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Hanau: Fragen und Antworten zur Waldorfschule

Hanau

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    In Hanau startet zum Schuljahr 2020/21 eine Waldorfschule. Wir haben die wichtigsten Fragen zur neuen Schule beantwortet. Symbolbild: Pixabay

Hanau. Nach den Sommerferien startet die erste Waldorfschule in Hanau. An einem Infonachmittag konnten sich alle Interessierte über das neue Angebot informieren. Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Artikel vom 27. Januar 2020 - 11:41

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Wie ist der Wissensstand nach der Grundschule?
Auch wenn nicht im 45-Minuten-Takt unterrichtet würde, läge der Lehrplan zugrunde. Die Kinder auf der Waldorfschule hätten das nötige Wissen, sie könnten nach der Grundschule wechseln.

Gibt es die Möglichkeit, an ein Gymnasium zu wechseln?
Auf jeden Fall, so Prof. Dr. Christian Kast, würden die Schüler die Inhalte kennen. Auch wenn es keine Noten in den Zeugnissen gebe, würden die Waldorfschüler in Abschlussprüfungen durch externe Fachkräfte gut bestehen. Schüler, die wechselten, erhielten ein entsprechendes Zeugnis mit Noten.

Welche Perspektive hat die Hanauer Waldorfschule?
Zur Perspektive am Standort Hanau konnte Kast erläutern, dass alle Abschlüsse an der Freien Waldorfschule geplant seien. Auch Kinder, die am 17. August 2020 eingeschult würden, könnten bis zum Abitur bleiben. Kinder, die auf eine andere Schule wechseln wollten, erhielten ein entsprechendes Zeugnis mit Noten. Die Waldorfschule sei in der Regelung der Ferien und Feiertage an das Staatliche Schulamt gebunden.

So soll der Alltag aussehen

Wie sieht der Schulalltag konkret aus?
Unterricht findet von 8 bis 12 Uhr statt, so Kast auf Nachfrage, eine Betreuung vor und nach dem Unterricht richte sich nach dem Bedarf, der von Seiten der Eltern nachgefragt werde. Zwischen 6 Uhr morgens und 18 Uhr am Abend sei alles denkbar. Betreuungszeiten wie auch das Mittagessen, das zunächst in Bio-Qualität von einem Caterer geliefert werde, können Eltern individuell buchen.

Gibt es Hausaufgaben?
Die Hausaufgaben würden in der Regel am Nachmittag in der Schule gemacht, über ein Hausaufgabenheft sowie über persönliche Gespräche hielten die Lehrer Kontakt zu den Eltern. „Wir passen auf, wenn wir den Eindruck haben, hier stimmt was nicht, suchen wir den Kontakt zu den Eltern. Wir drängen uns nicht auf“, erläuterte Kast.

Anmeldungen bis zum 1. März

Wie funktionieren Anmeldung und Aufnahme?
Derzeit sind 14 Kinder in der ersten und acht Kinder für die dritte Klasse angemeldet. Anmelden können Eltern ihre Kinder bis 1. März, auch ein Quereinstieg in Klasse zwei ist möglich. Alle Schüler und Eltern würden zum Gespräch eingeladen, die Kinder würden zudem „überprüft“. 

Was unterscheidet den Unterricht von dem an staatlichen Schulen?
Jeden Tag findet eineinhalbstündiger Hauptunterricht statt. Die Fächer fließen hier ineinander über. Man versucht, die Neugier der Kinder zu wecken, sie dort abzuholen, wo sie stehen. Da in der Regel zwei Lehrer anwesend seien, könne man die Kinder mitnehmen. Es gebe für die Inhalte Schulbücher und Hefte. Die Kinder würden im Klassenverbund in allen Fächern unterrichtet, in Fächern wie Handarbeit oder Eurythmie würden große Klassen geteilt. 

Wie hoch ist der Anteil der Elternarbeit?
Es gebe keine Stundenzahl, aber natürlich sei die Unterstützung von möglichst vielen Eltern erwünscht. Insbesondere zu Schulfesten oder am Tag der offenen Tür sind Kuchen gerne gesehen. Es gebe aber keine Verpflichtung zur Elternarbeit.

Junges Kollegium zum Start im Sommer

Wo wird ab Sommer unterrichtet?
Die Freie Waldorfschule Hanau hat für maximal fünf Jahre an der Brüder-Grimm-Straße einen Standort gefunden; unterrichtet wird dort in Holzpavillons in einfacher modularer Bauweise; die Pavillons werden am endgültigen Standort weitergenutzt. Erfreut zeigte sich Kast auch darüber, dass die Schule mit einem jungen Lehrerkollegium starten könne. „Wir sind sehr gut bestückt“, sagte er, „ich hätte 28 Lehrer sofort einstellen können.“ 

Wie sind die Klassen aufgebaut?
In Waldorfklassen unterrichten grundsätzlich zwei Lehrkräfte, ein Hauptlehrer und eine Assistenzkraft. Man werde ganz sicher mit zwei Klassen starten, ideal wären 18 Kinder pro Klasse, so Kast. Perspektivisch wolle man in Hanau auf einem anderen Gelände einen Schulbau nach anthroposophischen Grundsätzen errichten, solange die Verträge nicht unterschrieben seien, würde er darüber nicht sprechen. Je nach Bedarf und Nachfrage biete die Waldorfschule eine optionale Betreuung der Kinder vor und nach dem Schulunterricht mit Mittagessen, ebenso Betreuung in den Ferien. upo



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