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Die abenteuerlichen Ausflüge der Hanauer Katze Bill Bo

Hanau

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    Zuhause ist es am schönsten: Trotzdem zieht es die Katze Bill Bo immer wieder in die Welt hinaus.   Foto: privat

Hanau. Oft sind es die kleinen Geschichten, die uns in Staunen versetzen. Geschichten, die direkt vor unserer Haustür passieren. Die folgende Geschichte spielte sich in und um Hanau ab. Die Hanauerin Britta Hoffmann-Mumme berichtete uns von der wundersamen Heimkehr ihrer verlorenen Katzentochter.

Artikel vom 07. Januar 2020 - 10:36

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Von Jutta Degen-Peters

Die Rede ist von der Katze Bill Bo, die in der Brucknerstraße zu Hause ist und es dort mehr als guthat: Ein liebes Frauchen, eine nicht minder liebe Tochter des Frauchens, sympathische Tiergeschwister wie ihre Katzenschwester Popolotta (die Familie hat, wie unschwer zu merken ist, einen Hang zu ungewöhnlichen Namen) und den Airdale-Terrier Sir Higgins. Dazu ein schönes Haus mit allem, was das Katzenherz begehrt und einen wunderbaren Garten, also jede Menge Auslauf und keinen Grund zum Meckern.

 Bill Bo also müsste eigentlich auch schon vernünftig sein, denn die Katze hat mit 16 Jahren ein Alter erreicht, in dem man weise ist und gerne am warmen Ofen liegt. Zudem gehört sie gewichtstechnisch nicht eben zu den Fliegengewichten – das Frauchen nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht von „korpulent“.

"Die dicken Schwestern"

Genau wie ihre Schwester Popolotta, das Duo firmiert unter dem Label „die dicken Schwestern“, ist auch Bill Bo eine Freigängerin, hält sich mittlerweile aber vorzugsweise in Haus- und Terrassennähe auf, wissen wir aus berufenem Munde. Allerdings hat sie in den letzten Jahren offenbar einen ausgeprägten Hang zu Fernreisen entwickelt: Vor vier Jahren verschwand sie nach einem Spaziergang mit der Tochter des Frauchens und Hund Sir Higgins spurlos und wurde nach sechs Wochen durch Zufall an der Galerie König an der Frankfurter Landstraße wieder entdeckt.

Die Familie hatte zwar plakatiert, aber natürlich im näheren Umfeld und nicht bis zur Frankfurter Landstraße. Der Finder von Bill Bo hatte die Postbotin gebeten, sich im Viertel umzuschauen und sie beim Einkaufen im Rewe getroffen, wo sie ihm von den Plakaten erzählte. So kehrte Bill Bo wohlbehalten zu seiner Familie zurück.

Im April diesen Jahres verschwand die Samtpfote erneut, diesmal in einer Samstagnacht. Die Katzenmutter, inzwischen einige Eskapaden gewöhnt, begann ersten ein paar Tage nach dem Verschwinden, sich Sorgen um das Katzentier zu machen. Auf dessen Fährte kam schließlich die in Schottland weilende Tochter der Katzenmutter. In einer Facebookgruppe mit Fundtieren stieß sie auf eine Katze, die Bill Bo sehr ähnlich sah. In Nidderau-Ostheim war das Tier am Sonntag laut maunzend und offenbar orientierungslos auf der Hauptstraße aufgetaucht. Und was aussah wie Bill Bo, entpuppte sich auch tatsächlich als die Gesuchte.

Mitfahrt im Auto

Die Katzenmama vermutet stark, dass ihr Haustier in einem Auto mitgefahren sein muss. „Denn so weit hätte sie in der Kürze der Zeit nicht laufen können“, mutmaßt sie.

Vor sechs Wochen wurde nun das vorerst letzte Kapitel von Bill Bos Reisetagebuch geschrieben: Da kehrte die Katzenlady, wieder in einer Samstagnacht, nicht zum Frühstück zurück. Diesmal hatte die Hanauerin die Hoffnung auf ein glückliches Wiedersehen schon fast aufgegeben. 

Vor drei Tagen allerdings erhielt sie einen Anruf von Tasso, einer Registrierungsstelle für Haustiere. Sie hatte Bill Bo gefunden. Wo? „In – Achtung: ALTENSTADT!“, schreibt die Katzenmama. Dort war Bill Bo vor zwei Wochen aufgetaucht und von einer Familie gefüttert und betreut worden. 

Besitzer ausfindig gemacht

Da es nun so kalt wurde, dass die Katze nicht mehr im Freien gehalten werden konnte, hatte die Familie aus Altenstadt die Katze beim Tierschutz in Büdingen abgegeben. Und der konnte dann anhand des Ohren-Tatoos die Besitzerin ausfindig machen.

"Bill Bo ist sichtlich erledigt, schläft seit gestern Vormittag praktisch durch, schreckt aber alle Nase lang hoch und maunzt“, beschreibt die Glückliche den Zustand der Heimgekehrten. „Wir sind total fassungslos, dass sie tatsächlich das dritte Mal weit weg war und wieder kam – und ich habe ihr jetzt ihr Hessenticket weggenommen.

Die Reiserei muss mal ein Ende haben.“ Es ist schön, dass die Familie die Flausen und Eigenwilligkeiten ihres tierischen Familienmitglieds mit Humor nimmt. Bestimmt ist sie sich auch darüber im Klaren, dass Bill Bos Unternehmungslust nichts mit Kritik am gemütlichen Heim oder dem familiären Umfeld zu tun haben kann. Sie muss einfach in den Genen festgeschrieben sein. Und dagegen lässt sich halt nichts machen.



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