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Ju-Jutsu: Kevin Crichton beendet seine Karriere

Ju-Jutsu

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    Im National-Dress war Kevin Crichton erfolgreich. Foto: PM

Ju-Jutsu. Er ist einer der erfolgreichsten Ju-Jutsu-Kämpfer in der Region: Kevin Crichton hat in seiner Karriere viele Titel erkämpft. Jetzt ist seine Zeit auf der Matte abgelaufen. Bei der Fight Night soll er gebührend verabschiedet werden, auch wenn er selbst nicht in der Orangerie von Schloss Philippsruhe antreten kann. 

Artikel vom 28. November 2019 - 12:01

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Von Sabrina Kwasniok

Zum Ju-Jutsu gekommen ist Kevin Crichton schon als kleiner Junge. Nachdem er zunächst verschiedene Sportarten ausprobiert hat, ist er mit zehn Jahren beim Ju-Jutsu hängen geblieben. Mitunter Schuld daran: Trainer Jens Gottwald. „Nachdem ich bei einem Anfängerlehrgang der Turngemeinde war, meinte Jens: Du bleibst! Und so bin ich beim Ju-Jutsu geblieben“, erzählt der 30-Jährige. „Seitdem hat er mich eigentlich stetig weiter gefordert und immer an mich geglaubt.“

Am Ju-Jutsu begeistert hat ihn die Vielseitigkeit, denn man trainiert mehrere Kombinationen gleichzeitig und der Kampfsport umfasst sowohl viele praktische Aspekte als auch theoretische. „Man kann selbst als Kämpfer seine Strategie auslegen“, erklärt Kevin Crichton. Dennoch brauche man Durchhaltevermögen, den nötigen Willen und ein stetiges Ziel. „Man fängt klein an und arbeitet sich immer weiter hoch.“ 

Entbehrungen als Jugendlicher

Mehrfacher deutscher Meister, Junioren-Weltmeister, zahlreiche Auszeichnungen und viele Titel mehr hat der 30-Jährige in seiner Ju-Jutsu-Karriere erreicht. „Mein größter Erfolg war für mich aber mein Durchhaltevermögen und Willen im Sport und die Kraft, jahrelang meine Gewichtsklasse zu halten. Da gibt es nur einen Monat im Jahr, an dem man mal richtig essen und trinken kann“, beschreibt der Hörsteiner.

Gerade als Jugendlicher war das für Kevin Crichton nicht immer einfach. Dennoch schaffte er es, die 62 Kilogramm über lange Zeit zu halten und zahlreiche Erfolge in dieser Gewichtsklasse einzufahren.

Von der Nationalmannschaft links liegen gelassen

Doch ein Ziel hat Kevin Crichton in seiner Karriere nicht erreicht: Er hat für die Junioren-Nationalmannschaften gekämpft, durfte jedoch nie als Senior zu einer Europa- oder Weltmeisterschaft fahren. Zwar hätte er laut eigenen Aussagen mehrmals das Leistungsvermögen dazu gehabt, wurde von Nationaltrainer Steffen Heckele aber nie endgültig zu einer Meisterschaft mitgenommen.

„Klar war es frustrierend, immer wieder vertröstet zu werden, doch mit der Zeit hat man es verstanden und notgedrungen akzeptiert“, sagt der Hanauer immer noch ein wenig wehmütig. Dennoch war er bei jeder EM und WM als Partner und Unterstützer mit dabei. Der Frust aber blieb.

Heckele selbst sagt, dass es nach seinen Maßstäben leider immer einen besseren Sportler in seinem Kader für die Europa- oder Weltmeisterschaften gab. Er bedauere das Karriereende von Kevin Crichton: „Er war ein klasse Sportler, der viel erreicht hat. Und immerhin ist er zweimal Juniorenweltmeister geworden.“

Frustrierter Crichton nimmt sich Auszeit

2014 folgte aufgrund des gebliebenen Frusts eine einjährige Pause des Sportlers. „Ich bin auf die Matte gegangen und hatte einfach keinen Bock. Man hat keinen weiteren Erfolg gesehen. Daher habe ich mich für eine Auszeit entschieden“, erklärt Kevin Crichton sein Handeln.

Dennoch ist der Kontakt zum Sport, aber vor allem zu Trainer Jens Gottwald nie abgebrochen. „Jens hat mich wieder aufgebaut und mir die Augen geöffnet“, gesteht er. Klar seinen andere Sportler vielleicht erfolgreicher als Kevin Crichton gewesen, aber viel größer sei die Zahl derer, die nie das erreichen, was er erreicht hat, so Gottwald. 

Knieverletzung ein Grund für Karriereende

Nach der Rückkehr gab es noch weitere Erfolge für Crichton im 69-Kilo-Bereich – eine Nominierung zur EM blieb wieder aus – denn 62 Kilogramm war die Gewichtsklasse, die Crichton am meisten lag, wie er selbst sagt. Somit entschied sich der Kämpfer dazu, seine Karriere noch in diesem Jahr zu beenden. „Die Frustration kam zurück und ich wollte einfach mal was anderes machen“, erklärt der Sportler. „Ich werde dem Sport immer treu bleiben, aber jetzt bin ich 30 und auf der Suche nach etwas neuem“, so Crichton, der sich außerdem schwerer am Knie verletzte.

Er ist auch weiterhin als Kindertrainer und im Verein des KSC tätig und schließt auch nicht aus, kleine Kämpfe zum Beispiel im Judo zu bestreiten. „Ich gehe zwar mit einem weinenden Auge, aber vielmehr auch mit einem lachenden“, sagt Crichton, der sich auf die Fight Night freut um sich von seinem Sport und seinen Weggefährten gebührend zu verabschieden.

 

Karten für die Fight Night am 7. Dezember
Der Vorverkauf für die Fight Night am Samstag, 7. Dezember, hat bereits begonnen. Die Eintrittspreise zur „Ju-Jutsu Fight Night“ beginnen ab sieben Euro. Pro Karte kommen zwei Euro der Nachwuchs- und Leistungssportförderung der Sportstiftung Hessen zu Gute. Die Kämpfe beginnen um 19 Uhr, Einlass in die Orangerie ist bereits eine Stunde früher. Weitere Informationen gibt es montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr bei der CuBE GmbH unter Telefon 0 61 81/52 05 20 oder per E-Mail an info@cultureclub-hanau.de. Karten können über die Homepage der Veranstaltung erworben werden.
fightnight-hanau.de


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