Das erste Wolfsheulen in der Fasanerie in Klein-Auheim in diesem Jahr war ein Erfolg: Die drei Tundrawölfe Aslan, Inuq und Monja ließen sich von „Wolfsmutter“ Dr. Marion Ebel nicht lange bitten und erhoben ihre Stimmen. Foto: Thomas Seifert

Hanau

3000 Besucher beim Wolfsheulen im Wildpark

Klein-Auheim. Die erste Klein-Auheimer Wolfsheulnacht im Wildpark Alte Fasanerie in diesem Jahr war wieder ein Publikumserfolg. Nach Schätzung der Wildpark-Mitarbeiter passierten am Samstagnachmittag rund 3000 Besucher die Kassen. Alt und Jung waren natürlich gespannt, ob die weißen Wölfe Lust hatten, ihre Stimmen zu erheben.

Von Thomas Seifert

„Die Generalprobe hat gut geklappt. Es war das erste Mal, dass ich mich wirklich richtig auf das Ereignis vorbereitet habe. So früh im Jahr haben wir bislang selten eine Wolfsheulnacht angeboten“, stellte Dr. Marion Ebel, Wildbiologin und Ziehmutter der drei Tundrawölfe Inuq, Aslan und Monja fest. Der Reiz bestehe natürlich darin, dass es im Gegensatz zu den Heulnächten im Frühjahr und Sommer richtig dunkel sei.

Strahler setzen Wölfe in Szene

Trotzdem konnten die Besucher am Wolfsgehege genug sehen, denn auf dem hohen Hügel wurden Ebel und die drei Tundrawölfe von Strahlern ins richtige Licht gesetzt. Der Vollmond am Samstagabend, so Ebel, habe nach wissenschaftlichen Erkenntnissen keinen Einfluss auf die Bereitschaft der Wölfe, zu heulen.

Vielmehr sichern sie so während der Nahrungssuche ihr Revier. Wenn Junge auf der Welt sind, schweigen die Tiere aus gutem Grund, denn sie wollen ihren Standort nicht preisgeben, erzählte die Wildbiologin.

Stille im Nachbargehege

Die Spannung war natürlich groß, als Dr. Marion Ebel, nach ausführlichen Streicheleinheiten, das Heulen anstimmte und zunächst Monja und dann Inuq und zuletzt auch Aslan in das Geheul einstimmten. Die europäischen Wölfe im Nachbargehege hielten sich allerdings vornehm zurück. Bei der Generalprobe, berichtete die Wildbiologin, hätten die drei Tiere noch in das Heulen eingestimmt.

Nach wenigen Minuten war das Spektakel dann auch schon vorbei. Doch für die Besucher hatte Ebel noch eine Vielzahl von wissenswerten Fakten über die drei im Wildpark in Rheinböllen geborenen und vom zarten Alter von zwei Wochen an von ihr aufgezogenen Tundrawölfe parat. So zum Beispiel, dass die Tiere wegen ihres extrem dichten weißen Fells Temperaturen bis Minus 50 Grad Celsius aushalten und bedeutend größer und schwerer als ihre europäischen Artgenossen werden.

Rettungshundestaffel zeigt ihr Können

Das Wolfsheulen war natürlich der Höhepunkt der Veranstaltung, die allerdings ein absolut sehenswertes und für Jung und Alt sehr interessantes Vorprogramm hatte. Von 16 Uhr an gab es auf der Festwiese unterschiedliche Hundevorführungen. Die Tiere und ihre Halter präsentierten dabei ihre herausragenden Leistungen und Fähigkeiten.

Dabei waren die Rettungshundestaffel des Main-Kinzig-Kreises, die Mainhattan Dog-Dancers, der Verein Hundesport Lich und die Hundeschule Reinhard. Gerade für Kinder und Jugendliche waren die Vorführungen der gelehrigen Vierbeiner ein echter Hingucker, aber auch Eltern und Großeltern staunten, was die Hunde alles so zu leisten fähig waren.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Ausstellung der Künstlerin Katarzyna Miloszewska, die ihre Bilder von Wölfen direkt in einem Zelt am Gehege der Tundrawölfe präsentierte. Für reichlich Essen und diverse Getränke sorgten wieder die Mitglieder des Fördervereins des Wildparks.

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