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Russisches Ballettfestival Moskau brilliert mit "Schwanensee"

Hanau

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    Am Schwanensee trifft Prinz Siegfried auf Prinzessin Odette, die in einen Schwan verwandelt wurde. Foto: Esther George

Hanau. Tschaikowskys Ballette gehören einfach zur Weihnachtszeit, und auch in Hanau bescherte der „Schwanensee“ dem CPH am Samstagabend reichlich Besucher. 

Artikel vom 30. Dezember 2019 - 10:50

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Von Esther George

Das Besondere bei der Vorstellung: Die Musik kam nicht aus der Konserve, sondern das Orchester des Staatlichen Akademischen Theaters Belarus begleitete das Ballett live unter der Leitung von Yuri Galyas. Und das machte die Handlung noch illustrativer und berührender. 

Das Russische Ballettfestival Moskau, das mit namhaften Theatern Russlands und Weißrusslands zusammenarbeitet, präsentierte diesmal als Gastspiel das Russische Staatstheater für Oper und Ballett Ufa, das in Hanau erstklassiges Ballett auf höchstem Niveau zeigte. Immer wieder gab es Szenenapplaus sowie Bravo-Rufe für die perfekt ausgeführten Tänze. Die Choreografien basieren zum Teil auf den Vorgaben des 1818 in Frankreich geborenen Ballettmeisters Marius Petipa, der in Russland eng mit Tschaikowsky und Glasunow zusammenarbeitete und das russische Ballettrepertoire nachhaltig prägte. 

Romantisches, stimmungsvolles Bühnenbild

Ein romantisches, stimmungsvolles Bühnenbild bestimmte die Szenerie dieses Märchens, in dem die Liebe über das Böse siegt. Da unterstrich das nachtblaue Licht am See die innige Zweisamkeit, während im Schloss des Prinzen farbenfrohe Unterhaltung herrschte. Am Schwanensee verliebt sich Siegfried (Sergej Bikbulatow) in Prinzessin Odette, die mit ihren Freundinnen von dem bösen Zauberer Rotbart in einen Schwan verwandelt wurde. Nur um Mitternacht kann sie ihre menschliche Gestalt annehmen. Anmutig und technisch exzellent tanzte die Primaballerina Walerija Isaewa den virtuosen Part der Odette und ihrer Doppelgängerin Odile. Beeindruckend waren auch die Tänze der Schwäne, die mit ihren grazil flatternden Beinen unter den wippenden Tellerröcken die Bewegungen völlig synchron ausführten. 

Während am nächsten Abend beim Hofball die Damen voll Hoffnung auf eine Heirat dem Prinzen ihre
Aufwartung machen, wartet Siegfried sehnsüchtig auf Odette, die er zur Frau nehmen möchte. Doch Siegfried wird von Rotbart überlistet, der ihm beim Festball die Doppelgängerin Odettes, nämlich seine böse Tochter Odile, vorstellt. Die erstklassige Tanzdarbietung Odiles gipfelte dann in den berühmten „32 Fouettes entournant“, den fortdauernden Drehungen. Als Siegfried erkennt, dass er der falschen Frau seine Treue geschworen hat, nimmt die Dramatik am nahegelegen Schwanensee ihren Lauf. Doch glücklicherweise siegt Siegfried über Rotbart und bricht mit seiner Liebe zu Odette den bösen Zauber. 

Höchste technische Perfektion

Durchweg brillierte das mehrfach preisgekrönte Ensemble des Russischen Staatstheaters Ufa voller Esprit und mit höchster technischer Perfektion. Großartige Tanzszenen mit verschiedenen Tanzstilen gab es beim Ball des Prinzen mit den Gästen aus aller Welt zu sehen, und auch der Hofnarr glänzte mit tollkühnen Sprüngen. Exakt waren die Tänzer auf die Musiker abgestimmt. Das Orchester interpretierte das bekannte Schwanensee-Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Handlung zieht, voller Dramatik und begleitete mit zarten Harfen- und Geigenklängen das innige Pas de deux von Odette und Siegfried. Das Publikum war restlos begeistert.



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