Projektleiter Wladimir Römmich und Dorothee Müller vom BWMK haben unserer Zeitung erläutert, was sie in dem ehemaligen Aldi in Steinheim planen. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach soll erhalten bleiben. Foto: Habermann

Steinheim

Aldi wird zu inklusivem Sportprojekt

Steinheim. Die ehemalige Aldi-Filiale in Steinheim wird nun zu einem Sportzentrum umgebaut werden. Das Behindertenwerk Main-Kinzig treibt das Projekt voran. Die Eröffnung ist für Januar 2018 angestrebt.

Von Rainer Habermann

Er passte genau ins Kalkül: Der frühere Aldi-Markt in der Otto-Hahn-Straße liegt unmittelbar neben den Steinheimer Werkstätten des Behindertenwerks Main-Kinzig (BWMK). Kürzlich hat das BWMK die aufgegebeneFiliale des Lebensmitteldiscounters mitsamt dem rund 7000 Quadratmeter großen Grundstück und der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach gekauft.

In der Halle entsteht ein Gesundheitszentrum im Sinne der Inklusion. Ab dem 1. Januar 2018 sollen hier Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam Sport treiben. „Wir werden hier Fitness- und Sportgeräte aufstellen und für Menschen mit, aber auch ohne Behinderungen Trainingsmöglichkeiten, Reha-Sport mit entsprechend ausgebildeten Kräften und allgemeine Wellnesseinrichtungen anbieten“, erklärt Projektleiter Wladimir Römmich vom Behindertenwerk. „Das Angebot ist offen für alle Altersklassen und wird auf rund 1300 Quadratmetern Grundfläche die bereits im Kreis bestehenden elf Gesundheitszentren ergänzen“, schildert Römmich weiter das Konzept.

Seit 2013 wurden viele Erfahrungen gesammelt„Der Gerätepark wird inklusiv gestaltet sein, also keine separaten Geräte für Behinderte und Menschen ohne Beeinträchtigungen enthalten. Alle Geräte sind zugänglich für alle.“ – „Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitstrainings haben wir bereits seit 2013 viel Erfahrung gesammelt“, zählt Dorothee Müller, zuständig für die Unternehmenskommunikation des BWMK nach innen und außen, auf. „Das Behindertenwerk hat für das neue Gesundheitszentrum eine eigene Gesellschaft gegründet, die 'Westpark GmbH'“, erläutert Müller.

„Als Inklusionsbetrieb wird auch etwa die Hälfte der zukünftigen Belegschaft aus Nichtbehinderten bestehen. Alle werden gemäß Tarif bezahlt. Wir sehen uns als Dienstleister und bieten auch Beratung in Inklusionsfragen an“, meint die Unternehmenssprecherin. Das Motto hier – wie auch in den übrigen Einrichtungen, laute: „Gemeinsam in Bewegung kommen.“

Photovoltaikanlage bleibt erhaltenQuasi ein Vermächtnis von Aldi ist die Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäudedach. Sie wird laut Römmich erhalten bleiben und liefert rund 75 000 Kilowattstunden elektrischer Energie im Jahr – nur durch die Sonne. So ganz nebenbei ersparte sie Steinheim und der Welt (rechnerisch) bisher mehr als 200 Tonnen CO2. So steht es auf der großen Anzeigetafel, auf der wohl der Name „Aldi“ auch bald Geschichte sein wird. „Als wir von den Plänen des Discounters hörten, den Markt zu verkaufen, haben wir natürlich ‧innerlich einen Luftsprung gemacht“, lächelt Müller. „Und zugeschlagen.“

Das Gelände grenzt unmittelbar an den bestehenden Fertigungsbetrieb für die ‧Automobil-Zulieferindustrie. Passend: Aldi-Märkte sind in der Regel ebenerdig und barrierefrei. So auch dieser in der Otto-Hahn-Straße.

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