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Dennis Kailing zeigt im Kinopolis Film über seine Weltumrundung

Hanau

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    Traumfabrik: Der Protagonist seines eigenen Films, der am Montag im Kinopolis gezeigt wird, machte auf seiner Reise durch die USA auch in Hollywood Station. Foto: Privat

Hanau. Dass sich auch größere Distanzen mit dem Drahtesel überbrücken lassen, stellte Dennis Kailing unter Beweis, der mit seinem Fahrrad einmal um die Welt fuhr. Die Dokumentation seiner Reise ist am Montagabend im Kinopolis zu sehen.
 

Artikel vom 08. Februar 2020 - 09:00

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Von Per Bergmann

„Besser Welt als Nie“, dachte sich der heute 29-jährige Dennis Kailing aus Gelnhausen, als er 2015 auf sein Fahrrad stieg, um die Welt zu umrunden. „Wir sehen uns – in zweieinhalb Jahren oder so“, verabschiedete sich Kailing damals von seinen Eltern. 

Mit einer gehörigen Portion Neugierde, Fernweh und der „Frage, was einen glücklich macht“, sprang der damals 24-Jährige auf sein Fahrrad und fuhr los – immer Richtung Osten.

Tosender Applaus bei der Heimkehr

Rund 40 000 Kilometer kommen einer Weltumrundung gleich, es ist die Länge des Äquators. Kailing legte am Ende sogar 43 600 Kilometer zurück. In 761 Tagen fuhr er durch 41 Länder: Von Deutschland nach Indonesien, nach Australien, nach Amerika, Brasilien und von dort aus zurück über den großen Teich nach Marokko, nach Spanien und wieder nach Gelnhausen.

In seiner Heimat wurde er unter tosendem Applaus, begleitet von lokalen Fernsehteams, von seinen Freunden und der Familie wieder in Empfang genommen.

Reise begann alleine

Was der junge Mann auf seiner über zwei Jahre dauernden Odyssee erlebte, hat er in einem spannenden, sehr persönlichen Dokumentarfilm sowie in einem Buch festgehalten. „Besser Welt als Nie“, ein Film über Freiheit, Begegnungen und die Sprache des Lächelns. Ab dem 13. Februar ist Kailing mit seinem Streifen auf Kinotour durch Deutschland und Österreich unterwegs. Das Hanauer Publikum darf sich jedoch auf eine exklusive Preview-Vorstellung am Montag, 10. Februar, im Kinopolis freuen, bei der der Protagonist Rede und Antwort steht.

Kailing begann seine Reise alleine, schließlich gilt gerade das Alleine-Reisen als besonders persönlichkeitsfördernd. Doch statt Einsamkeit lernte er in allen Teilen der Erde nette, offene Menschen kennen, die ihn unterstützten, verpflegten oder ihm einen Platz zum Schlafen anboten. So wurde das Zelt schon mal für eine Nacht gegen das Büro eines Bürgermeisters in der Türkei getauscht, um nur eine klitzekleine Anekdote seiner Reise zu erzählen.

Zwei Jahre Zeit für die Postproduktion

Ob der türkische Rathauschef davon überhaupt wusste, verrät der Film nicht. „Viele Stories fanden nur im Buch Platz“, erklärt Kailing. Den Film macht das nicht weniger interessant. Mit einer Spiegelreflex-, einer Actionkamera und einer Drohne fing er insgesamt 73 Stunden Videomaterial ein. Die Bilder liefern eben das, was unsere Welt bereit hält: Spannende Begegnungen mit Mensch und Tier, beeindruckende Naturschauspiele bis hin zum urbanen Leben beispielsweise in Los Angeles.

Begleitung für ein Stück des Weges: In Osttimor lernte der damals 24-Jährige, eines der schönsten Länder der Welt ist und dass ein Lächeln viele Türen öffnet. Foto: Privat

Für die Postproduktion ließ sich Kailing rund zwei Jahre Zeit. In Berlin, Gelnhausen und Mexiko, wo er während seiner Reise neue Freunde fand, schnitt er das gesammelte Material zu einem 111 Minuten langen Film zusammen. Professionelle Unterstützung bekam er von Freunden, die er während seines Studiums in Berlin kennengelernt hatte. Bei der Finanzierung half die hessische Filmförderung und ein eigenes Crowdfunding.

Offenheit für fremde Kulturen

Während er früher „nur im Sommer“ Fahrrad gefahren sei, steige er heute deutlich öfter auf sein Zweirad. „Gerade in Städten bringt es viele Vorteile mit sich.“ Obwohl seine Reise reichlich Anlass für politische Statements geboten hätte, bleibt Kailings Plädoyer für eine Förderung des Fahrradverkehrs die einzige politische Stellungnahme. „Da stehe ich zu 100 Prozent dahinter.“

Sein Film stellt nicht nur den Mut und das besondere Durchhaltevermögen des ehemaligen Basketballspielers sowie seine Offenheit für fremde Kulturen unter Beweis, sondern auch sein filmisches Talent. Gleichzeitig liefert die Doku deutlich mehr Erkenntnisse als jene, dass eine Kugel Eis in Frankreich so viel kostet wie 43 Schüsseln Nudeln in Myanmar, dass Timor-Leste beziehungsweise Osttimor eines der schönsten Länder der Welt ist und dass ein Lächeln viele Türen öffnet.

Filmvorführung am 10. Februar

Das Fernweh habe den jungen Regisseur nach seiner Rückkehr relativ schnell wieder gepackt. „Wenn ich von meiner Reise erzähle, möchte ich eigentlich direkt wieder losfahren“, gibt er zu. Zunächst freut er sich jedoch auf seine Kinotour durch Deutschland und Österreich.

 

Kino-Preview

Am Montag, 10. Februar, um 19.30 Uhr, macht Kailing mit seinem Film Halt im Kinopolis Hanau, Am Steinheimer Tor 17. Wer etwas Fernweh hat, aber gerade keine Zeit, die Erde mit dem Fahrrad zu umrunden, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. ›› besserweltalsnie.de


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