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Claus Wörn und Helge Messner leiten temporär die Hola

Hanau

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    Trotz Mehrbelastung mit Spaß bei der Arbeit: Der kommissarische Leiter der Hohen Landesschule Claus Wörn (rechts) pendelt derzeit viel. Ist er an seiner eigentlichen Schule, dem Albert-Einstein-Gymnasium in Bischofsheim, hält an der Hola sein Stellvertreter Helge Messner die Stellung. Foto: David Scheck

Hanau/Maintal. Leiter oder Leiterin einer weiterführenden Schule zu sein, stellt man sich als Außenstehender allein schon als einen Vollzeitjob mit reichlich Überstunden vor. Wie muss es dann erst sein, zwei weiterführende Schulen gleichzeitig zu leiten? Die Antwort darauf kann Claus Wörn geben.

Artikel vom 06. Februar 2020 - 09:27

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Von David Scheck

Wörn ist nicht nur seit 2013 Leiter des Albert-Einstein-Gymnasiums in Maintal, sondern führt seit September vergangenen Jahres auch kommissarisch die Hohe Landesschule (Hola) Hanau. Wie macht er das?

Dass Wörn im Laufe eines Arbeitstages wahrscheinlich wenig Leerlauf hat, merkt man schon bei der Vorbereitung des Gesprächs, das in der Hola am Alten Rückinger Weg stattfinden soll: Den Termin muss der kommissarische Leiter kurzfristig um eineinhalb Stunden verschieben – etwas Wichtiges an seiner „Heimatschule“ im Maintaler Stadtteil Bischofsheim ist dazwischengekommen. Doch dann sitzen sie schließlich im Büro des „Direx“, Claus Wörn und sein Stellvertreter, Helge Messner.

Wörn übernahm schon einmal eine kommissarische Schulleitung

Überraschend sei die Personalrochade für die Beteiligten im vergangenen Jahr gekommen – der Wechsel der Hola-Leiterin Sabine Schaetzke ins Staatliche Schulamt einerseits, die Anfrage an Claus Wörn, die Leitung kommissarisch zu übernehmen, andererseits. Schaetzkes Berufung hatte 2015 eine 400 Jahre alte Tradition beendet, mit ihr wurde die Führung der Hola erstmals in ihrer Geschichte weiblich. Im September, nach nur rund vier Jahren, war Schluss, Schaetzke verabschiedete sich ins Staatliche Schulamt.

Dass es bei der Suche nach einer Übergangslösung ausgerechnet Wörn traf, hat vielleicht auch damit zu tun, dass er schon einmal ein Kommissariat – so heißt es tatsächlich – übernommen hatte: im Schuljahr 2018/2019 an der Otto-Hahn-Schule. Fiel ihm die Entscheidung leicht? „Ich habe nicht gleich zugesagt“, sagt Wörn auf diese Frage. Schließlich habe er mit der „Einstein“ eine Schule, „die mich zu 120 Prozent braucht“. Bei einer Leitung zweier Schulen sei klar, dass Lücken entstünden. Hatte er eine Wahl? Bei dieser Frage erinnert der 57-Jährige diplomatisch daran, dass er als Beamter im Staatsdienst auch eine Verpflichtung gegenüber seinen Vorgesetzten habe. Eine 65-Stunden-Woche hat er allerdings auch.

Für Messner wäre die Leitung zu früh gekommen

Aber Wörn sieht auch positive Aspekte: Er habe ein starkes Team an der Hola vorgefunden, die Zusammenarbeit mit seinem Stellvertreter Messner, den Studien- und Fachbereichsleitern sowie dem Personalrat funktioniere prima. Das erleichtere ihm die Führung der großen Schule mit immerhin rund 1450 Schülern. Schaetzke hat ihm also, so würde man jetzt wohl sagen, ein bestelltes Feld hinterlassen.

Wörns Stellvertreter Helge Messner kennt die Hola zwar wie seine viel zitierte Westentasche, doch für ihn wäre die Leitung der Schule zu früh gekommen, wie er selbst erklärt. Denn als Schaetzke die Hola verließ, war Messner erst kurze Zeit in seinem Amt als stellvertretender Schulleiter. Als solcher hat man eine Probezeit von sechs Monaten, erst danach erhält man seine Ernennungsurkunde. Die hat Messner mittlerweile in der Tasche, kann sich ganz offiziell, mit Brief und Siegel, stellvertretender Schulleiter nennen. „Und zum jetzigen Zeitpunkt würde ich mir die kommissarische Leitung auch zutrauen“, so der 48-Jährige. 

Dauer der Zusammenarbeit ist noch nicht festgelegt

Aber jetzt ist Wörn ja da. Und das findet Messner auch ganz gut so. Bereits am Sonntag beginnt für die Schulleitung die Arbeitswoche: Wörn und Messner besprechen alles Wichtige, das in den folgenden Tagen ansteht. In der Regel ist Wörn an zwei Tagen in der Woche an der Hola, für den Rest der Woche an der Albert-Einstein-Schule. Ist Wörn beruflich in Bischofsheim gefordert, ist an der Hohen Landesschule Messner der Ansprechpartner vor Ort. 

Die zwei, so machen sie deutlich, sind ein eingespieltes Team. Doch sie sind ein Führungsduo auf Zeit. Die Frage ist nur, wie lange.

Bewerbungsfrist für die Schulleitung ist bereits abgelaufen

Die Ernennung eines neuen Schulleiters ist selten eine Sache, die schnell über die Bühne geht. Das liege am Behördengang, der so lange dauere, erläutern Wörn und Messner. Es würden Gutachten erstellt, dann beginne das Auswahlverfahren. Hinzu komme, dass unterlegene Bewerber die Möglichkeit einer sogenannten Konkurrentenklage hätten. Das alles mache die Abläufe entsprechend langwieriger. Wörns Wunschziel: Dass bis zum Ende des Schuljahres die Besetzung geklärt wäre.

Beim zuständigen Kultusministerium gibt man sich beim Zeitplan für die Wiederbesetzung der Hola-Leitung vorsichtig optimistisch: Die Bewerbungsfrist sei abgelaufen, es gebe mehrere Bewerber. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen worden. „Wir gehen davon aus, dass das Verfahren, so es keine rechtlichen Einwände gibt, auf jeden Fall noch im Jahr 2020 abgeschlossen wird“, heißt es aus Wiesbaden.

„Wenn der Tag 48 Stunden hätte, würde ich auch länger an der Hola bleiben.“

Wie lange also das Hanauer Gymnasium auf seinen neuen Schulleiter oder die zweite Leiterin in seiner Geschichte wird warten müssen, bleibt offen. Klar ist, dass Claus Wörns Zeit an der Hola eines Tages endet – obwohl er gerne dort ist: „Wenn der Tag 48 Stunden hätte, würde ich auch länger an der Hola bleiben.“



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