Abschlussfoto mit Direktor: KRS-Leiter Jürgen Scheuermann (vorne, Mitte) entließ die Abiturienten mit dem Satz: "Gold! Ihr seid unsere Sieger!" Foto: Rainer Habermann

Hanau

Abiturfeier der Karl-Rehbein-Schule - Fünfmal gibt es Bestnote

Hanau. Die Stars der Karl-Rehbein-Schule (KRS) sind zweifellos die Besten unter den Guten. 104 Gymnasiasten insgesamt haben in diesem Schuljahr die Abiturprüfungen absolviert. Fünf von ihnen schafften die Traumnote Eins ohne Nachkommastelle oder sogar besser.

Von Rainer Habermann

Am Freitagabend startete ihrer aller Zukunft, getreu einem Motto des Films „Zurück in die Zukunft“, mit einem funkensprühenden „Abflug in Gold“ aus dem Congress Park Hanau (CPH) und aus der Pennäler-Gegenwart.Die Jahrgangsbesten, das sind Joschka Seip, Cosima Zayeta, Avelicia Cumbana, Benedikt Wahl und Felix Vogel.

Ihr Notendurchschnitt lag bei 1,0 oder eben sogar noch galaktischer, will man akribisch sein. Denn 873 von 900 möglichen Punkten im Abschlusszeugnis: die erreichten genau zwei von ihnen, mit exakt dem gleichen Notendurchschnitt von 0,8 – Wahl und Vogel.

Sehenswerter Gesamtdurchschnitt

Aber auch der Gesamtdurchschnitt aller KRS-Absolventen kann sich zukunftsfähig sehen lassen. Er lag bei 2,37, wie Oberstufenleiter Rainer Gimplinger stolz verkündete. Preisverleihungen des Rotary Clubs Hanau und der Max-Planck-Gesellschaft für Physik sowie die Vergabe von Stipendien für die fünf Jahrgangsbesten erfolgten im Verlauf der Feier ebenfalls.

Gold war die Farbe des Abends und sie ist Symbol für Spitze, Wert, edlen Stoff. Aber auch für den Abi-Scherz des Jahrgangs 2019, wie KRS-Leiter Jürgen Scheuermann schmunzelnd anmerkte. Die Schüler hatten die Autos des Lehrerkollegiums dezent eingepackt: in goldene Hüllen. Nicht ganz einfach, die Vehikel wieder zu starten.

Denn schließlich fährt kein Pauker (früher gebräuchlicher Begriff für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen) einen schnittigen DeLorean mit Flügeltüren wie Doc Brown im Film „Zurück in die Zukunft“. Diesen Blockbuster der 80er Jahre zitierte auch der Sprecher der KRS-Elternschaft, Dr. Volker Beyel, wenngleich nicht ganz glücklich. Denn digital ist offenbar nicht immer ganz trivial. Der Filmausschnitt ließ sich erst nach geraumer Zeit und mithilfe eines „analogen“ Schülers, der sich wohl auch mit Bühnentechnik auskannte, vom Laptop auf den Beamer starten. Anlass für ein amüsiertes Raunen im voll besetzten Saal des CPH.

Irdische und gegenwartsbezogene Ausführungen

Die weiteren Ausführungen Dr. Beyels kamen sehr irdisch und gegenwartsbezogen daher. „Sie waren als Eltern Taxifahrer, Finanzgeber, Caterer, Berater. Auch Sie haben einen tollen Job gemacht.“ Er lobte – wie Scheuermann – aber nicht nur die Eltern, sondern auch die Lehrer, die mit ihrem „Werkzeugkoffer“ die Schüler mit allem ausgestattet hätten, was diese jetzt für ihre weitere Reise in die Studien- und Berufswelt benötigten. Und sei es auch nur mit dem „Werkzeug Englisch“: ein „Schatz“, ohne den in der heutigen Zeit im wissenschaftlichen Leben niemand mehr auskomme.

Und so sprach Beyel dann auch vom Abi-Zeugnis als einer „Dreamcard“ der Bildung. Scheuermann bezeichnete jenes Abschlusszeugnis eines Gymnasiums als „Türöffner“. Und nach dem Descartes-Spruch „Cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich“) sollten sich die Abiturienten „nicht von Youtubern die Welt erklären lassen“, sondern nach einem anderen Motto verfahren: „Lest auch mal Zeitungen, ihr könnt euch die Welt selbst erklären.“

Widerspruch des Bürgermeisters

Dem Elternsprecher widersprach der Hanauer Bürgermeister und Bildungsdezernent Axel Weiss-Thiel ein klein wenig, wenngleich auch nur in einem einzigen Punkt: „Sie ist erst 14 Jahre alt, viel jünger als ihr seid. Aber Youtube ist die größte Nachhilfe-Plattform der Welt.“

Wie auch immer, die wohl applausträchtigsten Sprüche des Abends im CPH lauteten: „Gold! Ihr seid unsere Sieger!“ (Scheuermann). „Sagen wir's mit dem 'Fußballphilosophen' Franz Beckenbauer: 'Jetzt geht's raus und spuilt's'!“ (Beyel). Und: „Egal was ihr macht – macht's richtig!“

Der letzte fromme Wunsch kam aus dem Abi-Jahrgang 2019 selbst: von den Abiturientensprechern Laura Werner und Leon Reichling. Sie bemühten auch humorvoll das Thema Gendergerechtigkeit: „Liebe Scheuermänner und Scheuerfrauen.“ Musikalisch umrahmt wurde die Abiturientenverabschiedung im CPH vom Musik-Leistungskurs der KRS unter Leitung von Frank Hagelstange, mit Werken von Peter Tschaikowski, Astor Piazolla undAbba.

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