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Mittelbuchener Filiale ist ein Problemfall - Post sucht Lösung

Hanau

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    Die Parkplatzsituation und die Öffnungszeiten der Postfiliale werden im Stadtteil bemängelt.  Foto: Reinhard Paul

Mittelbuchen. Gut zu Fuß sein muss, wer die Postfiliale in Mittelbuchen besucht. Dort, an der Lützelbuchener Straße 2, müssen Kunden zunächst zwei Stufen überwinden, bevor sie eine Eingangstür passieren. Dahinterwarten fünf weitere Stufen, bevor man schließlich in den Schalterraum gelangt – Barrierefreiheit geht anders.

Artikel vom 14. Februar 2020 - 09:47

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Von Kerstin Biehl

Das ist leider nicht das einzige Manko der Filiale, die sich an der Durchgangsstraße des Stadtteils befindet. Denn: Es gibt keine Parkplätze. Mal schnell mit dem Auto zur Post fahren, um einen Brief aufzugeben, geht in Mittelbuchen nicht.

Generell ist es gar nicht so einfach, überhaupt dort bedient zu werden. Meist steht man nämlich vor verschlossener Tür. Das ist den Öffnungszeiten geschuldet, die – zumindest für die berufstätige Bevölkerung – ziemlich unvorteilhaft sind. 

Problematische Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag und Samstag hat man ganze zwei Stunden Zeit, seine Postgeschäfte zu erledigen. Nämlich von neun bis elf Uhr vormittags. Also dann, wenn ein Großteil der Bevölkerung auf der Arbeit ist. Freitags tut sich am Nachmittag die Chance eines Besuchs auf, ebenfalls für zwei Stunden, dann von 16 bis 18 Uhr. „Unmöglich“, sagen viele Mittelbuchener. Und: „Auf der Post in Mittelbuchen war ich noch nie, die ist ja immer zu.“

Doch wie kann es sein, dass eine solch wichtige Einrichtung derart schwer und ungünstig erreichbar ist? Wir haben direkt bei der Post nachgefragt. Geantwortet hat Stefan Heß, Pressesprecher der Pressestelle Frankfurt der Deutschen Post DHL Group. Selbstverständlich, lässt Heß in seiner E-Mail Antwort wissen, sei ein ebenerdiger Zugang für die Post ein wichtiges Kriterium bei der Einrichtung neuer Postfilialen. Der überwiegende Teil aller Filialen verfüge demnach über barrierefreie Zugänge. Allerdings sei ein ebenerdiger Zugang leider nicht überall realisierbar.

Suche gestaltet sich schwierig

„So wie in Mittelbuchen, wo wir, mangels geeignetem Partner, die Filiale in eigener Regie betreiben, um vor Ort überhaupt einen stationären Postservice anbieten zu können“, teilt die Post mit und macht deutlich: „Für uns ist die Filiale in der Lützelbucher Straße 2 daher auch eine Übergangslösung. Primäres Ziel für Mittelbuchen bleibt die Gewinnung eines Filialpartners, mit dem wir eine langfristig angelegte Kooperation anstreben und der künftig namens und im Auftrag unseres Unternehmens Postleistungen in seinem Geschäft anbieten soll.“

Allerdings gestalte sich die Suche nach einem geeigneten Filialpartner bislang schwierig, sodass noch keine Lösung kommuniziert werden könne. 

Ortsbeirat ist involviert

Von dem Parkplatzproblem wisse die Post nichts. „Offenbar können Postkunden an der Straße vor der Filiale parken, sodass dies – bislang jedenfalls – kein Problem gewesen ist“, schreibt der Post-Pressesprecher. In der Realität stellt sich die Lage anders dar. Parkplätze gibt es an dieser Stelle der Lützelbuchener Straße keine. Hier ist absolutes Halteverbot.

Die Causa Postfiliale treibt nun auch den Ortsbeirat auf den Plan. In seiner Sitzung am Mittwochabend verabschiedete der Ortsbeirat einen Antrag der Sozialdemokraten, der den Magistrat bittet zu veranlassen, in der Wassergartenstraße, an deren Ecke die Postfiliale grenzt, während der Öffnungszeiten drei Parkplätze für Postkunden auszuweisen. 

Barrierefreiheit müsse gewährleistet werden

Diese Parkplätze seien derzeit meist durch Dauerparker belegt. In zumutbarer Laufnähe gebe es keine Alternativen, heißt es in der Beschlussbegründung. Postkunden stellten sich dann verkehrswidrig ins absolute Halteverbot auf der Lützelbuchener Straße direkt vor die Filiale. Der Durchgangsverkehr sei dadurch blockiert.

Barrierefreiheit Fehlanzeige: Wer in Mittelbuchen zur Post möchte, muss nicht nur viele Stufen überwinden. Foto: Reinhard Paul

Auch in Sachen barrierefreier Zugang unternimmt der Ortsbeirat einen Vorstoß und bittet den Magistrat darum, mit der Post Kontakt aufzunehmen, um zu prüfen, ob ein barrierefreier Zugang geschaffen werden kann. Denn zwei plus fünf Stufen sind weder für Rollstuhlfahrer noch für Menschen mit Rollator oder Eltern mit Kinderwagen zu bewältigen. „Allerorten wird mit der Barrierefreiheit von Servicestellen geworben und Zugänge zu Geschäftsräumen werden barrierefrei umgestaltet“, heißt es in dem Beschluss der SPD. Dies sei auch für die Post in Mittelbuchen wichtig. Möglicherweise eigne sich der Hintereingang des Gebäudes zum Installieren einer Rampe, so der Vorschlag des Ortsbeirats.

Langfristige Kooperation werde angestrebt

Die Frage ist, ob dieser Aufwand überhaupt betrieben werden muss. Denn, so teilt die Pressestelle der Post auf erneute Nachfrage mit, handle es sich bei der Postfiliale in Mittelbuchen „um eine Interimslösung“. Auch die eingeschränkten Öffnungszeiten der Filiale hingen unmittelbar damit zusammen. „Nur in Kooperation mit einem Filialpartner ist es uns wirtschaftlich möglich, die attraktiven Öffnungszeiten des Einzelhandels anbieten zu können“, so der Post-Pressesprecher. „Wir suchen in Mittelbuchen momentan einen Filialpartner für eine langfristig angelegte Kooperation.“



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