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Langstraße soll Fußgängerzone werden - so geht es jetzt weiter

Hanau

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    Eine Polleranlage soll künftig die Zufahrt zur Langstraße regeln. Diese Pläne waren bei der Bürgerversammlung präsentiert worden.  Archivfoto: Ulrike Pongratz

Hanau. Die Stadt Hanau will bekanntlich einen Teil der Langstraße zur Fußgängerzone umwidmen. Die umstrittenen Pläne für die Installation einer Tempobremse namens Actibump gegen Raser und Poser hatte sie zurückgezogen. Als nächster Schritt ist für die Langstraße nun ein sogenanntes Einziehungsverfahren nötig. 

Artikel vom 03. Dezember 2019 - 09:45

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Von Christian Dauber

Darüber soll die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am 16. Dezember beraten. Zuvor wird das Thema am 10. Dezember im Ortsbeirat Innenstadt diskutiert. 

Die Magistratsvorlage sieht eine Zustimmung zur Einziehung der Verkehrsanlage Langstraße (zwischen Steinheimer Straße und Hirschstraße) vor. Darin wird Bezug genommen auf die Anliegerversammlung zur geplanten Maßnahme, die am 31. Oktober im CPH stattgefunden hat. „Hierbei wurden die Maßnahme und die weitere Vorgehensweise vorgestellt sowie die Fragen der Anlieger beantwortet. Insgesamt wurde ein überwiegend positives Echo seitens der Anlieger festgestellt“, wird in der Vorlage bilanziert.

Genug Alternativen für Autos

Die geplante Fußgängerzone bilde aus verkehrlicher Sicht den logischen Lückenschluss für die vorhandenen Fußgängerzonen in der Innenstadt. Da es in der Langstraße verhältnismäßig nur wenig Kfz-Verkehr gebe und alternative Kfz-Verkehrsstrecken durch den Innenstadtring vorhanden seien, sei die Maßnahme insgesamt als „verkehrsverträglich“ einzustufen.

Mit der Umsetzung könnten unklare Vorfahrtsregelungen in den Kreuzungsbereichen Hammerstraße, Fahrstraße und Rosenstraße beseitigt werden. „Die Radverkehrsnutzung wird auch weiterhin möglich sein. Die Einbahnstraßenregelung wird zukünftig entfallen, sodass für Berechtigte eine Zufahrt auch von der Hirschstraße möglich ist. Durch die Fußgängerzone wird die Aufenthalts- und Wohnqualität der Langstraße und damit auch die Attraktivität der Innenstadt erheblich gesteigert“, ist die Stadt Hanau überzeugt.

Absenkbare Poller sollen Auots abhalten

Die geplante Fußgängerzone Langstraße soll gegen unberechtigten Kfz-Verkehr durch den Einbau absenkbarer Polleranlagen an der Steinheimer Straße und Hirschstraße gesichert werden. Die Andienung der Geschäfte und Grundstücke sei hierbei weiterhin sichergestellt. Berechtigte sollen laut Vorlage elektronischen Zugang zur Pollersteuerung erhalten. Die Polleranlagen sollen im ersten Quartal 2020 installiert werden. Während der Andienungszeit zwischen 6 und 11 Uhr bleiben die Polleranlagen abgesenkt, so die Planung.

Damit die Langstraße in eine Fußgängerzone umgestaltet werden kann, bedarf es laut Vorlage der Durchführung des förmlich vorgeschriebenen Einziehungsverfahrens nach Paragraf 6 des Hessischen Straßengesetzes (HStrG). „Durch die Einziehung wird die Langstraße dem Gemeingebrauch entzogen. Fußgänger- und Radverkehr sind weiter zugelassen“, heißt es in der Magistratsvorlage.

Einsicht in Pläne möglich

Nach Paragraf 6 Absatz 2 HStrG ist die Einziehung drei Monate vorher durch öffentliche Bekanntmachung anzukündigen (Einziehungsanhörung). In dieser Frist werde den Bürgern die Möglichkeit eingeräumt, in der städtischen Auslegungsstelle Einsicht in die entsprechenden Lagepläne zu nehmen und gegebenenfalls frühzeitig Einwände und Bedenken gegen die Einziehung zu formulieren.

Nach Ablauf der Frist von drei Monaten werde die Einziehungsverfügung erlassen. In dieser sei der Tag anzugeben, in dem die Einziehung in Kraft trete und für welche Verkehrsart(en) die Nutzung der Langstraße noch zugelassen sei. Auch die Einziehungsverfügung ist laut Vorlage nach den gesetzlichen Bestimmungen öffentlich bekannt zu machen.

Bürger können Widerspruch einlegen

Bürger können sich gegen die Einziehungsverfügung durch die Einlegung von Widersprüchen rechtlich zur Wehr setzen. „In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass eventuelle Widersprüche aufschiebende Wirkung haben. Das bedeutet, dass die Einziehungsverfügung erst nach Beendigung eventueller Widerspruchs- beziehungsweise Verwaltungsstreitverfahren in Kraft treten könnte“, geht aus der Magistratsvorlage hervor.



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