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Sportlerwahl: Ehrenpreis geht an an Kewa Wachenbuchen

Sport

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    Shakehands: Lutz Wagner bedankt sich bei Kewa Wachenbuchens Spielführer Colin Stein für die Fair-Play-Aktion. Der Ex-Bundesliga-Schiedsrichter ist Fair-Play-Botschafter des DFB und des HFV. Foto: Patrick Scheiber

Sport. Untrennbar mit Sport ist auch der Fair-Play-Gedanke verbunden.Um diesen Gedanken zu fördern, gibt es bei der Sportlerehrung des HANAUER ANZEIGER den Ehrenpreis. In diesem Jahr erhielt den Ehrenpreis eine Fußballmannschaft, die auf ungewöhnliche Art auf eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters reagierte.

Artikel vom 17. Januar 2020 - 10:10

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Von Robert Giese

Überreicht wurde der Preis vom langjährigen Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner, der mehrere Hundert Spiele auf höchstem Niveau leitete und inzwischen Fair-Play-Botschafter des DFB sowie Botschafter von Fair Play Hessen, der Sozialstiftung des Hessischen Fußballverbandes ist.

Wagners Herzensangelegenheit ist es, für den Fair-Play-Gedanken Aufmerksamkeit zu wecken und Sportler für ihn zu sensibilisieren. „Fair Play macht den Sport letztendlich aus, und wer dafür sensibilisiert ist, der achtet drei- bis viermal so viel darauf wie ohne Sensibilisierung“, führte Wagner aus – und demonstrierte das den verblüfften Gästen im Saal mit einem kurzen Video.

Fair Play im Amateurbereich oft schwierig

Jedoch gehe es nicht nur darum, entsprechende Situationen zu bemerken, sondern in diesen Momenten auch richtig zu handeln. Gerade beim Amateurfußball, der auch in der Region zuletzt häufiger negativ von sich reden machte, sei es schwierig, den Fair Play-Gedanken voll und ganz zu leben.

Doch dem Preisträger, der Mannschaft von Kewa Wachenbuchen, ist Ende April des vergangenen Jahres ein aufsehenerregendes Positivbeispiel gelungen

Kewa erzielt Tor nach Foul - freuen kann sich keiner

Die Wachenbuchener bestritten ein Auswärtsspiel beim SV Kilianstädten in der Kreisoberliga, beim Stand von 1:1 kam es zur strittigen Szene: Ein langer Ball flog Richtung SVK-Strafraum, deren Keeper seinen Kasten verließ, um zu klären, während gleichzeitig ein Wachenbuchener Spieler ganz auf den Ball fokussiert war und ihn unbedingt noch erreichen wollte.

Dabei traf der Angreifer den gegnerischen Torwart unabsichtlich am Kopf – keine dramatische Szene, aber ein Offensivfoul, da waren sich die Trainer der beiden Teams sofort einig.

Wachenbucher lassen Kilianstädten Ausgleich erzielen

Der Unparteiische sah das anders und ließ weiterspielen. Die Wachenbuchener waren kurz verdutzt, machten dann aber das, was Sportler nun einmal machen wollen, und schossen ein Tor. Proteste von Kilianstädten folgten, ebenso wie Nachfragen beim Schiedsrichter, ob dieser den Treffer nicht zurücknehmen könne.

Da der Unparteiische verneinte, trafen die Kewa-Spieler eine ungewöhnliche Entscheidung und beschlossen, Kilianstädten ohne Gegenwehr den erneuten Ausgleich erzielen zu lassen.

Kreisligastyle: SVK bedankt sich mit Kiste Bier

„Das war wirklich herausragendes Fair Play, und dazu gehört die gesamte Mannschaft“, zeigte sich Wagner begeistert. Ihre Dankbarkeit über das Fair Play drückte Kilianstädten nach Spielende – die turbulente Partie hatte Wachenbuchen noch mit 3:2 gewonnen – aus, indem sie den Gästen eine Kiste Bier hinstellte.

Bei der Sportlerwahl konnte sich der Kreisoberligist nun über 50 weitere Liter Bier freuen, die die Radeberger Gruppe zusätzlich zum Ehrenpreis springen ließ. In der Bewertung der Situation waren sich ohnehin alle Anwesenden einig, SVK-Trainer Holger Wagner hatte sich schon nach Abpfiff begeistert gezeigt: „Das war eine ganz große Geste, so etwas gehört auf den Sportplatz!“, und Wagner schloss sich da auf der Bühne des Weißen Saals an und drückte die Hoffnung aus, „dass wir so ein Verhalten weiter bewahren“.



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