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Immer dabei: Karl-Heinz Schmidt ist der Edelfan des KC 53 Maintal

Kegeln

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    Viele Plätze sind leer: Das Zuschauerinteresse bei Regionalliga- oder Hessenligaspielen ist in der Regel nicht besonders groß. Karl-Heinz Schmidt hält den Maintaler Keglern jedoch die Treue. Foto: Scheiber

Kegeln. Der KC 53 Maintal kann sich glücklich schätzen einen solch treuen Fan zu haben. Wenn die erste Mannschaft in der Regionalliga ran muss, ist Karl-Heinz Schmidt mit dabei. Egal ob auswärts in Arheilgen, Kleinwallstadt oder Schwanheim und erst recht in der heimischen Maintalhalle in Dörnigheim.

Artikel vom 11. Februar 2020 - 10:26

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Von Achim Dürr

Der 82-Jährige drückt Niklas Albert, Fritjof Reinke oder Uwe Lippert die Daumen. „Wenn der Karl-Heinz nicht dabei ist, ist das schon ein komisches Gefühl, da fehlt einfach was“, meint Albert, der neben seiner Funktion als Spieler auch als Abteilungsleiter fungiert.

Nachwuchs verliert Interessse an Kegelsport

Und Karl-Heinz Schmidt gibt das Kompliment artig zurück. „Wir können froh und stolz sein, dass wir so zwei vergleichsweise junge Kerle wie Niklas und Fritjof in unseren Reihen haben.“ Denn mit dem Nachwuchs sei es um die Kegler in der Region nicht zum Besten bestellt. Das Angebot in den Städten sei wesentlich größer als in den ländlicheren Gebieten. Das Interesse an einer Traditionssportart wie Kegeln, dementsprechend gering.

„Wenn wir zum Beispiel in die Aschaffenburger Gegend kommen, ist dies völlig anders. Das sind meistens kleine Gemeinden, Dörfer, wo man sich noch zum Kegeln trifft. Entsprechend mehr Nachwuchs ist da, auch bei den Zuschauern“, erklärt Karl-Heinz Schmidt.

Oft der einzige Fan

Zumeist sei er der einzige, der die 53er hinter den Bahnen unterstützt. So auch am Sonntag, als die Maintaler den Sportkegelclub Bahnfrei Kleinwallstadt mit 5416:5410 Holz niederrangen.

„Ich gehe einfach gerne hin – wegen der Gesellschaft. Als Alleinstehender hat man ja auch die Zeit dazu. Dass am Sonntag war aber nichts für meine Nerven, wenn die Jungs am Ende mit nur sechs Holz Vorsprung gewinnen“, erzählt der Kegel-Fan mit einem Lächeln im Gesicht.

Über die Freien Turnier zum Kegeln

Er selbst hatte vor seinem Eintritt beim KC Maintal bei den Freien Turnern Dörnigheim den Weg zum Kegelsport gefunden. Seinerzeit in der Handballabteilung aktiv, luden ihn ein paar Kumpels ein, aus Spaß einfach einmal mit zu kegeln.

Stammgast beim KC Maintal: Karl-Heinz Schmidt verpasst kaum ein Spiel und sorgt sich um den Kegel-Nachwuchs. Foto: Scheiber

Und so hatte sich schnell eine Leidenschaft daraus entwickelt. Im Jahr 2010 hatte sich Karl-Heinz Schmidt dann dem KC angeschlossen. Dort spielte er zeitweise auch in dessen erster Garnitur in der Oberliga und fungierte rund zehn Jahre lang als Pressewart des Klubs. 

Schmidt richtete jahrelang Kegler-Stammtisch aus

In jenen Tagen richtete der in diesem Jahr 83 Jahre alt werdende Karl-Heinz Schmidt auch seinen Kegler-Stammtisch aus. Einmal im Monat trafen sich, und dies zwölf Jahre lang, zwischen zehn und zwölf „Kerle“ bei ihm zu Hause.

„Irgendwann war mir das dann doch zu viel, man wird ja auch nicht gerade jünger“, so Karl-Heinz Schmidt. Quasi als Ersatz, treffe man sich seit zehn Jahren aber einmal im Monat vor dem Donnerstagtraining in kleinerem Kreis zum „Worscht esse“. 

Edelfan ist zuversichtlich für Saison

An den nächsten beiden Wochenenden hat die Regionalliga-Mannschaft Pause. Erst am Sonntag, 1. März, steht in eigener Halle das Topspiel gegen die SG Kleinostheim/Mainaschaff auf dem Programm. Dann will Karl-Heinz Schmidt seine Jungs wieder anfeuern.

Bis jetzt zumindest scheint es geholfen zu haben. Es sieht gut für die 53er aus: Vier Spieltage vor Saisonschluss liegt das Team zwei Zähler hinter Spitzenreiter VK Bockenheim auf Platz vier des Zehnerfelds. „Ich wäre schon mit einem Mittelfeldplatz sehr zufrieden. Die Mannschaft kann das schaffen“, glaubt der seit seiner Geburt in Dörnigheim lebenden „Kegelverrückte“.



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