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Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe am Mainufer geplant

Hanau

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    Unweit von Schloss Philippsruhe könnte eine Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe entstehen. Hanau steht den Plänen offen gegenüber. Foto: Axel Häsler

Hanau. Das Schweizer Unternehmen RSR Schifffahrt AG erwägt den Bau einer Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe in Höhe des Amphitheaters von Schloss Philippsruhe. Entsprechende Überlegungen bestätigte gestern Hanaus Stadtentwickler Martin Bieberle im Gespräch mit unserer Zeitung.

Artikel vom 31. Januar 2020 - 07:18

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Von Dirk Iding
Bei der Stadt Hanau zeigt man sich den Plänen gegenüber offen. Bieberle sieht darin eine Möglichkeit, den Tourismus in der Brüder-Grimm-Stadt weiter anzukurbeln: „Wir hoffen, dass so noch mehr Tagesgäste in unsere Stadt kommen werden. “

Unternehmen will Netz weiter ausbauen

Bereits seit Mitte vergangenen Jahres befinde man sich im konstruktiven Dialog mit dem Schweizer Unternehmen, das laut Firmenhomepage sein Netz von Anlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe an Rhein, Mosel, Main, Main-Donau-Kanal und Donau kontinuierlich ausbauen möchte. Bislang betreibt die RSR Schifffahrt AG, die erst 2012 gegründet wurde und ihren Sitz in Baar/Schweiz hat, Anlegestellen in Düsseldorf, Traben-Trabach, Oestrich-Winkel, Volkach, Forchheim und Straubing.

Die Anbieter von Flusskreuzfahrten können über die RSR Schifffahrt AG Liegezeiten an diesen Anlegestellen buchen, die in der Regel für das Festmachen von zwei Kreuzfahrtschiffen mit einer Maximallänge von je
135 Metern ausgelegt sind und alle über eine Landstromversorgung verfügen.

Anlegestelle auf Höhe des Amphitheaters

Geplant ist die Hanauer Anlegestelle in Höhe des am Main gelegenen Parkplatzes des Amphitheaters von Schloss Philippsruhe. Aus Sicht des Wasser- und Schifffahrtsamtes Aschaffenburg wäre diese Stelle „schifffahrtverträglich“, wie es Mitarbeiter Dietmar Droste ausdrückt. Die geplante Anlegestelle sei soweit von der Fahrrinne entfernt, dass dort auch zwei Schiffe „im Päckchen“, also nebeneinander, festmachen könnten. 

Für Anbieter von Flusskreuzfahrten könnte das eine durchaus attraktive Anlaufstelle sein, ist doch das als „kleines Versailles vom Main“ bekannte Schloss Philippsruhe mit seinem reizvollen Park und dem Amphitheater von dort aus fußläufig zu erreichen.

Gastronomie und Stadt könnten profitieren

Bieberle: „Doch nicht nur das Schloss Philippsruhe mit Grimms Märchenreich könnte von dem Projekt profitieren. Es sind natürlich auch Ausflüge zu den anderen Hanauer Sehenswürdigkeiten, Stadtführungen, die Einbindung der Festspiele und vieles anderes denkbar“, glaubt Bieberle, dass die Brüder-Grimm-Stadt den Teilnehmern von Flusskreuzfahrten „eine ganze Menge“ zu bieten hätte. Davon profitieren könnte sicherlich insbesondere die heimische Gastronomie, so der Stadtentwickler.

Bei einem solchen Projekt müssten verschiedenste Aspekte beachtet werden, angefangen vom Natur- und Landschaftsschutz über Fragen der Ver- und Entsorgung bis hin zum Denkmalschutz. Aus Sicht von Martin Bieberle gibt es aber nichts, das in diesem Bereich grundsätzlich gegen eine Schiffsanlagestelle sprechen würde. Im Gegenteil könne er sich durchaus eine rasche Realisierung des Vorhabens vorstellen, so Bieberle.

Vonseiten des Unternehmens RSR war keine persönliche Stellungnahme zu bekommen. Unterhalb von Schloss Philippsruhe gibt es bereits einen Anlegesteg. Dieser ist jedoch für kleinere Ausflugsschiffe wie etwa jene der Primus-Linie ausgelegt.

Flusskreuzfahrtschiffe mit bis 200 Passagieren

Flusskreuzfahrten sind im Trend. Der Markt ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Bei Flusskreuzfahrten ist alles naturgemäß drei bis vier Nummern kleiner als bei Meereskreuzfahrten. Die Binnenschiffe sind deutlich kleiner als die Ozeanriesen und in der Regel auf Passagierzahlen von bis zu 200 Gästen ausgelegt.

Doch gerade diese fast schon familiäre Atmosphäre auf Flusskreuzfahrtschiffen findet immer mehr Fans – zumal der Komfort an Bord durchaus gegeben ist. Doch der Boom bei den Flusskreuzfahrten hat dazu geführt, dass Anlegestellen an den viel befahrenen Routen mittlerweile zur Mangelware geworden sind und einige Orte an Rhein, Main und Donau in der Hochsaison schon fast überlaufen sind von Schiffstouristen.



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