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CDU übt harsche Kritik an Hanaus Schulpolitik

Hanau

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    Wo sollen all die vielen Schüler künftig unterkommen? Das fragt die CDU Hanau. Symbolfoto: pixabay

Hanau. Mit überraschend deutlicher Kritik an der Hanauer Schulpolitik meldet sich die CDU Hanau zu Wort. Sie wirft der Stadt vor, fehlende Kapazitäten schön zu rechnen. Bei allem Wachstum werde vergessen, dass auch die nötige Infrastruktur vorhanden sein müsse.

Artikel vom 22. Dezember 2019 - 15:47

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„Die alarmierenden Aussagen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft über 20 fehlende Klassenräume im Grundschulbereich verwundern die CDU-Fraktion in keinster Weise. Vielmehr weist die CDU seit Jahren in der Stadtverordnetenversammlung auf den Missstand hin und fordert Bürgermeister Weiss-Thiel zum Handeln auf“, heißt es in der Mitteilung.

Durch die fehlenden Klassenräume könne nicht allen Kindern ein Platz in der Schule in ihrer Nähe garantiert werden. Der Grundsatz „Kurze Beine – kurze Wege“ werde in Zukunft vom Schuldezernenten Weiss-Thiel nicht mehr umgesetzt werden können, so die CDU. „Wir bauen und wachsen, aber wir vernachlässigen die Infrastruktur unserer Stadt“, analysieren die Fraktionsvorsitzende der CDU Isabelle Hemsley. Für die Christdemokraten fehle seit Jahren der politische Wille, allen Grundschülern einen Platz zuzuweisen, obwohl die fehlenden Klassenräume bekannt seien. „Stattdessen rechne sich Weiss-Thiel die Zahlen schön.“

Engpässen mit Räumen

Doch nicht nur im Grundschulbereich werde es zu Engpässen mit Räumen kommen, befürchtet die CDU. Im Bereich der weiterführenden Schulen werde aufgrund dieser „Mangelverwaltung seitens des Bürgermeisters“ plötzlich eine ganz neue Schule benötigt. Für die CDU ist der Zustand unfassbar: „Seit Jahren bauen wir in Hanau und wissen um wachsende Schülerzahlen. Doch plötzlich werden uns Zahlen präsentiert, die dringendes Handeln erfordern. Was machen die eigentlich im Magistrat?“, fragt sich Stadtverbandsvorsitzender Joachim Stamm. Man könne doch nicht immer bauen und die Infrastruktur vernachlässigen.

In der Stadtverordnetenversammlung vom 25. März 2019 forderte die CDU-Fraktion bereits eine Erweiterung der Brüder-Grimm-Schule auf dem Areal der Bäckerinnung zu prüfen, da der Schulentwicklungsplan 2018 bis 2022 für die Grundschulen allein im Bereich Innenstadt/Südost einen zusätzlichen Bedarf von bis zu zehn Klassen zähle. Allerdings weise dieser Plan zunächst lediglich die neu zu schaffenden Klassen aus und nicht den wirklichen Raumbedarf. Beim tatsächlichen Raumbedarf sei von einem Faktor 1,5 auszugehen, weshalb dringender Handlungsbedarf bestehe. 

Ebenso bekommen die derzeitigen Hanauer Gymnasien bei Erweiterungen Platzprobleme. Würde man den beiden Gymnasien einfach Schüler zuweisen, kämen sie sicherlich an ihre räumlichen Grenzen, wenn man auch moderne Unterrichtsformen wie selbstorganisiertes Lernen oder digitalen Unterricht umsetzen wolle. Für den Bürgermeister, so die CDU Fraktion, gehe es aber nicht um moderne Unterrichtsformen, denn „aus seiner Notsituation heraus“ verkünde der Bürgermeister, dass es an den Hanauer Gymnasien noch genügend Platz gebe.

Schlechte Schulplanung

Stattdessen wurde in Hanau die Tümpelgartenschule geschlossen, obwohl auch im Realschulbereich mit wachsenden Schülern zu rechnen sein muss. Die Prognosezahlen des Schulplaners Wolf Krämer-Mandeu untermauern die seit Jahren schlechte Schulplanung. Seit Jahren weise die CDU Hanau auf die Mängel hin, „doch offenbar interessiert dies niemanden von den Verantwortlichen. Das Wachstum steht im Vordergrund, aber wir müssen auch die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen“, so Stamm und Hemsley abschließend. 

Die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung hatte sich bei der Verabschiedung des Schulentwicklungsplans für die Jahre 2018 bis 2022 im Dezember letzten Jahres enthalten. Schon damals zeigte sie sich nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie die Stadt mit dem im Plan für die Grundschulen prognostizierten zusätzlichen Raumbedarf an den Grundschulen in der Innenstadt und in Südost umgeht.

Kürzlich hat die Stadt Hanau den Auftrag zur Fortschreibung der Schülerprognose für die Grundschulen erteilt. Bürgermeister Axel Weiss-Thiel wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass Hanau perspektivisch mit rund 1200 Schülern pro Jahrgang rechnen muss. Hanau hofft beim nötigen Ausbau der Infrastruktur auch auf finanzielle Hilfe vom Land.  cd



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