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500 Aktive zeigen bei TGH-Sportschau ihr Können

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    Mitunter spektakulär ging es in der August-Schärttner-Halle zu. Foto: Roland Adrian

Sport. 500 Sportler haben am Sonntagabend bei der diesjährigen Sportschau der Turngemeinde Hanau präsentiert, was sie in ihrer Sportart gelernt haben. Die August-Schärttner-Halle war voll besetzt mit gespannt wartenden Familienmitgliedern und Freunden der Sportler, die ihre Liebsten teilweise zum ersten Mal auftreten sahen.

Artikel vom 18. November 2019 - 11:34

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Von Jasmin Jakob

Denn die jüngsten Sportler waren gerade mal zweieinhalb, die ältesten über 80 Jahre alt. Und in diesem Jahr bahnten sich Höhenflüge an, denn knapp ein Viertel der Show drehte sich ums Springen. „Das ist in diesem Jahr sehr in“, verriet Rüdiger Arlt, der Präsident der TGH, der am gestrigen Abend als Moderator durch das Programm führte.

Aerobic-Kinder haben sich seit Wochen vorbereitet

Nach einem eindrucksvollen Auftakt, bei dem Turner, Rope-Skipper und Tänzer mit bunten Tüchern zu fetziger Musik und Schwarzlicht die Stimmung anheizten, zeigten die integrative Sportgruppe „Fit und Fun für alle“ und die Allerkleinsten in den Bereichen Aerobic, Gymnastik und Turnen, wie Spaß und Freude am Sport aussehen kann. 
Gleich als zweite Gruppe moderierte Arlt die Aerobic-Kinder an: „Allen, die den HANAUER ANZEIGER gelesen haben, dürften sie bekannt sein."

Seit dem Ende der Sommerferien hatten sie sich mit ihrer Trainerin Yeli Keppke auf die Sportschau vorbereitet und die Masken für ihre Verkleidungen gebastelt. Die Aerobic-Kids tanzten als Katzen, Mäuse, Giraffen und Tiger verkleidet zu „Immer in Bewegung“ von Volker Rosin, galoppierten wie Pferde, flogen wie Adler und sprangen wie Frösche. Dabei merkte man ihnen gar nicht an, wie aufgeregt, sie zuvor waren.

Stolze Eltern, glückliche Kinder

Die drei Freundinnen Selena (7), Derin (6) und Jamilia (7) sind zum ersten Mal vor so einem großen Publikum aufgetreten und haben sogar morgens zu Hause extra noch geprobt, verriet Derins Mutter Adile Erdogan. „Wir durften aber noch nicht zusehen.“ Nach dem Auftritt war sie sehr stolz auf ihre Tochter. „Es ist toll, auch mal die Resultate zu sehen. Sonst stehen wir ja immer vor verschlossenen Türen.“ Auch die drei Freundinnen waren sehr
erleichtert, dass alles geklappt hat. „Es hat riesig viel Spaß gemacht“, sagten sie strahlend.

Nach ihnen traten die zweieinhalb- bis dreijährigen Turner auf, die mutig zu Rampen aufgetürmte Bänke hinabbalancierten, diese teilweise sogar bäuchlings herunterrutschten und am Ende einen Purzelbaum auf die Matte machten. Äußerst elegant und schon mit sehr viel Körperbeherrschung trat danach eine Gruppe Mädchen auf, in schwarzen Turnanzügen, mit bunten Schleifen im Haar, die tänzerische Gymnastik mit pinken Bällen vorführten. Das war gar nicht so einfach, denn den Kleinsten haute ab und an der Ball ab, und sie mussten ihn wieder einfangen. Auch der TGH-Präsident zeigte sich begeistert: „Ich bekomme immer Gänsehaut, wenn unsere Jüngsten ihre Vorführungen präsentieren“, sagte er nach den Showeinlagen der Allerkleinsten.

