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Entscheidung über Auheimer Mainbrücke fällt im Frühjahr

Hanau

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    Die Mainbrücke zwischen Klein-Auheim und Großauheim stammt aus dem Jahr 1882. Die parallel daneben verlaufende Brücke der Odenwaldbahn war nicht Teil der Untersuchung – sie gehört zum Verantwortungsbereich der Deutschen Bahn. Luftbild: Axel Häsler

Hanau. Die Auheimer Mainbrücke, die einen Rad- und Fußweg zwischen Großauheim und Klein-Auheim über den Fluss führt, ist in die Jahre gekommen. Nun stellt sich die Frage: Sanierung oder Abriss? HIS-Fachleute verschafften sich kürzlich per Schiff und Hebebühne einen Eindruck vom Unterbau der Brücke. ​

Artikel vom 28. Januar 2020 - 09:41

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Eine Entscheidung zur Zukunft der Brücke soll fallen, nachdem ein Gutachter seine Expertise abgegeben hat.

„Dank des Wasser- und Schifffahrtsamts in Hanau haben wir uns mit Schiff und Hebebühne direkt einen eigenen Eindruck von der Unterseite des Überbaus der Auheimer Brücke verschaffen können“, wird Markus Henrich, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS), in einer Mitteilung der Stadt Hanau zitiert. Sein Stellvertreter Jörg Herchenröder und Brückenbauingenieurin Angelika Biesterfeld untersuchten die Brücke mit Hammer und Meißel auf Schäden und klopften auf entsprechende Schadstellen ab. 

Entscheidung über Sanierung oder Abriss fällt im Frühjahr

Ein endgültiges Urteil, ob eine Sanierung oder Abriss und Neubau sinnvoller erscheinen, soll ergänzend ein Gutachter liefern, den HIS im Frühjahr zu Rate zieht. „Anschließend wägen wir das Pro und Kontra mit der Oberen Denkmalschutzbehörde ab“, erklärt Stadtrat Thomas Morlock.

Sanierung oder Abriss? Die HIS-Mitarbeiter verschafften sich per Hebebühne vom Schiff aus einen Eindruck von der Unterseite des Überbaus der Auheimer Brücke. Foto: PM

Die jüngste turnusmäßige Brückenhauptprüfung, die alle sechs Jahre vorgeschrieben ist, fand zuletzt 2016 statt und ergab eine Zustandsnote von 4,0. Unter anderem wurden Schäden an den Betonplatten festgestellt, sodass als Vorsichtsmaßnahme engmaschige Fangnetze zuletzt im Mai 2018 an beiden Mainuferseiten erneuert wurden, um Fußgänger und Radfahrer nicht durch herabfallende Kleinstteile zu gefährden. 

Beton an Brücke platzt ab

An einigen Stellen stellten die HIS-Fachleute „starke Betonabplatzungen“ fest, so Biesterfeld. Das gelte insbesondere für den Bereich der Tropftüllen (Entwässerungsrohre). Die Tropftüllen seien stark korrodiert und teilweise abgeschnitten worden, damit sie nicht unkontrolliert abfallen und Schäden anrichten können.

Eine Vielzahl der Konsolen zeigte Querschnittsminderungen und lockere Betonteile, lautet die Diagnose weiter. Der Beton war größtenteils durchgefeuchtet, hatte stellenweise Ausblühungen und wies lockere Betonteile auf.

Undichte Fugen führen zu Korrosion

Hintergrund der Sichtprüfung ist, dass die Beton-Fahrbahnplatte über die gesamte Länge Schäden in Form von Abplatzungen, Kiesnestern, freiliegender Bewehrung und Hohlstellen aufweist. Darüber hinaus wurden in einem Instandsetzungsgutachten 2012 bereits in großen Tiefen ein hoher Chloridgehalt vor allem auf der Flussseite festgestellt, was auf undichte Fugen im Asphalt und im Bereich der Entwässerungsröhren zurückzuführen ist. Biesterfeld dazu: „Dieser hohe Chloridgehalt ist als korrosionsgefährdend anzusehen.“

„Nach mehr als einem Jahr Suche und zahlreichen Angebotsanfragen an 18 Ingenieurbüros für die Sonderprüfung im Frühjahr 2020 haben wir endlich eines finden können“, erklärt Henrich. Eine frühere Beauftragung sei aufgrund der hohen Auftragslage und geringen Kapazitäten im Baugewerbe nicht möglich gewesen. das

 

Die Auheimer Mainbrücke
Die denkmalgeschützte Auheimer Mainbrücke wurde 1882 errichtet und verbindet Klein-Auheim und Großauheim. Das Haupttragwerk der Brücke besteht aus Stahl, wobei die gesamte Fachwerkkonstruktion genietet ist. Fahrbahnplatte und Kappe sind aus Stahlbeton hergestellt. Seit 1988 ist die ursprüngliche Straßenbrücke aufgrund geringer zulässiger Lasten nur für den Fuß- und Radverkehr zugelassen. Die Fuß- und Radwegbrücke besteht aus fünf Feldern mit je rund 46 Metern, die den Main einschließlich der Überflutungsbereiche überqueren. Parallel zu der Brücke verläuft ein weiterer Überbau, der für die Odenwaldbahn genutzt wird und dementsprechend in Bahnbesitz ist. Dieser war nicht Teil der Untersuchung.


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