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Bormanns Manager Rainer Gottwald erwartet Kampf des Jahres

Boxen

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    Sarah Bormann (Mitte) beim Wiegen im Mai gegen Anne Marie da Costa. Manager Rainer Gottwald (links) ist immer an ihrer Seite. Archivfoto: TAP

Boxen. Am Samstag will Weltmeisterin Sarah Bormann gegen die 35-jährige Finnin Lotta Loikkanen ihre drei Weltmeisterschafts-Gürtel bei der „Champions-Night – Die Rückkehr der Gladiatoren in die Manege“ im Karlsruher Weihnachtszirkuszelt verteidigen.

Artikel vom 13. Dezember 2019 - 15:22

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Vor dem zwölften Profikampf der 29-Jährigen aus Nidderau, der am Abend live auf fight24.tv übertragen wird, spricht ihr langjähriger Manager und Förderer Rainer Gottwald von der TS Fight-Sportmanagement GmbH über die Entwicklung Bormanns und die Wichtigkeit des kommenden Fights für die Karriere der Boxerin der TG Hanau – und zieht einen Vergleich zu Regina Halmich.

Herr Gottwald, vor ziemlich genau zwei Jahren ist Sarah Bormann das erste Mal als Profi in den Ring gestiegen. Sie sind seit Anfang an an ihrer Seite. Wie zufrieden sind sie mit ihrer Entwicklung?

„Ich bin mehr als zufrieden. Sarah ist genial. Es gibt in Deutschland drei bis vier Profiboxerinnen, die das Zeug haben, es ganz nach oben zu schaffen. Dazu gehört Sarah sowie Nina Meinke, Sophie Alisch und Nicole Wesner, wobei Letztere bald aufhören wird. Alle haben WM-Titel gewonnen oder tragen noch Gürtel, aber Sarah ist die legitime Nachfolgerin von Regina Halmich und Susi Kentikian. Sie ist von der Leistung noch stärker als Regina und Susi es jemals waren!“

Woran machen sie das fest?

„Sarah hat durch das olympische Boxen mit ihren 121 Amateurkämpfen viel mehr Erfahrung und alleine deshalb schon einiges vorzuweisen. Sie ist bei den Profis ungeschlagen, vereint drei Titel auf sich und steht bei allen Weltverbänden, auch denen der Männer, in den Top-Fünf. Außerdem ist sie Pflichtherausforderin für den IBF-Gürtel. Sie hat die Möglichkeit, alle Weltmeisterinnen zu schlagen.“

Trotz ihrer beeindruckenden Box-Vita genießt Sarah Bormann bei weitem aber nicht die mediale Aufmerksamkeit wie ihre Vorgängerinnen. Woran liegt das?

Das ist leider so. In Deutschland sind die Rahmenbedingungen nicht mehr die gleichen wie früher. Es gibt kein Geld mehr vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Sarah hat noch nie eine richtige Börse bekommen. Das ist traurig. Mit ihren Rekorden und Titeln, ihren Positionierungen in den Weltverbänden wäre sie vor zehn Jahren Millionärin und Werbeträgerin gewesen. Ich hoffe, dass sie bald die Aufmerksamkeit bekommt, die ihr zusteht.“
Dafür wäre ein Sieg am kommenden Samstag umso wichtiger.

„Genau. Sie muss gewinnen. Mit diesem Kampf steht und fällt alles. Nur mit einem Sieg kann sie die Pflichtherausforderung um den IBF-Gürtel wahrnehmen. So gesehen ist aber jeder ihrer Kämpfe immer ein Kampf um Alles oder Nichts.“

Dieses Mal wartet mit der Finnin Lotta Loikkanen eine richtige Herausforderunga uf Sarah Bormann.

„Das wird ihre bis dato stärkste Gegnerin. Beide kennen sich vom olympischen Boxen. Da haben sie sich schon einmal gegenüber gestanden. Damals hatte Sarah knapp gewonnen. Beide haben einen ähnlichen Record, als Profi wie auch im Amateurbereich. Beide sind als Profi ungeschlagen, haben ähnliche Gegnerinnen geboxt.

Außerdem steht sie nur wenige Plätze in der Rangliste hinter Sarah. Für mich ist das der größte Frauenboxkampf in diesem Jahr. Weltweit! Auch wenn es leider nicht so wahrgenommen wird. Beide haben sich sehr gut entwickelt. Das wird ein Kampf auf Augenhöhe bis zur letzten Runde.“

Das Interview führte Oliver Kraus



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