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Streit mit der Fia: Habermanns haben die Schnauze voll

Langenselbold

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    Bleiben in der Garage: Die Dragster des Selbolder Rennstalls Werner Habermann Racing starten in diesem Jahr nur bei zwei Rennen. Foto: Privat

Motorsport. Das ist ein Paukenschlag in der Dragster-Szene! Der so erfolgreiche Rennstall Werner Habermann Racing aus Langenselbold verzichtet in diesem Jahr auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft.

Artikel vom 24. Mai 2019 - 21:32

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Die Brüder Dennis und Timo, die seit 2009 fünfmal den EM-Pokal in die Gründaustadt brachten, holten in ihrem Facebook-Statement zum Rundumschlag gegen die Fia (Fédération Internationale de l’Automobile) aus.

„Eigentlich wäre diese Woche der Zeitpunkt, in der wir mit vollem Enthusiasmus und Vorfreude nach Santa Pod aufs Main Event fahren würden“, beginnt die Stellungnahme. Doch auf der Startliste fehlen beide Dragster aus Selbold. Auch in Schweden und Finnland werden die Habermänner nicht dabei sein.

Damit sind die Habermanns nicht einverstanden

„Wir haben lange kontrovers diskutiert, mit der gesamten Teamleitung und der Familie“, deutet Teamchef Werner Habermann an, dass es keine einfache Entscheidung gewesen sei. Die Doppeleuropameister von 2017 und 2018 werden in dieser Saison nur in Hockenheim und bei den Finals in Santa Pod antreten.

„Letztes Jahr gab es hinter den Kulissen von Seiten der Organisatoren und der Fia Dinge, die so demotivierend sind, dass sogar bei uns die Motivation in den Keller geht und man sich die Frage stellt: Warum tun wir uns das noch an?”, so der amtierende Europameister Dennis Habermann.


Der Rennstall wird in seinem Statement konkret: „Wir als Team und somit auch die Fahrer bekamen Strafen, die von Seiten der Fia nie jemand bewiesen hat.“ In Hockenheim habe Habermann Racing 500 Euro Strafe aufgebrummt bekommen, weil Teamchef Werner Habermann im Startbereich auf einen Ölfleck hinwiesen habe. „Ersatzweise hätte man Timo zwei Rennen ausgeschlossen“, heißt es weiter.

„Direkt nach dem Halbfinallauf von Timo bedankte sich die Startcrew sogar noch bei uns, dass auf dieses Sicherheitsrisiko aufmerksam gemacht wurde. Was taten die Fia und ihr Renndirektor Tapio Väljä? Der stürmte vor dem Finale in unseren Trailer, stellte Werner, Dennis und Timo zur Rede und beschuldigte Werner der Behinderung der Streckenposten. Er weigerte sich, überhaupt mit der Startcrew zu sprechen“, ärgern sich die Langenselbolder, die die Geldstrafe schließlich unter Protest zahlten.

Nicht das einzige Ärgernis

Dieser Vorfall war jedoch nicht das einzige Ärgernis. „Die für uns Sportler noch viel demotivierendere Geschichte ist aber, dass der Fia-Europameisterschaftspokal nicht einmal persönlich übergeben wird. 2015 und 2017 hat ihn der Paketbote uns einfach vor die Haustür gestellt. Letztes Jahr bekam Dennis den Pokal nur durch sehr große Unterstützung durch die Speedgroup bei deren Jahresendfeier überreicht.“

„Klar wäre es das Ziel gewesen, diese unglaubliche Saison von 2018 mit sechs Rennen und sechs Siegen gleich nochmals zu bestätigen. Da willst du sofort wieder ins Auto springen und die eigenen Rekorde angreifen. Dafür machen wir den Sport ja“, bedauert Dennis Habermann, der auch HANAUER Sportler des Jahres 2018 wurde, die Entscheidung.

Zwei besondere Rennen

„Das ganze Thema Fia kostete viel Nerven, Zeit und Geld. Insbesondere noch dann, wenn das Nenngeld immer teurer wird und das Preisgeld beim Niveau der 1990er bleibt“, schimpft Timo Habermann, der aber auch noch einige schönere Gründe liefert, warum der Rennstall kürzer tritt: „Es passieren bei uns und im Team diesen Sommer so viele Dinge: Einschulungen, Kindergarten, es wird gebaut, manche machen eine größere Reise.“

An zwei Rennen wird der Habermann-Rennstall dennoch teilnehmen und verspricht: „Natürlich werden die zwei Rennen, die wir bestreiten werden, nicht zum reinen Testen für 2020 benutzt. Wenn wir uns entschließen, an einem Rennen teilzunehmen, dann wollen wir es auch gewinnen. tj



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