Ältere Generation beweist Ausdauer

Daraufhin zeigten ältere Mädchen im Turnen ein beeindruckendes Repertoire an Übungen rund um den Barren, den Schwebebalken, das Reck sowie auf der Matte. Nach diesem recht wuseligen Start der Sportschau brachte die Gruppe „Indian Balance“ mit ihren meditativen Stabilitätsübungen zu Entspannungsmusik etwas Ruhe in das Turnhallenrund. Gemächlich schien es auch mit der Gruppe der über 50-Jährigen weiterzugehen: Selbstironisch setzte sich ein Teil der Gruppe mit bunten Tüchern auf Holzschemel und begann zur Musik ganz langsam das Tuch mit den Armen im Rhythmus der Musik zu bewegen.

So wie man sich Ertüchtigungsübungen für Senioren vorstellt. Plötzlich wich die ruhige Musik jedoch einem flotten Rock'n'Roll-Sound. Die Tänzer schoben energisch die Hocker zur Seite, ließen die Hüften kreisen und bewiesen ein flottes Tanzbein. Dabei wirkten sie so jugendlich und fit, dass die über 80 Jahre alten Tänzer in der Gruppe gar nicht auffielen. Im Gegenteil: Sie schienen kaum aus der Puste gekommen zu sein.  Beeindruckend war auch eine freie Choreografie von Mädchen unter acht Jahren, die in schwarzen Kleidchen ebenfalls rhythmisch mit Bällen tanzten und bei der bereits die Kleinsten einen Handstand beherrschten. Die älteren unter ihnen hatten pinke Turnanzüge an und zeigten Kunststücke rund um den Reifen.

Cheerleader lassen es krachen

Vor der Pause fieberte das Publikum dem ersten Höhepunkt der Show entgegen: „Jetzt kommen die Cheerleader, jetzt wird's spannend“, hörte man vereinzelt Mädchen im Publikum sagen. Nebelmaschine sprühten ihren Dunst auf die Bühne, und etwa 35 Cheerleaderinnen aus drei verschiedenen Gruppen traten zu Helene Fischers „Herzbeben“ vor die Zuschauerreihen. Sie zeigten neben ihrem akrobatischen Tanz mehrere menschliche Pyramiden. Eine davon war sogar dreistöckig. Als einzelne Mädchen aus einer Hebefigur heraus in die Luft geworfen wurden, hielt das Publikum den Atem an. Und danach hörte man das eine oder andere Mädchen im Publikum sagen: „Mama, das will ich auch machen!“ 

Nach der Pause ging es mit viel Kampfeifer in die zweite Hälfte der Sportschau. In einem Boxring, der aus Cheerleaderinnen geformt war: In ihrer Mitte zeigte nämlich die amtierende Box-Weltmeisterin im Halbfliegengewicht, Sarah Bormann, mit ihrem Trainer Benjamin Romero, dass selbst dieser ihre wahnsinnig schnellen Schläge nur mit der größten Konzentration abfangen kann. Danach boxten zwei Männer in einer Schlagabtausch-Choreografie, ohne einander zu verletzen. 

Kampfsport verbunden mit Tanz

Anschließend führte eine gemischte Gruppe, in schwarz gekleideter und mit verschiedenfarbigen Gürteln versehen, die Techniken der Kampfsportart Hapkido vor.  Daher war der Kontrast zu den Fechtern besonders groß, die ganz in weiß im Schwarzlicht auftraten. Sie bewiesen zunächst in einer Reihe aufgestellt, ihre Haltung und blitzschnelle Hiebe, danach im Zweikampf. Wie man Kampfsport auch tanzen kann, zeigte eine Aroha-Gruppe zu indianisch anmutenden Klängen, ebenfalls ganz in schwarz gekleidet. Knallbunt und energiegeladen trat danach die erwachsene Aerobicgruppe auf. 

Im letzten Viertel der Sportschau drehte sich alles ums Springen. Gäste der Tanzschule Berné beeindruckten mit einer flott gesprungenen Jump-Style-Tanzeinlage, mit der sie an den deutschen Meisterschaften teilgenommen hatten. Darauf folgten die beeindruckenden Rope-Skipping-Vorführungen der Jumping Swans. Zum Schluss wurde eine absolute Trendsportart vorgestellt, die seit April auch in das Programm des TGH aufgenommen wurde: Der Power--Workout namens „Jumping“. Aus einer Gruppe von neun Frauen sprang jede auf ihrem Trampolin eine anspruchsvolle Choreografie. 



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