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Hanauer Fanclub-Mitglied live bei Bayern Münchens Meisterfeier

München/Hanau

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    Historischer Moment: Der FC-Bayern-Fanclub "Bavaria Hanau" um André Eyrich ist gerade mal ein Jahr alt und darf bereits die erste Meisterfeier live im Stadion begehen. Foto: Claus Höfling

Fußball. Als Arjen Robben, Franck Ribéry und Rafinha die silberne Schale in den südbayerischen Konfettihimmel heben, ist es die 29. Meisterschaft für den FC Bayern München. Aber es ist auf eine bestimmte Art die erste Münchner Meisterschaft für das hessische Hanau. Was steckt dahinter?

Artikel vom 19. Mai 2019 - 17:02

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Von Claus Höfling

Die Geschichte beginnt mit der Niederlage der Bayern im Pokalfinale vor einem Jahr, erinnert sich André Eyrich: „Wir, einige Hanauer Bayern-Fans, mussten uns von unseren Frankfurter Freunden einiges anhören. Da beschlossen wir, das schneller umzusetzen, was wir schon länger vorhatten. Den ersten offiziellen FC-Bayern-Fanclub in Hanau gründen!“ Schnell fanden sich etwa 30 Hessen mit bayerisch klopfendem Fußballherz. Am 13. Juni 2018 folgte die Gründung von „Bavaria Hanau“.

Eyrichs Liebe zum FC Bayern entflammte rund um den UEFA-Pokal-Sieg 1996: „Vorher war Matthäus schon ein Idol, dann mochte ich Spieler wie Klinsmann, Rizzitelli oder Hamann“. Doch für den Kaufmann im Außenhandel, bei seiner Arbeit in Frankfurt nur von Eintracht-Fans umgeben, sollte die Premierensaison mitunter holprig werden, was die Zuneigung zum Lieblingsklub betrifft.

„Die Südkurve hat zu Recht Banner gezeigt und steht zu Kovac"

Erst sorgt die legendäre Pressekonferenz – Stichwort „Menschenwürde“ – für Unmut. Dann die zugelassene Unsicherheit rund um die Weiterbeschäftigung von Trainer Nico Kovac: „Meiner Meinung nach waren die Interviews von Rummenigge und Salihamidzic dazu schwach und unnötig. Aber auch die Presse selbst hat viel dazu beigetragen und Kovac fast schon wie eine Sau durchs Dorf gejagt. Er ist für mich ein Top-Trainer, nicht nur fachlich, sondern auch menschlich.“ Übrigens: Den bemerkenswertesten Satz des Tages zur Kovac-Diskussion lieferte wohl Bayern-Kapitän Manuel Neuer: „Auch Pep Guardiola hat mit uns nicht die Champions League gewonnen!“

Die Sprechchöre für Kovac im Stadion und zahlreiche Banner wie „Bayern Familie wird gepredigt, aber nicht mehr gelebt“ waren Spielern wie Mats Hummels nicht entgangen: „Einer der vielen schönen Momente heute. Schönes Zeichen der Fans für ihn. Ich glaube, wenn man sowas zurückkriegt, dann ist es die Strapazen als Trainer auf jeden Fall wert.“ Auch für André Eyrich sind das Statements in seinem Sinne: „Die Südkurve hat zu Recht Banner gezeigt und steht zu Kovac. Das sollte auch in die Köpfe des Vorstands rein und es wird Zeit, Spieler, die nicht alles geben, auszusortieren.“

„Es war bombastisch, das Stadion stand Kopf"

Alles gegeben haben immer die schon vor dem Spiel gefeierten Robben, Ribery und Rafinha. Das 5:1 gegen überforderte Hessen (Trainer Adi Hütter: „Bayern war zwei Klassen besser“) geriet zur Abschiedsparty von „Robbery“, bei der nebenbei noch eine silberne Salatschüssel übergeben wurde.

Der Franzose weinte nach dem Spiel, der Holländer rang schon beim Aufwärmen um Fassung, als die Szene seines entscheidenden Tores zum Triple im Wembley Stadion von der Videoscreen lief. Auf der Tribüne verfolgte begeistert der Vertreter von „Bavaria Hanau“ die von Toren gekrönte Abschiedsshow.

Auch für den zweifachen Familienvater, der immerhin den Pokalsieg 2016 gegen Dortmund live erlebte, etwas Besonderes: „Es war bombastisch, das Stadion stand Kopf. Es sind zwei absolute Weltklasse Spieler abgetreten und ich wünsche mir, dass sie in irgendeiner Form wieder zurückkommen werden. Auf jeden Fall hinterlassen sie eine große Lücke.“

Erster Meistertitel als Fanclubmitglied

André Eyrich bringt also „seinen“ ersten Meistertitel als Fanclubmitglied nach Hessen. Doch es soll schon nächsten Samstag die nächste Trophäe folgen, wenn sich acht bajuwarische Hanauer auf den Weg nach Berlin zum Duell mit RB Leipzig machen: „Ich bin davon überzeugt, dass wir den DFB-Pokal auch gewinnen werden, denn das Team brennt und wird nochmal alles reinhauen. Mit dem Double kann man von einer tollen Saison reden und mit einer Eins benoten.“

Wenn sich Hessen treffen und einen Bayern-Fanclub gründen, ist das im Umfeld oft ein Spießrutenlauf. Aber sie haben auf jeden Fall in einem Aspekt richtig entschieden: Von Titel-Endspielen mit Konfettiregen, über weinende Weltklassespieler, bis zu peinlichen Schlagzeilen rund um den „FC Hollywood“ – langweilig wird es bei „Bavaria Hanau“ mit Sicherheit niemals werden.



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