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Otto-Hahn-Schule: Räume nach Brand wieder nutzbar

Hanau

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    Keine Brandspuren mehr: OHS-Schulleiter Thomas Röder-Muhl präsentiert einen der vielen Fachräume der MINT-Schule, die nach dem Feuer im März von Spezialfirmen gründlich entrußt und gereinigt wurden. Foto: Thomas Seifert

Hanau. In der Nacht vom 11. auf den 12. März brach am Gymnasialen Oberstufentrakt der Otto-Hahn-Schule (OHS) ein Brand aus, der im gesamten Gebäudekomplex hohen Schaden verursachte. Bis auf kleinere Restarbeiten sind alle Klassen- und Fachräume sowie Lehrer- und Konferenzzimmer wieder uneingeschränkt nutzbar.

Artikel vom 02. Dezember 2019 - 10:58

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Von Thomas Seifert

Schulleiter Thomas Röder-Muhl ist mächtig stolz auf das Kollegium und die Schüler: „Sie haben die schwierige Situation professionell angenommen und das Beste daraus gemacht.“

Aber auch die Stadt als Schulträger und die Versicherung hätten prompt reagiert, sodass die Schäden in relativ kurzer Zeit beseitigt gewesen seien und nach den Sommerferien wieder alle Klassen- und Fachräume benutzt werden konnten. „Alle Beteiligten haben noch in der Brandnacht an Lösungen gearbeitet, um den Schulbetrieb einigermaßen geregelt fortführen zu können“, stellte Röder-Muhl bei einem Rundgang durch den betroffenen Gebäudetrakt fest.

20 Räume verraucht und verrußt

„Ich hatte mich nach einem Konferenzmarathon am 11. März gerade ins Bett gelegt, als das Telefon gegen 1 Uhr klingelte und man mich von dem Brand unterrichtete“, erinnert sich der Schulleiter. Er setzte sich ins Auto und fuhr sofort von seinem Wohnort in der Nähe von Fulda zur OHS, deren Schulleiter er seit Sommer 2018 ist.

„Kollegen waren schon vor Ort und die Feuerwehr hatte den eigentlichen Brandherd ja schnell unter Kontrolle. Vor allem die Räume im ersten Stock waren aber total verraucht und verrußt, das Erdgeschoss hatte nicht so viel abbekommen“, berichtete der Direktor. Insgesamt waren 20 Räume vom Brand, der von einem Müllcontainer über eine Bank und die Fassade auf Fenster übergegriffen hatte, in Mitleidenschaft gezogen.

Lehrer unterrichten teilweise Zuhause

„Die Stundenplanverantwortlichen haben mit bewundernswerter Geschwindigkeit Lösungen gefunden, wie die Verlagerung des Unterrichts der Oberstufe in den Nachmittag. Einige Kurse wurden bei Lehrkräften in deren Wohnungen oder Häusern abgehalten und die Schüler bekamen vermehrt Arbeitsaufträge, die sie zu Hause erledigen konnten“, erzählt der Schulleiter.

„Das Kollegium hat bestens mitgezogen, hat die Situation akzeptiert und eine starke Schülerorientierung bewiesen, obwohl es doch einige Unannehmlichkeiten gab. Und die Schüler haben ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und Eigenständigkeit an den Tag gelegt. Ich glaube, viele der rund 290 betroffenen Schüler hat diese Aus‧nahmesituation in ihrer Persönlichkeitsbildung vorangebracht“, betonte Röder-Muhl.

Ein Stück Normalität nach den Osterferien

Nach den Osterferien waren dann die naturwissenschaftlichen Fachräume nach einer gründlichen Lüftung und Reinigung wieder nutzbar. „Da waren absolute Profis am Werk, die teilweise mit Wattestäbchen den letzten Ruß aus Ritzen gekratzt haben“, lobte der Direktor die beauftragten Firmen, die auch die abgehängte Decke erneuerten und die Leuchtmittel austauschten. Ab diesem Zeitpunkt konnte man etwa die Hälfte des normalen Unterrichts wieder in diesen Räumen stattfinden lassen.

Die restlichen Räume mussten allerdings gründlicher saniert werden. Dort wurde neu verkabelt, die Beleuchtung erneuert, der Brandschutz auf Vordermann gebracht, Fenster ausgetauscht, der Bodenbelag neu verlegt und dann alles frisch gestrichen. „Nach vier Monaten ist dann wieder Normalität eingekehrt und wir konnten wieder nach Plan unterrichten“, stellte der Direktor fest. Und nach den Herbstferien waren dann auch die Rest‧räume wieder nutzbar.

Brandursache weiterhin unklar

„Die ersten vier Wochen nach dem Brand – die Ursache ist bis heute nicht klar – waren hart und fordernd für Schüler, Kollegium und Leitung. Aber alle Betroffenen haben die Situation sehr gut aufgefangen und gemeistert. Und uns kam auch zugute, dass die Sanierungszeitpläne von den Firmen, die sich mit solchen Schäden auskennen, eingehalten worden sind und nun bis auf kleinere Restarbeiten wieder Normalität im Gymnasialen Oberstufentrakt eingekehrt ist“, freut sich Thomas Röder-Muhl.

Parallel zu diesen Arbeiten wurde aber auch in der Sporthalle der OHS kräftig gewerkelt. Seit den Osterferien mussten die Schüler und Mitglieder von Sportvereinen mit Containern vorliebnehmen, weil der städtische Eigenbetrieb Hanau Immobilien- und Baumanagement den kompletten Umkleidebereich aus dem Baujahr 1975/76 hat sanieren lassen.

Insgesamt rund 870 000 Euro kostete die Erneuerung, wobei das Land Hessen 514 000 Euro aus dem Fördertopf des Kommunalen Investitionsprogramms beisteuerte. Sie erstrahlen nun in neuem Glanz, sodass Schüler und Sportler der Vereine, die ab 17 Uhr die Halle zum Training oder am Wochenende zum Wettkampf nutzen, seit Kurzem wieder optimale Bedingungen vorfinden.

 

Brandschutztechnik wurde erneuert
Nach Auskunft des städtischen Eigenbetriebs Hanau Immobilien- und Baumanagement (IBM) beläuft sich die Schadenssumme nach Aussage der Allianz-Versicherung auf etwa eine Million Euro. Zusätzlich hat IBM im Rahmen der Brandsanierung weitere Mittel über rund 200 000 Euro aufgewandt, um die betroffenen Bereiche, über die reine Wiederherstellung durch die Versicherung hinaus, brandschutztechnisch und haustechnisch zu ertüchtigen. Außerdem ist der alte Bodenbelag in den betroffenen Flurbereichen erneuert worden. tse


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