Schloss Philippsruhe in Hanau von oben
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Der Schlosspark soll offen bleiben, meint die CDU. Um das Problem der Vermüllung zu vermeiden, solle es lieber Kontrollen geben.

Nächtliche Partys

Ärger um zugemüllten Schlosspark: CDU Hanau fordert Kontrollen statt Schließung

Die Schließung des Schlossparks in Hanau sorgt weiter für Aufsehen. Die Stadt hatte nach nächtlichen Partys von Jugendlichen beschlossen, den Park ab 20 Uhr zu sperren. Jetzt kommt Gegenwind aus der Politik.

  • Jugendliche hinterlasse den Schlosspark in Hanau nach nächtlichen Partys als Müllhalde.
  • Die Stadt sperrt den Park deshalb jeden Tag ab 20 Uhr ab.
  • Die Politik übt Kritik an der drastischen Maßnahme

Hanau – Die von Stadtrat Thomas Morlock vollzogene frühzeitige Schließung des Philippsruher Schlossparks ab 20 Uhr abends stößt bei den Hanauer Christdemokraten auf Unverständnis.

„Müll und die damit einhergehende Verwüstung des Schlossparks sind nicht zu tolerieren und die Verantwortlichen müssen hier zur Rechenschaft gezogen werden“, heißt es in einer Pressemitteilung, mit der sich die CDU zu Wort meldet.

Hanau: Schließung des Schlossparks trifft auch die Unschuldigen

Mit der nun vollzogenen Schließung des Schlossparks ab 20 Uhr treffe Morlock nicht nur die Müllverursacher, sondern vor allem diejenigen, die abends gerne noch durch den Schlosspark spazierten.

„Es macht für uns den Anschein, dass er den einfachsten und kostengünstigsten Weg gesucht hat, um dem Problem zu entgehen“, mutmaßt die Fraktionsvorsitzende der Hanauer Christdemokraten Isabelle Hemsley.

Schlosspark in Hanau beliebter Ort für abendliche Spaziergänge

Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten den Schlosspark für abendliche Spaziergänge. „Frauen fühlen sich in der Geborgenheit des Parks sicherer als am Mainufer“, betont sie. Gerade jetzt, wo alle in einer besonderen Situation lebten, seien solche Stellen des Rückzugs wichtig.

An lauen Sommerabenden nutzten viele die Gelegenheit, den Klängen aus dem Amphitheater zu lauschen. Genau diese Möglichkeiten nehme man nun der Bürgerschaft in Kesselstadt. „Das wollen wir so nicht hinnehmen“, ergänzt das CDU-Ortsbeiratsmitglied, Karin Hog.

Schlosspark Hanau: Verwarnungen und Platzverbote statt Schließung gefordert

Die Christdemokraten stellen sich zudem die Frage, warum man erst im Januar 2020 die Verwarn- und Bußgelder bei Verstößen gegen die Abfallsatzung und Gefahrenabwehrverordnung drastisch erhöht habe, wenn diese gar nicht zur Anwendung kämen.

„Statt nun explizit durch Kontrollen, dem Ausspruch von Verwarnungen und auch Platzverboten entgegenzuwirken, lässt man einfach alle darunter leiden, dass sich eine kleine Minderheit nicht an Recht und Ordnung hält“, kritisiert sie.

Die Satzungen und Verordnungen, die die Stadtverordnetenversammlung fast jährlich anpasse, müssten angewandt werden. Kontrollen seien aufwändig, zeigten den Verursachern aber auch Grenzen auf.

CDU fordert vermehrte Kontrollen im Schlosspark Hanau

Die vom Stadtrat verfügte Schließung des Schlossparks führt nach Ansicht der Christdemokraten nur dazu, dass sich die Situation verlagere. Und es könne nicht sein, dass dann ein Bereich nach dem anderen geschlossen werde.

Eine Schließung erst zum Sonnenuntergang und vermehrte Kontrollen könnten einen Weg darstellen, den alle mittragen könnten, argumentiert Hemsley.

„Die Hanauer Christdemokraten fordern Stadtrat Thomas Morlock dazu auf, seine Entscheidung zur Schließung des Schlossparks bereits um 20 Uhr zurückzunehmen. Stattdessen sollten vermehrt Kontrollen durchgeführt und notwendige Verwarnungen und Bußgelder ausgesprochen werden.“

Statt Schlosspark: Politik fordert mehr Angebote für Jugendliche in Hanau

Unterstützt wird die CDU in ihrer Argumentation vonder Jungen Union Hanau/Maintal. Sie kritisiert den Beschluss ebenfalls und fordert die Stadt zur Schaffung von Angeboten für Jugendliche auf. Die Entscheidung sei unfair gegenüber den Hanauer Bürgern und Touristen, die sich an Regeln und Ordnung hielten.

Die JU fordert, die Stadt müsse besonders in den Sommermonaten die Präsenz des Ordnungsamtes vor Ort erhöhen und Auffälligkeiten kontrollieren. Der Großteil der Jugendlichen, die sich im Schlosspark aufhalte, verlasse diesen auch wieder sauber.

Ärger um Schlosspark: Hanau soll sich Frankfurt als Vorbild nehmen

„Wir fordern die Stadt zudem auf, nicht nur an Restriktionen zu denken, sondern auch Alternativen für uns junge Menschen zu schaffen“, erklärt JU-Vorsitzender Patryk Windhövel.

Die Stadt Frankfurt sehe beispielsweise Kultursommernächte in Zusammenarbeit mit Clubbetreibern vor. Diesem Beispiel sollte Hanau folgen, wünscht sich Windhövel. cd

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