Das sieht der Kinzigbogen nicht alle Tage: Allerdings galt Hanau viele Jahre lang als "Home of Drag Racing". Foto: Eichhorn (PM)

Hanau

5000-PS-Dragster live in Action am Kinzigbogen

Hanau. Die Grimmstadt galt über viele Jahre als die deutsche Hauptstadt des Beschleunigungs-Rennens oder „The Home of Drag Racing“, wie es bei den Amerikanern heißt, denn auf dem benachbarten US-Fliegerhorst in Erlensee wurden von 1969 bis 1984 Viertelmeilen-Rennen ausgefahren.

Damals wurde auch die Langenselbolder Familie Habermann vom Dragster-Sport fasziniert. Werner Habermann machte mit einem getunten Opel Manta Mitte der 1970er Jahre den Anfang, 20 Jahre später wurde er Dragster-Europameister mit einem aufgeladenen V8 Dragster.

Im Lauf der Zeit hatte Werner zuerst seinen Papa Heini mit dem Beschleunigungs-Virus infiziert. Werners Söhne Timo und Dennis stiegen ebenfalls in die „Junior Dragster“ ein, beide zeigten großes Talent und konnten deutsche Meister dieser Nachwuchsklasse werden.

HA-Sportler des Jahres Dennis Habermann mit Rennboliden am Kinzigbogen

Ihre Erfolgsgeschichte schreiben „Europe's fastest Brothers“ auch in den großen Dragstern weiter, insgesamt sieben FIA-Europameister-Titel konnten Timo und Dennis schon nach Langenselbold holen. Werner Habermann hatte nach mehrfachem Gewinn der damaligen „Euro Serie“ die Fahrer-Karriere beendet und bringt seine Erfahrung und sein Fachwissen heute erfolgreich als Teamchef ins WHR-Team ein. Dennis gewann im vergangenen Jahr mit großem Vorsprung die Wahl zum HANAUER Sportler des Jahres.

Die „Hanau Auto Racing Association“ (HARA) organisierte damals zusammen mit den US- Army-Motorsportlern die Rennen in Erlensee und wird bei der Präsentation am Kinzigbogen mit einem Info-Stand dabei sein. Dort gibt es Informationen zum Dragster Sport, den verschiedenen Rennklassen und Terminen der 2019er Saison, aber auch an die Drag-Race-Geschichte vom Fliegerhorst Erlensee erinnert sich „die HARA“ gern.

Hanau Auto Racing Association feiert 50. Jubiläum

Die HARA feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum. Eine eigene Rennstrecke hat „die HARA“ aktuell leider nicht, aber die aktiven Motorsportler des Vereins vertreten Hanau sehr gut und erfolgreich bei nationalen und europäischen Dragster-Rennen, auch Europa-Meister und Vizemeister Dennis und Timo Habermann gehören dem Verein seit vielen Jahren an, wie auch ihr Papa und Teamchef Werner Habermann.

Das Europameister-Auto von Dennis Habermann wird rennfertig präsentiert und auch angelassen, diese Momente werden einer der Höhepunkte des Tages. Wenn der 7700cc V8 zum Leben erwacht, wird die Kraft von 5000 PS auch schon im „Standgas“ spürbar, und bei einem kurzen Druck aufs Gaspedal vibriert die Luft, der Boden wackelt und die Zuschauer werden etwas durchgeschüttelt. Wer empfindliche Ohren, kleine Kinder oder den Hund dabei hat, sollte da besser etwas Abstand halten, wer auf eine volle Dröhnung V8-Sound abfährt, wird begeistert sein.

Drag Racing ist ein echter Team-Sport

Dennis Habermann wird mit seiner kompletten Mechaniker-Crew zur Show kommen, denn Drag Racing ist ein echter Team-Sport, speziell auf diesem hohen Niveau.

Auf der Strecke, bei den Pokalen und als Sportler des Jahres steht immer der Fahrer im Mittelpunkt, aber ohne eine gute, eingespielte Mannschaft neben sich könnte kein Fahrer das Ziel erreichen. Die Dragster-Motoren werden bei jedem Lauf bis aufs Äußerste gefordert und nach jedem Lauf muss der Motor komplett zerlegt werden, um wichtige Bauteile auf Verschleiß zu prüfen und, falls nötig, zu ersetzen.

Das Ganze findet im Fahrerlager statt, unter den Augen der Fans, die dorthin freien Zugang haben, und unter extremen Zeitdruck, denn bis zur nächsten Runde im Zeitplan des Renntages muss der Dragster wieder rennbereit im Vorstart stehen, wer zu spät kommt, hat sich selbst disqualifiziert.

EM-Auto wird rennfähig präsentiert

Die Mechaniker sind die wahren, ungenannten Helden dieser „Rennen zwischen den Rennläufen“, was sie alles in sehr kurzer Zeit, und immer unter Erfolgsdruck, schaffen, ist ebenfalls Hochleistung.Das Werner-Habermann-Team wird den Besuchern der Dragster-Show im Fachmarktzentrum Kinzigbogen eine besondere Probe ihrer Fähigkeiten geben: Der Motor wird gegen 14 Uhr für zirka ein bis zwei Minuten angelassen, damit klar ist, dass er gut läuft.

Direkt danach stürzen sich die Mechaniker auf den Dragster und werden in unglaublich kurzer Zeit den Motor bis in die Einzelteile zerlegen. Als Beweis dafür wird einer der gewaltigen V8-Kolben hochgehalten.Dann wird der komplette Motor wieder zusammengebaut, mit Öl und Methanol-Kraftstoff versorgt und wieder angelassen, dann wird die Stoppuhr angehalten. Bei den Rennen der FIA-Serie ist dafür eine Zeit von zirka 90 Minuten angesetzt. Das Team ist sehr leistungsorientiert, es möchte gerne einen neuen Rekord aufstellen. kb

Infos zur ShowDie Veranstaltung findet am Pfingstsamstag, 8. Juni, von 11 bis 18 Uhr auf dem Außengelände des Fachmarktzentrums Kinzigbogen, Luise-Kiesselbach-Straße 6, statt. Geboten werden das Anlassen des 5000-PS-Motors und Rekordversuch der Mechaniker von 14 bis etwa 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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