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HA-Unternehmerfrühstück: Netzwerken im Zeichen der Nachhaltigkeit

Hanau

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    Applaus für nachhaltige Ideen: Mehr als 70 Gäste waren der Einladung des HA zum neunten Unternehmerfrühstück bei Model Kramp in Steinheim gefolgt. Foto: Mike Bender

Hanau. Wenn bei Model Kramp ein Prototyp einer neuen Verpackung abgesegnet werden muss, kommt es durchaus vor, dass ein Kurier am Abend, direkt nach der Produktion, startet, um am Morgen das Produkt beim Kunden auf Capri absegnen zu lassen.

Artikel vom 30. Januar 2020 - 09:46

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Von Kerstin Biehl

Der Kunde war in diesem Fall ein gewisser Herr Gabbana – das weltweit agierende Modeunternehmen hatte es eilig.

Anekdoten wie diese, mit bedeutenden Weltunternehmen, dürfte Michael Krapp, Verkaufsleiter des Steinheimer Verpackungsunternehmens Model Kramp, noch einige zu erzählen haben. Für die meisten Gäste des neunten Unternehmerfrühstücks des HANAUER ANZEIGER, das Mittwochmorgen in den Räumen des Unternehmens am Steinheimer Amerikafeld stattfand, war allein die Tatsache, dass Model Kramp die Verpackungen für Produkte solch bekannter Unternehmen wie Sisheido, Calvin Klein oder Toblerone herstellt, eine interessante Information.

Model Kramp gehört zu den Top ten in Europa

„Auch die Hugo Boss Parfumverpackungen kommen aus Hanau“, so Krapp. Und das seit einem Vierteljahrhundert.
Model Kramp gehört in Europa zu den zehn größten Verpackungsherstellern – und ist, was Nachhaltigkeit betrifft, ein Vorreiterunternehmen –, bei dem deshalb auch gerne mal das Licht ausgeht. Aber dazu später. Dass das gestrige Unternehmerfrühstück unter das Motto Nachhaltigkeit gestellt war, war also kein Zufall. 

Wie es um die Nachhaltigkeit im Main-Kinzig-Kreis bestellt ist, beleuchtete das kürzlich erschienene Wirtschaftsmagazin „Wirtschaft an Main und Kinzig“ des HANAUER ANZEIGER. Dessen Protagonisten waren bei der gestrigen Netzwerkrunde nicht nur Gast, sie kamen in einer kurzweiligen Gesprächsrunde auch selbst zu Wort. Und machten deutlich: Viele Firmen im Kreis sind in Sachen Nachhaltigkeit auf dem richtigen Weg, die einen in größerem, andere in kleinerem Format.

Nachhaltig vom Strom bis zum Kugelschreiber

So wie bei Model Kramp. Wo das Licht ausgeht, sobald sich keiner im Raum bewegt. Dafür sorgen Bewegungsmelder. So geht Strom sparen im Jahr 2020. „Ohne Nachhaltigkeit geht es nicht, zumindest, wenn man mit den Großen der Branche zusammenarbeitet“, machte Krapp deutlich.

Auch in Sachen Energiegewinnung zeigt das Unternehmen Vorbildcharakter: Durch die Nutzwärme der Produktionsmaschinen wird die Fußbodenheizung betrieben. Und Zweitkugelschreiber sucht man auf den Schreibtischen des Unternehmens vergeblich. Hier hat jeder nur einen Kuli. Ist der leer, gibt es eine neue Mine. Die können sich Mitarbeiter bei der zentralen Minenausgabestelle abholen. „Wir wollen Dinge, die wir benutzen, aufs Nötigste reduzieren“, begründet Krapp.

Ideen bei der Natur abgucken

Dass das Umweltzentrum Hanau in Sachen Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielt, steht außer Frage. Gabriele Schaar-von Römer hat das Haus 2002 mit aufgebaut und leitet es seitdem. HA-Redakteurin Monica Bielesch wollte von der studierten Umweltmanagerin wissen, was auch kleinere Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit tun können. „Es geht nicht darum, alles neu zu machen, sondern anders, im Sinne des Kreislaufgesetzes“, betonte sie. Die Natur mache es vor, wir müssten es lediglich abgucken.

Auch Stefan Müller-Schleipen, Geschäftsführer der Immovativ GmbH mit Sitz in Hanau, trägt mit dem Ansinnen seines Unternehmens zum Nachhaltigkeitsgedanken bei. Immovativ spürt freie Flächen und leer stehende Häuser auf, um sie auf den Markt zu bringen, kartenrelevant und googlebasiert: eine Leerstandsbekämpfung in Zeiten von Wohnungsnot und Gewerbeflächenmangel. Alleine in der Hanauer Innenstadt seien durch Immovativ 60 Hektar an Fläche identifiziert worden, die bebaut werden könne“, so Müller-Schleipen.

Nächstes Wirtschaftsmagazin erscheint am 26. März

Im Anschluss an die Gesprächsrunde nutzten viele Gäste das Angebot zur Unternehmensführung – und konnten sich davon überzeugen, dass auf den Schreibtischen bei Model Kramp tatsächlich nur ein Stift zu finden ist. Das nächste Wirtschaftsmagazin des HA erscheint am 26. März. Zwei Tage vorher lädt der HA erneut zum Unternehmerfrühstück. Dann in die Räumlichkeiten von Heraeus.



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