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Hanau: Was wird aus dem Culture Club? - CDU mit Vorstoß

Hanau

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    Der Culture Club schließt im Sommer seine Pforten. Was mit dem Gebäude passiert, ist bislang unklar. Foto: Christian Dauber

Wolfgang. 20 Jahre lang war der Culture Club in Wolfgang ein wichtiger Treffpunkt. Hier wurde gefeiert, gelacht, getrunken und gespeist. Doch der Pachtvertrag von Gastronom Thorsten Bamberger läuft im August aus, die Erbengemeinschaft Bergmann als Eigentümer will das denkmalgeschützte Gebäude verkaufen. 

Artikel vom 23. Januar 2020 - 09:50

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Von Christian Dauber

Die Zukunft des Clubs in Wolfgang steht daher in den Sternen. Bamberger sucht nach einem neuen Standort. Jetzt wagt die CDU Hanau einen Vorstoß, um das Gebäude als Veranstaltungsort zu erhalten: Ihrer Vorstellung nach soll die Stadt ihre Vorkaufsoption ziehen und die Immobilie erwerben.

Hanau verliert ein Aushängeschild

Mit der Schließung des Culture Clubs würde die Stadt ein Aushängeschild des Hanauer Nachtlebens verlieren, heißt es gestern in einer Mitteilung. Das Club-Sterben sei zwar ein sich abzeichnender Trend im Rhein-Main-Gebiet, was vor allem im Zusammenhang mit einer sich verändernden „Ausgeh-Kultur“ stehe. „Dennoch wäre es für die Stadt Hanau ein großer Verlust, die Location Pulvermühle aufzugeben“, meint die CDU.

Sie schlägt vor, die Räumlichkeiten auch künftig für Kleinkunst und Livemusik zu nutzen. Zudem sei die Location bereits in der Vergangenheit für Events wie beispielsweise Designer-Flohmärkte genutzt worden. Eine solche Nutzung wäre für die CDU auch ohne das eigentliche Club-Geschehen vorstellbar.

Eventräume für Firmen und Vereine

Ebenfalls könne man die Räumlichkeiten für Firmen- oder Vereinsevents zur Vermietung anbieten. Zudem bestünde die Möglichkeit, hier einen Treffpunkt für das wachsende Stadtgebiet um den Club herum zu schaffen – zumal das Restaurantangebot im Club selbst und auf der gegenüberliegenden Straßenseite durch die Schließung des Italieners und den Abriss des Gebäudes ersatzlos wegfiel, so die CDU.

„Alternative und hybride Nutzungskonzepte sind mittlerweile nicht nur ein Trend, sondern können verschiedenartige Nutzungskonzepte erfolgreich vereinen“, stellt die Fraktionsvorsitzende der Hanauer CDU Isabelle Hemsley fest.

CDU beruft sich auf Vorkaufsrecht

Aufhänger für die CDU ist die am 16. Dezember von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Satzung, wonach sich die Stadt ein Vorkaufsrecht für Flächen von städtebaulicher Relevanz sichert. Die Vorlage, die einstimmig verabschiedet wurde, gilt allerdings derzeit nur für das Innenstadtgebiet.

Dennoch solle die Stadt Hanau prüfen, ob sie vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen könne. Die zukünftige Nutzung könne in Absprache mit sozialen Trägern wie beispielsweise dem JUZ oder der Hanau Marketing Gesellschaft (für Märkte) erfolgen, wenn sich kein geeigneter Betreiber finde.

Stadt prüft möglichen Kauf

Die Stadt Hanau wird einen möglichen Erwerb prüfen. „Wenn eine solche Immobilie auf dem Markt ist, werden wir uns damit beschäftigen“, erklärt Stadtentwickler Martin Bieberle auf Nachfrage unserer Zeitung. Eine Entscheidung sei aber von vielen Faktoren abhängig, der Prozess daher „ergebnisoffen“.

Unabhängig davon müsse der Anspruch Hanaus sein, ein Club-Geschehen in der Stadt zu haben – auch vor dem Hintergrund, dass die Tage der „Library“ von Rocky Musleh im Kanzleigebäude am Schlossplatz gezählt seien.

In den Club müsste viel investiert werden

Laut Bamberger müsste in das ursprünglich 1890 erbaute Gebäude viel investiert werden, weil die Auflagen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen seien. „Hier müsste einiges getan werden“, sagt er. Lärmschutz und Haustechnik inklusive Lüftung müssten auf den neuesten Stand gebracht werden. Seiner Auskunft nach will der Eigentümer, die Erbengemeinschaft Bergmann, jedoch kein Geld investieren und die Immobilie verkaufen.

Er setze nun alles daran, dass es an anderer Stelle für seinen Culture Club weitergeht. „Wir suchen nach einem Alternativstandort“, betont er. Dazu befinde man sich in Gesprächen mit der Stadt. Er hoffe auf eine Lösung, auch im Sinne seines „guten Teams mit vielen langjährigen Mitarbeitern“. „Auch für mich ist der Club ein Teil meines Lebens.“



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