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Darts-WM: Das sagt Nico Kurz zu seinem Sensationserfolg

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    Hochkonzentriert und eiskalt zog Nico Kurz sein Spiel bei seinem Weltmeisterschaftsfdebüt in London durch: Foto. Heiko Lehmann

Darts. Der Nidderauer Nico Kurz hat am am Mittwochabend im Londoner Alexandra Palace eine Sensation geschafft. Der 22-Jährige gewann in der ersten Runde der Darts-Weltmeisterschaft gegen den Engländer James Wilson. Am Freitag  steht er wieder im altehrwürdigen „Ally Pally“ auf der Bühne. Geht sein Märchen weiter?

Artikel vom 20. Dezember 2019 - 05:06

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Von Heiko Lehmann

Die Hände hinter dem Kopf und später in die Hüfte gestemmt und mit einem ungläubigen Grinsen im Gesicht blickte Nico Kurz am vergangenen Mittwochabend von der Bühne im Londoner Alexandra Palace zu seiner Freundin ins Publikum. Im nächsten Moment bracht es aus ihm heraus. Mit geballten Fäusten und einem donnernden „Jaaaaa“ ließ der 22-Jährige seiner Freude freien Lauf.

Außenseiter spielt groß auf

Nico Kurz hat die Sensation geschafft und in der ersten Runde der Darts-Weltmeisterschaft den klar favorisierten James Wilson aus England mit 3:1 Sätzen geschlagen. „Ich weiß auch nicht, was gerade passiert. Ich genieße es einfach nur“, sagte Nico unmittelbar nach seinem grandiosen Erfolg.

76 Punkte hatte der Nidderauer noch Rest, bevor er zum letzten Mal an den Abwurf vor die Scheibe trat. Es sollten drei Pfeile werden, die im Prinzip sein ganzes Spiel erklären. Ohne auch nur den Ansatz von Nervosität warf er den ersten Pfeil in die 20, den zweiten in die 16 und visierte anschließend die Doppel 20 zum entscheidenden Wurf an.

Erfolgsrezept: Nicht nachdenken

Während viele Darts-Profis vor dem letzten Wurf noch einmal einen Schritt zurück gehen um sich noch mehr zu fokussieren, zog Nico Kurz einfach durch. Er ballerte den Pfeil ohne mit der Wimper zu zucken in die Doppel 20 und sorgte dafür, dass das Nidderauer Winter-Darts-Märchen in London noch nicht zu Ende ist. „Ich habe im Prinzip gar nicht nachgedacht und nur mein Spiel gespielt. Es hat sich alles ziemlich gut angefühlt“, erklärte der Industriemechaniker, der von seinem Arbeitgeber für die Weltmeisterschaft Sonderurlaub bekam.

Schon vor dem Spiel wirkte der gebürtige Hanauer keineswegs wie ein 22-Jähriger, der zum ersten Mal auf dem Weg zur größte Darts-Bühne ist. Er schaute ins Publikum, auf die Tribüne und musste anfangen zu lachen. „Ich habe meine Freunde aus der Region Hanau im Publikum gesehen. Die waren richtig gut drauf und dann musste ich lachen. Die hatten bestimmt viel Spaß“, sagte der WM-Debütant, als wäre das Turnier das Normalste der Welt.

Zunächst ausgebuht, dann gefeiert

Die coole Einstellung verlor der 22-Jährige auch nicht, als das Match gegen James Wilson los ging und plötzlich der Großteil der 3000 Zuschauer zu buhen anfing, als Nico Kurz warf. „Ich habe das mitbekommen, aber es hat mich nicht gestört. Ich kann es ja eh nicht ändern.“

Als er dann den ersten Satz mit 3:0 gewann und im zweiten Satz die erste 180 warf, drehte sich die Stimmung und die vielen Engländer im Publikum feuerten plötzlich auch den Deutschen an, der auch den zweiten Satz für sich entschied.

Und es kam noch besser. Als Nico gleich zu Beginn des dritten Satzes acht perfekte Darts abfeuerte, rastete der Ally Pally förmlich aus. Zwar flog der neunte Pfeil zum perfekten Spiel, einem sogenannten Neundarter, knapp an der Doppel 12 vorbei, doch ab dann hatte der Hanuer das Publikum auf seiner Seite.

Jetzt wartet die Nummer 15 der Welt

Der 47-Jährige Wilson konnte zwar den dritten Satz für sich entscheiden, doch im vierten Satz war Nico Kurz wieder zur Stelle und machte den Deckel drauf. Somit steht der junge Mann aus Nidderau in der zweiten Runde und trifft am Freitag (etwa 20.45 Uhr/Sport1 live) auf den an Nummer 15 gesetzten Engländer Joe Cullen.

„Sightseeing in London habe ich schon hinter mir und kann mich jetzt voll auf das Spiel konzentrieren. Ich bin mal gespannt, wie das weiter geht“, sagte Nico Kurz am Mittwochabend nach seinem Erstrunden-Coup.

Nicht weiter geht es für Gabriel Clemens. Der favorisierte Saarländer verlor am Mittwoch in der ersten Runde trotz vier Matchdarts gegen den Holländer Benito van de Pas, der am Freitag direkt nach Nico Kurz auf die deutsche Nummer eins Max Hopp trifft.



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