zentrum ermöglicht Wisenschaftlern des Fraunhofer IWKS bessere Forschungsbedingungen

„Alle natürlichen Ressourcen auf unserem Planeten sind endlich. Es gehört also zu unseren zentralen Zukunftsaufgaben, nachhaltig mit Materialien und Ressourcen umzugehen. Das gilt vor allem für die Elektromobilität: Hier müssen wir dringend die Lebensdauer von Batterien signifikant erhöhen und das Batterierecycling verbessern“, erklärt dazu Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. 

Mit dem Hanauer Zentrum für Demontage und Recycling für Elektromobilität bekämen die Wissenschaftler des Fraunhofer IWKS dafür noch bessere Forschungsbedingungen. Hessen trage somit zur Sicherung von Rohstoffen und zum Aufbau eines geopolitisch unabhängigen Materialkreislaufs für die Entwicklung und Produktion von High-Tech-Komponenten in Deutschland und Europa bei. Das ZDR-EMIL etabliert eine Kreislaufwirtschaft für Funktionskomponenten der Elektromobilität, wie Batterien, Brennstoffzellen, Leistungselektronik und Magnete aus Elektromotoren von der Demontage über die Wiederverwendung bis zum Recycling. 

Prozesse werden robotergestützt sein

Der Fokus liege dabei auf der automatisierten sicheren Demontage sowie auf nachhaltigen mechanischen und hydromechanischen Behandlungsmethoden und der selektiven Zerkleinerung, die eine Wiederverwertung aller Produktkomponenten ermöglicht. Hier baut das Fraunhofer IWKS auf seiner langjährigen Expertise in der Ressourcenforschung auf. 

Als angewandte Forschungseinrichtung haben die Wissenschaftler am Fraunhofer IWKS stets den gesamten Prozess im Blick und bewerten diesen im Hinblick auf ökologische wie ökonomische Aspekte. Ziel sei es, hochwertige Rezyklate als neue Sekundärrohstoffe in wenigen Prozessschritten herzustellen. Die Prozesse werden robotergestützt und automatisiert ausgelegt, ergänzt die Sprecherin des Fraunhofer-Instituts, damit die funktionalen Recyclingverfahren auch in Deutschland wirtschaftlich tragfähig seien.

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