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Ganz Mittelbuchen fragt sich: Wo ist die Bank am Feldrand?

Hanau

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    An dieser Stelle am Feldweg Oberdorfelder Straße in Mittelbuchen stand bis vor wenigen Wochen eine bei Spaziergängern beliebte Sitzbank. Nun ist sie verschwunden. Foto: PM

Mittelbuchen. Der Stadtteil ist von Grün umgeben. Wiesen, Felder, Wälder. Um dort zu verweilen, sind vor allem ältere Menschen für Sitzgelegenheiten sehr dankbar. Solche Bänke dienen für viele als festes Ziel bei einem Spaziergang. In der Nähe der Oberdorfelder Straße ist eine solche Bank nun spurlos verschwunden. 

Artikel vom 10. Dezember 2019 - 10:48

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Von Kerstin Biehl

Darauf hat die Mittelbucherin Birgit Mutz den HA in einem Brief aufmerksam gemacht. Darin informiert die Frau über eine Sitzbank, die seit über zehn Jahren am Anfang des Feldweges Oberdorfelder Straße in Mittelbuchen stehe. „Diese stand vor über zehn Jahren nach einem 1. Mai plötzlich dort auf einem Feld. Die Anwohner-Kinder trugen diese Bank vom Feld an den Rand des Feldweges, wo sie seitdem bis vor sechs Wochen stand“, erinnert sie sich.

Ordnungsamt mäht um die Bank herum

Damals habe sie zweimal beim Ordnungsamt angerufen, weil sie annahm, dass diese, ihres Erachtens städtische Bank, irgendwo fehlte. Aber nichts geschah, die Bank blieb stehen. „Jedes Jahr mähten die städtischen Bediensteten um die Bank herum, die Kontrolltruppe der Stadt, die einmal wöchentlich den Feldweg abfuhr, störte die Bank auch nicht“, schreibt Mutz.

Die älteren Mittelbuchener Bürger, die den Feldweg gern zum Spazierengehen nutzen, hätten sich auf dieser Bank ausgeruht. Mutz selbst habe die Bank im Frühjahr vom Winterschmutz befreit; dort liegen gebliebener Müll, wie Pizzakartons oder Coladosen, seien von den Anwohnern ohne Murren weggeräumt worden.

Wegen Überflutungsgefahr dürfen am Feldrand keine Bänke stehen

Nun sei im Ortsbeirat Mittelbuchen ein Antrag zur offiziellen Stellung zweier Bänke mit Mülleimer gestellt worden. Eine Standortauswahl war besagter Feldweg Oberdorfelder Straße. Dieser Antrag sei von der zuständigen Stelle mit folgender Begründung abgelehnt worden: Bänke dürften am Rande von Überflutungsgräben nicht gestellt werden, der Ortsbeirat solle zwei Alternativplätze für die Bänke nennen.

Mutz: „Es gibt Entscheidungen durch die Stadt Hanau, die nach Vorschrift und am grünen Tisch getroffen werden, die im praktischen Leben allerdings nicht zu verstehen sind.“ Warum nun allerdings die alte Bank, nach Ablehnung des Antrags, plötzlich verschwunden ist, sei nicht bekannt. „Ich als Anwohnerin werde seitdem ständig angesprochen, wo denn die Bank sei, leider kann ich jetzt die Hoffnung auf eine neue nach der Entscheidung der Stadt nicht mehr stärken. Schade!“, so Mutz, die für die MAL im Mittelbuchener Ortsbeirat sitzt.

Bank bleibt spurlos verschwunden

„Über zehn Jahre hat eine Bank an dieser Stelle nicht gestört, Anwohner konnten sich setzen und sich kurz ausruhen, selbst die große Überschwemmung vor drei Jahren hat diese alte Bank ohne Schaden überstanden“, macht sie deutlich und fragt: „Sollten Bänke nicht da stehen, wo sie auch genutzt werden können?“

Der HA hat sich bei der Stadt nach dem Verbleib der Bank erkundigt. Antwort gab es von der städtischen Pressestelle. Von da heißt es, dass es sich bei besagter Bank offenkundig nicht um eine städtische Ruhebank handle. Nachfragen bei mehreren Kollegen, um zu ergründen, ob sie mit der geschilderten Sachlage etwas anfangen können, seien ergebnislos verlaufen, so die Pressestelle. Zudem wäre eine städtische Bank im Boden befestigt, was hier wohl nicht der Fall gewesen sei. Kurzum: Zum Verbleib der Bank konnte die Stadt keine Auskunft geben.



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