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Thermo Fisher: Offener Brief der IG Metall - SPD will helfen

Langenselbold

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    Thermo Fisher möchte an seinem Standort in Langenselbold über 100 Arbeitsplätze abbauen. Mitarbeiter, Gewerkschaft und Politik wehren sich dagegen. Archivbild: Axel Häsler

Langenselbold. Nach dem ersten Termin der Einigungsstelle im Konflikt zwischen der IG Metall Hanau-Fulda und der Geschäftsführung der Selbolder Niederlassung von Thermo Fisher sind die Fronten weiter verhärtet. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall, wirft der Geschäftsleitung fehlende Kompromissbereitschaft vor.

Artikel vom 04. Dezember 2019 - 13:44

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Das Unternehmen habe sich laut  Robert Weißenbrunner, dem Ersten Bevollmächtigten der IG Metall, „keinen Millimeter auf die Belegschaftsvertreter zubewegt“. In einem offenen Brief fordert er Geschäftsführer Elmar ​Rübsam auf, „dass Sie beim kommenden Einigungsstellentermin am 5. Dezember zu allen Forderungen der Arbeitnehmervertreter konkrete und verhandlungsfähige Angebote auf den Tisch legen“.

Weißenbrunner kritisiert vor allem, dass die Thermo-Leitung bisher die Tarifverhandlungen verweigert und öffentlich erklärt habe, „sich auf das Verfahren vor der Einigungsstelle und die Verhandlungen mit dem Betriebsrat zu konzentrieren“, um nun vor dieser „keinerlei Kompromissbereitschaft zu signalisieren“.

Unterstützung von der SPD

Dies habe laut IG Metall bei den vom Arbeitsplatzverlust betroffenen Beschäftigten, aber auch bei vielen anderen Mitarbeitern „zu großer Verärgerung und Wut geführt“. Weißenbrunner ist überzeugt, dass „nur mit einem fairen Kompromiss über Interessenausgleich und Sozialplan“ sichergestellt werde, dass auch die Sozialtarifforderungen von einer Mehrheit der IG-Metall-Mitglieder bei Thermo Fisher zurückgenommen werden könnten. „Sollte dieses Ziel in der Einigungsstelle nicht erreicht werden, wird der Konflikt mit weiteren gewerkschaftlichen Mitteln zu führen sein“, so Weißen-brunner.der Erste Bevollmächtigte der IG Metall,

Währenddessen haben die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Nancy Faeser, der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Degen und der Erste Stadtrat der Stadt Langenselbold, Timo Greuel (SPD), dem Betriebsrat und der Belegschaft von Thermo Fisher die Unterstützung der SPD zugesagt. 

Ein Appell an die Unternehmensführung

Faeser sagte: „Wir erwarten von der Geschäftsführung Solidarität mit der Belegschaft und damit den Erhalt der Arbeitsplätze.“ Seit Thermo Fisher Scientific im April des vergangenen Jahres angekündigt hatte, 100 Stellen nach Ungarn beziehungsweise Schottland zu verlegen, hatte sich der Konflikt zwischen Unternehmen und Belegschaft zusehends verschärft.

„Ein Konzern wie Thermo Fisher hat eine Verantwortung gegenüber seinen treuen Angestellten, mit deren Mitarbeit hohe Gewinne erzielt werden. Dieser Verantwortung darf sich das Unternehmen nicht einfach für eine Gewinnmaximierung entledigen“, sagte Degen. Sie appellieren an die Unternehmensleitung, auf die Forderungen der Belegschaft einzugehen. tok / leg



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